So zufrieden sind die Luzerner mit der Lebensqualität

Gut lebt, wer im Kanton Luzern wohnt – das sagen zumindest die aktuellen Zahlen. Doch in Punkto Lebensqualität gibt es auch ein paar Wermutstropfen.

Roger Rüegger
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Ob in Der Stadt, wie hier an der Määs, oder auf dem Land: Luzerner haben gut lachen. (Bild: Philipp Schmidli, 15. Oktober 2017)

Ob in Der Stadt, wie hier an der Määs, oder auf dem Land: Luzerner haben gut lachen. (Bild: Philipp Schmidli, 15. Oktober 2017)

Die Bewohner des Kanton Luzern und den Zentralschweizer Kantonen erfreuen sich einer hohen Lebensqualität. 2016 waren 75 Prozent sehr zufrieden. Im Vergleich zu 2012 (83 Prozent) sank die Lebensqualität zwar, sie bleibt aber schweizweit (70 Prozent) überdurchschnittlich hoch. Die Lebensqualitätsrelevante Entwicklung wird mit Sozialindikatoren gemessen. Diese ermöglichen laut Lustat Statistik Luzern die gezielte Beobachtung sozialer Sachverhalte und ihrer aktuellen Entwicklungen.

«Wie geht es den 400 000 Luzernern?» Diese Frage wird in der am Dienstag veröffentlichten Medienmitteilung eingangs aufgeworfen. Die eine einfache Antwort gibt es darauf nicht, wie Nathalie Portmann, Mitglied der Lustat-Geschäftsleitung sagt. «Zur Messung der Lebensqualität wurden über 60 Indikatoren berücksichtigt, die sich auf acht verschiedene Lebensbereiche beziehen. Diese in einer einzigen Zahl zusammenzufassen, ist nicht möglich.»

Mehr Günstiger Wohnraum

Als Beispiel, wo sich die Lebensbedingungen für einzelne Leute positiv entwickeln, nennt Portmannetwa das Angebot an günstigem Wohnraum. Dieses lag 2016 bei 15,8 Prozent des Gesamtmietwohnungsbestandes und damit deutlich höher als 2010, als der Anteil noch bei 14,6 Prozent lag. Nur 2015 lag er mit 16 Prozent in den letzten Jahren höher.

Auch bezüglich dem Leerwohnungsbestand oder dem verfügbaren Einkommen hat sich die Lage der Bevölkerung verbessert. Das verfügbare Einkommen pro Haushalt betrug 2015 32 000 Franken, was einem leichten Anstieg der Vorjahre entspricht.

Steuerbelastung wiegt schwer wie nie

Die finanzielle Situation der Haushalte ist nicht nur abhängig von Einnahmen, sondern auch von Ausgaben. Die Steuerbelastung wiegt mit 9 Prozent schwer wie nie seit Beginn der Messreihe 2009. Auch die Krankenversicherungslast liegt mit 8,8 Prozent (2015) des gesamten Haushaltseinkommens im Rekordhoch. Seit 2009 (6,9 Prozent) sind die Kosten gestiegen. Auch Sicherheit wird bewertet. Die ist im Kanton Luzern hoch. Gewaltdelikte haben abgenommen. 2016 wurden auf 100 000 Einwohner 255,1 Straftaten verübt. 2009 waren es 405,9. Auch die Jugenddelinquenz ist tiefer. 2016 verübten von 10 000 Jugendlichen 10,4 eine Straftat. 2009 waren es 25,7.