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So viele Schwimmer wie noch nie überqueren den Sempachersee

Der Hitzesommer beschert der Sempachersee-Überquerung mit 648 Teilnehmern einen Rekord. Die Nachfrage war derart gross, dass die Organisatoren nun über eine Limitierung nachdenken.
Stephan Santschi
Grossandrang der Schwimmerinnen und Schwimmer beim Yacht-Club Sempach am Sonntag, 5. August 2018. (Bilder: Jakob Ineichen (Sempach, 5. August 2018))
Die einen baden schon mal die Füsse im 26 Grad warmen Sempachersee.
Und dann geht's los.
Die einen schwimmen gemütlicher...
...die anderen zackig...
und gewisse auch gerne unter Wasser.
648 Schwimmerinnen und Schwimmer nehmen schliesslich teil - so viele wie noch nie.
7 Bilder

Invasion rot-weisser Badekappen im Sempachersee

Warteschlangen, sie sind am Sonntag bei der Festhalle in Sempach allgegenwärtig. Auf dem Parkplatz beim Kassenautomaten, vor dem Anmeldezelt, im Wertsachendepot oder an der Haltestelle des Busses, der die Teilnehmer zum Start nach Nottwil transportiert – überall stehen die Menschen in Reih und Glied. «Wir werden überrannt, es ist grandios», sagt Veronika Näf, die Medienverantwortliche im OK der SLRG Sempachersee. Irgendwann gehen die Anmeldezettel aus, zudem muss die Reserve für die obligatorischen Badekappen angezapft werden. Am Ende schreiben sich 648 Personen für die 48. Sempachersee-Überquerung ein – Rekord! «Der See ist voll», ruft eine Helferin zum Spass.

Um 9.45 Uhr ist es soweit, mit nur 15 Minuten Verspätung steigen sie im Nottwiler Yachthafen ins 26 Grad warme Wasser, wieder bildet sich eine grosse Warteschlange. Die Palette der Sportler ist breit und reicht vom 11-jährigen Buben bis zum 81-jährigen Senioren, vom Sixpack bis zum Bierbäuchlein. 2,1 Kilometer haben die Schwimmer vor sich, eine Zeitmessung gibt es nicht. «Es handelt sich um einen Plauschwettkampf, es geht nicht um Minuten und Sekunden», sagt Näf und fügt an: «Wir möchten die Leute dafür sensibilisieren, dass sie lange Strecken nicht alleine schwimmen.» Auf dem Sempachersee sorgen brevetierte Lebensretter in 27 Booten für eine kompetente Überwachung.

Erste Austragung mit zwölf Teilnehmern

Nennenswerte Vorfälle gibt es keine, alle kommen in Sempach gesund zurück ans Ufer, wickeln sich in die geschenkten, gelben Badetücher ein und beginnen zu fachsimpeln. «Ab und zu hat einer einen Krampf oder es ist ihm verleidet. Die meisten aber beissen durch», erzählt Gregor Bühlmann, während er das Medienboot steuert. Er ist seit der ersten Austragung im Jahr 1971 dabei. «Die war wegen schlechten Wetters eigentlich abgesagt worden. Als dann trotzdem zwölf Leute rüber wollten, begleiteten wir sie halt über den See.»

Einen Todesfall habe es nie gegeben, mulmige Momente allerdings schon: «Einmal fehlte im Ziel ein Schwimmer. Wir wollten ihn schon suchen gehen, als er sich gemütlich näherte. Er war von der Strecke abgewichen, um einen Bekannten zu begrüssen.»

Holländischer Champion gibt sich die Ehre

Auch wenn es ein Anlass für die breite Masse ist, so weht an diesem Tag doch ein Hauch von Leistungssport über den Sempachersee. Nach nur 28 Minuten kommt der erste Athlet an. «Mega schön war es», schwärmt Till Mesmer (22) aus Oberrieden ZH. Das Mitglied des SV Baar ist sich grössere Distanzen gewohnt, das 26 Kilometer lange Rennen von Rapperswil nach Zürich habe er auch schon gewonnen. Die schnellste Frau ist die 15-jährige Kim de Jong aus Holland, die bei ihrer Tante in Buochs in den Ferien weilt. «Das Wasser ist viel klarer als bei uns», sagt sie und lacht. Vor kurzem wurde sie im offenen Gewässer über 3000 Meter holländische Meisterin.

Sie alle dürften 2019 wieder dabei sein. «Da wir diesmal an unsere Grenzen gestossen sind, denken wir über eine Teilnehmerlimitierung nach», erklärt OK-Präsident Pius Achermann. Länger sollten die Warteschlangen in Sempach und Nottwil tatsächlich nicht werden.

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