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So werden junge Luzerner an die Urne gelockt

Wie können junge Erwachsene vermehrt dazu gebracht werden, zu wählen
und abzustimmen? Im Kanton Luzern tut sich einiges, just auf die Wahlen vom Ende März.
Matthias Stadler
Jugendliche während der kantonalen Jugendsession im Luzerner Kantonsratssaal. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 27. Oktober 2017)

Jugendliche während der kantonalen Jugendsession im Luzerner Kantonsratssaal. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 27. Oktober 2017)

Der Vorwurf ist nicht neu: Junge Erwachsene würden sich nicht für Politik interessieren. Sie kümmerten sich lieber um einen guten Auftritt in den sozialen Medien als um eine gute Zukunft. Wie soll man den Nachwuchs aus dieser vermeintlichen Polit-Lethargie herausholen?

Ansätze gibt es viele. Einer davon ist die Wahlhilfe Easyvote des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente. Easyvote ist eine Plattform, die Wahlen und Abstimmungen für junge Wähler aufbereitet und erklärt. So gibt es etwa Broschüren, die für Jugendliche konzipiert sind.

Gemeinden können Easyvote-Abo lösen

Davon macht nun auch der Kanton Luzern vermehrt Gebrauch. Im Dezember vergangenen Jahres nahm der Kantonsrat ein Postulat von Jörg Meier (SP, Adligenswil) an, welches forderte, ein Jahresabo von Easyvote für alle Stimmberechtigten zwischen 18 und 20 Jahren zu lösen – knapp 14'000 Luzerner.

Das Vorgehen sieht laut Erwin Rast, Kommunikationsbeauftragter des Justiz- und Sicherheitsdepartements, wie folgt aus: Die Luzerner Gemeinden können ein Jahres-Abo zum Preis von 3.50 Franken, welches die Unterlagen für jährlich vier Abstimmungstermine umfasst, lösen. Die Gemeinden legen fest, welche Altersgruppe mit den Broschüren bedient wird. Easyvote schickt die Broschüren an die Gemeinden, welche danach die Feinverteilung vornehmen. Der Kanton übernimmt die Kosten. Rund 50000 Franken sind für das aktuelle Jahr maximal budgetiert, finanziert aus Lotteriegeldern. Momentan machen 26 Gemeinden mit (siehe unten).

Kim Rast, Co-Präsidentin des kantonalen Jugendparlaments, freut sich über diese Entwicklung. Überhaupt lobt sie den Kanton: «In den vergangenen drei Jahren hat sich das Engagement des Kantons für junge Erwachsene verbessert.» Die 18-Jährige erklärt, man würde heute besser angehört, auch könne man seine Meinung besser mitteilen.

«Man muss die Jungen oft ins kalte Wasser werfen»

Nicht nur mit Easyvote wird versucht, Junge an die Urne zu locken, sondern auch durch das Engagement von Organisationen: Kim Rast erklärt, dass Vertreter des kantonalen Jugendparlaments immer wieder Anlässe organisieren. Am 7. März etwa findet im Treibhaus Luzern um 19.30 Uhr ein Podium zu den Kantonsratswahlen statt. «Zudem sind wir viel an Schulen unterwegs.» So gibt es an der Kanti Alpenquai in Luzern das Fach politische Bildung. «Das sollte überall eingeführt werden», fügt die Kantischülerin an.

Es gebe also durchaus Luft nach oben, findet sie. «Man muss die Jungen oft ins kalte Wasser werfen, damit sie sich überhaupt für Politik interessieren. Das Thema ist ihnen nicht sympathisch, es wirkt sehr trocken.» Doch kaum seien die Jungen mal an einer Veranstaltung, würden sie sich für das Thema interessieren, glaubt Kim Rast.

Für die kommenden kantonalen Wahlen organisieren diverse Schulen Anlässe. Heute Donnerstag findet in der Kantonsschule Willisau zum Beispiel eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der fünf grössten Jungparteien des Kantons statt (15.35 bis 16.30 Uhr). An der Berufsfachschule, ebenfalls in Willisau, können sich Parteien vom 18. bis 22. März jeweils von 9.45 bis 11.30 Uhr den Fragen der Berufsschüler stellen. Zudem finden Podiumsdiskussionen statt. Gute Möglichkeiten also, die Jungen an die Politik heranzuführen.

Diese Luzerner Gemeinden sind dabei

26 Luzerner Gemeinden machen bei Easyvote mit: Alberswil, Altishofen, Beromünster, Buttisholz, Dagmersellen, Doppleschwand, Egolzwil, Eschenbach, Escholzmatt-Marbach, Greppen, Grossdietwil, Hergiswil b. W., Horw, Inwil, Kriens, Luzern, Nebikon, Oberkirch, Romoos, Rothenburg, Römerswil, Ruswil, Schüpfheim, Vitznau, Wauwil, Willisau.

Der Kanton fördert die politische Partizipation von Jungen auch anderweitig: So wurde das kantonale Jugendparlament aufgebaut. Zudem unterstützt der Kanton jene Gemeinden mit Lotteriemitteln, die ein Kinder- oder Jugendparlament gründen oder eine Kommission für Kinder- und Jugendfragen aufbauen wollen, wie Edith Lang, Leiterin der Dienststelle Soziales und Gesellschaft, erklärt. Zudem gibt es Apps («Voteinfo»), Homepages (entdecke.lu.ch) und Infos auf sozialen Medien, die sich an ein jüngeres Publikum richten. (mst)

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