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So ticken die Luzerner Jugendparlamentarier

Das kantonale Jugendparlament tagte am Freitag zum 5. Mal. Im Doppelinterview erklären ein 15-Jähriger, wieso er zum Mitmachen gezwungen wurde, und eine Jungpolitikerin (21), dass sie «nur» noch kantonal tätig sein möchte.
Niels Jost
Judith Schmutz (21) aus Rain engagiert sich seit vier Jahren im Jugendparlament. Leon Krass (15) aus Weggis hat erstmals teilgenommen. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern 19. Oktober 2018)

Judith Schmutz (21) aus Rain engagiert sich seit vier Jahren im Jugendparlament. Leon Krass (15) aus Weggis hat erstmals teilgenommen. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern 19. Oktober 2018)

Rund 100 Jugendliche aus ganz Luzern haben sich am Freitag im Regierungsgebäude eingefunden. Wo sonst Kantonsräte politisieren, haben nun 14- bis 25-Jährigen miteinander einen Vorstoss ausgearbeitet, der dann auch im Parlament behandelt wird.

Es war die 5. Session des Jugendparlaments. Doch braucht es dieses überhaupt? Wir haben bei zwei Jungpolitikern nachgefragt: Bei Judith Schmutz (21) aus Rain, die von 2016 bis 2018 Co-Präsidentin der Jungen Grünen Schweiz war, derzeit in Fribourg Jus studiert und seit der ersten Session mit dabei ist. Sowie bei Kantischüler Leon Krass (15) aus Weggis, der zum ersten Mal an der Jugendsession teilnahm.

Judith Schmutz und Leon Krass, wieso nehmt ihr am Jugendparlament teil?

Schmutz: Ich bin mit Politik aufgewachsen. Bei uns zu Hause wurde und wird noch immer viel am Familientisch politisiert. Zudem finde ich es wichtig, dass Jugendliche die Chance erhalten, ihre Meinung kundzutun und andere Meinungen kennen zu lernen.

Krass: Ich kannte das Jugendparlament bisher nicht. Weil aber unsere Lehrerin die ganze Klasse angemeldet hat, musste ich herkommen. Aber ich bereue es nicht, es ist cool hier.

Oftmals heisst es, die Politik ist träge und die Fronten sind verhärtet. Wie habt ihr die jetzige Jugendsession erlebt?

Krass: Anders. Viele bringen sich aktiv ein, wollen mitreden. Es bleibt zu wenig Zeit, um zu diskutieren. Nur bei wenigen merkt man, dass sie nicht freiwillig hier sind und deshalb passiv sind.

Schmutz: Ich nehme auch das Gegenteil wahr. Im Jugendparlament müssen wir nicht wie die gewählten Politiker das Parteiprogramm runtersprechen. Jeder sagt, was er denkt, und jeder hört dem anderen mit viel Respekt und Geduld zu.

Das Jugendparlament reicht jeweils einen offiziellen Vorstoss bei der Regierung ein. Meist wird dieser dann aber im Kantonsrat abgelehnt. Braucht es das Jugendparlament überhaupt?

Schmutz: Ich finde es eine gute Sache. Jugendliche können hier in einem «geschützten Rahmen» diskutieren, ohne Gefahr zu laufen, ausgelacht zu werden. Man lernt hier, andere Meinungen zu akzeptieren. Das stärkt die Persönlichkeit.

Krass: Ich bin froh, hat mich meine Lehrerin hierher geschickt. Es ist eine gute Erfahrung. Ob das Jugendparlament wirklich etwas bewirken kann, weiss ich nicht. Aber alleine schon zu zeigen, dass wir Jungen an Politik interessiert sind, ist ein Zeichen.

Ihr sagt, Junge interessieren sich sehr wohl für Politik. Wie informiert ihr euch dann über aktuelle Themen?

Schmutz: Fast ausschliesslich übers Handy, via Online-Portale, Zeitungen oder Magazine. Als Co-Präsidentin der Grünen Schweiz musste ich mich jeden Tag über das aktuelle politische Geschehen informieren. Aktuell habe ich beispielsweise die «Republik» abonniert.

Krass: Ich war bis anhin politisch nicht interessiert. Vielleicht ändert sich das mit dem heutigen Tag ja noch. Allerdings debattiere ich sehr gerne. So tauscht man sich automatisch über aktuelle Themen aus.

Wirst du mit 18 Jahren auch wählen gehen?

Krass: Natürlich!

Wie sieht's bei dir aus, Judith Schmutz – du darfst bereits an die Urne.

Schmutz: Ich gehe immer wählen und abstimmen. Das ist ein Muss.

Wollt ihr mal politisch Karriere machen?

Schmutz: Ich werde bei den Wahlen im März 2019 für den Kantonsrat kandidieren. Ein nationales Amt reizt mich weniger.

Krass: Das ist für mich noch kein Thema.

Wenn doch, wofür würdest du dich einsetzen?

Krass: Mehr Geld für die Bildung – unser wichtigstes Gut.

Schmutz: Die klassischen Anliegen der Grünen liegen mir natürlich sehr am Herzen. Auch sehr wichtig finde ich, dass sich Jugendliche mehr mit Politik auseinandersetzen, zum Beispiel durch ausgeprägtere politische Bildung. Aber auch Plattformen wie «Easyvote» sollte man fördern.

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