So viel kostet die Güsel-Entsorgung im Kanton Luzern

Bei den Preisen für die Abfallentsorgung gibt es im Kanton Luzern grosse regionale Unterschiede. Der günstigste Entsorger senkt auf das kommende Jahr erneut die Gebühren.

Roseline Troxler
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In der Renergia in Perlen werden pro Jahr rund 81'000 Tonnen Hauskehricht verwertet. (Bild: Keystone/ Urs Flüeler)

In der Renergia in Perlen werden pro Jahr rund 81'000 Tonnen Hauskehricht verwertet. (Bild: Keystone/ Urs Flüeler)

In der Schweiz ist es so alltäglich, dass wir es als selbstverständlich anschauen: Die Abfallentsorgung. Doch funktioniert sie nicht und die Güselsäcke stapeln sich, kann es schnell zu einem echten Problem werden. Im Kanton Luzern gibt es vier Gemeindeverbände, welche für die Abfallentsorgung zuständig sind. Pro Jahr und Person werden knapp 209 Kilogramm Hauskehricht entsorgt.

Je nachdem, welchem Verband die Wohnortsgemeinde angehört, bezahlt man unterschiedliche Gebühren. Besonders günstig ist die Entsorgung im Gemeindeverband für Abfallverwertung Luzern-Landschaft (GALL), dem 53 Gemeinden der Regionen Willisau, Sursee und Hochdorf angehören. Dort kostet ein 35-Liter-Sack 1,50 Franken. Möglich ist nebst der Sack- auch eine Wägegebühr. Das Kilo Kehricht kostet 24 Rappen.

Auf das nächste Jahr kommt es zu einer weiteren Senkung der Gebühren in den GALL-Gemeinden. Die Delegierten stimmten kürzlich einstimmig dem Antrag zu, die Sack-Gebühr von 1,50 auf 1,40 Franken zu senken. Die Wägegebühr wird von 24 auf 22 Rappen pro Kilo reduziert. Was nach wenig klingt, summiert sich und kann gerade für Firmen viel Geld ausmachen. GALL-Geschäftsleiter Bernhard Indergand erklärt die Senkung:

«Der Abfall in unserem Gebiet wird in der Renergia Perlen verbrannt. Die Tarife für die dortige Verwertung sind im Verlaufe der letzten Jahre gesunken.»

Renergia-Geschäftsleiter Ruedi Kummer, sagt dazu auf Anfrage: «Wir haben dieses Jahr mehr Kehricht verbrannt als erwartet. Das führte dazu, dass wir mehr Energie gewinnen konnten, die wir zu sehr guten Energiepreisen verkauft haben.» Laut Ruedi Kummer haben auch alle anderen Gemeindeverbände, welche ihren Abfall an die Renergia liefern, eine Preissenkung erhalten.

«Wir sind nicht gewinnorientiert»

Dass der Verband GALL die günstigeren Tarife den Kunden weitergibt, erklärt Bernhard Indergand wie folgt: «Wir sind ein Gemeindeverband, der im Auftrag der Gemeinden kostendeckend deren Kehricht-Entsorgung organisieren soll, und wir sind an sich nicht gewinnorientiert. Deshalb geben wird die tieferen Tarife weiter.» Bereits auf das Jahr 2016 hin hat der Verband die Gebühren gesenkt. Damals gar um rund 20 Prozent. Grund waren die nach öffentlicher Ausschreibung resultierenden, tieferen Logistikkosten, wie Indergand sagt.

Anders als der Verband GALL zieht der Gemeindeverband REAL (Recycling Entsorgung Abwasser Luzern), der den Güsel in der Stadt und Agglomeration von Luzern entsorgt, keine Gebührensenkung in Betracht. Yudi Seren, verantwortlich für den Bereich PR und Marketing, sagt auf Anfrage: «REAL plant keine Senkung der Sackgebühren, da so der Anreiz der Abtrennung der Wertstoffe verringert wird.» Komme hinzu, dass REAL aus den Sackgebühren andere nicht gebührenpflichtige Sammlungen, etwa die Grüngut- oder Kartonsammlung oder die unbedienten Quartiersammelstellen für Glas, Alu und Blech, finanziere. Ausserdem betont Yudi Seren: «Die Grundgebühren bei REAL sind seit Jahren auf einem sehr tiefen Niveau.

Die Abfallrechnung war die letzten Jahre dennoch defizitär und konnte über die vorhandenen Rückstellungen ausgeglichen werden.» REAL erwartet, dass die Rechnung sich künftig ausgeglichener präsentieren wird. Fakt ist, dass die Gebühren im REAL-Gebiet mit 1,70 Franken pro 35-Liter-Sack bereits heute höher sind als beim GALL.

Entlebucher Verband will Senkung 2020 diskutieren

Noch mehr bezahlen die Entlebucher für die Güselentsorgung – nämlich 2,40 Franken pro 35-Liter-Sack. Dennoch ist eine Gebührensenkung beim Gemeindeverband Kehrichtentsorgung Region Entlebuch (GKRE) derzeit kein Thema. Hans Lipp, Gemeindeammann von Flühli, präsidiert den Verband. Er sagt auf Anfrage:

«Für das nächste Jahr ist keine Senkung vorgesehen. Wir werden das Thema aber 2020 diskutieren.»

Die Gemeinden Reiden und Wikon, welche sich an der Grenze zum Kanton Aargau befinden, sind dem Gemeindeverband Entsorgung Region Zofingen (ERZO) angeschlossen. Hier gelten keine einheitlichen Gebühren. Diese sind abhängig von der Wohngemeinde. In Reiden kostet ein 35-Liter-Sack 1,80 Franken, in Wikon beträgt die Gebühr, 1,55 Franken.

Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Luzern 85'000 Tonnen Hauskehricht gesammelt. 187 Kilogramm pro Person wurden in Kehrichtsäcken aus Haushaltungen an eine Kehrichtverbrennungsanlage geliefert. 81'000 Tonnen Hauskehricht wurden in der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen verbrannt, 4000 Tonnen in der KVA Oftringen.