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SÖRENBERG: Baustelle auf dem höchsten Gipfel Luzerns

Bis Neujahr soll die neue 4er-Sesselbahn vom Eisee aufs Rothorn den Betrieb aufnehmen. Es ist die erste Etappe eines grossen Ausbauprojekts. Damit will das Skigebiet die Folgen des Klimawandels auffangen.
Roseline Troxler
Bei den 11,8 Millionen Franken teuren Arbeiten fliegen derzeit Helikopter den Beton fürs Fundament der Masten auf den Berg. (Bild: Dominik Wunderli (4. Oktober 2017))

Bei den 11,8 Millionen Franken teuren Arbeiten fliegen derzeit Helikopter den Beton fürs Fundament der Masten auf den Berg. (Bild: Dominik Wunderli (4. Oktober 2017))

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Sein Arbeitsplatz ist kein alltäglicher. Auf gut 2300 Meter über Meer verfolgt Andreas Schnider von der Arnet Bau AG an jenem Mittwoch unterhalb des Tunnels beim Brienzer Rothorn die Bauarbeiten. Als Baustellenchef der neuen Bergstation muss er den Überblick bewahren und das Wetter im Auge behalten. Im Gegensatz zu den Vortagen ist es heute freundlich. Sorgen bereitet Schnider allerdings der Nebel, der aufsteigen könnte. Dann müssten die Helikopter die Arbeit unterbrechen. Doch die Zeit drängt.

Die beiden Helikopter der Air-Glaciers fliegen derweil den Frischbeton vom Tal auf den Berg. Rund 100 Meter unterhalb der künftigen Bergstation werden die Stützen für den 4er-Sessellift betoniert. Die Helikopter bringen abwechselnd einen grossen Kübel mit Beton zur Stelle, wo künftig ein Mast der Bahn zu stehen kommt. Der Kübel, der an einem Seil befestigt ist, wird auf ein paar Zentimeter genau zur richtigen Stelle transportiert. Drei Arbeiter am Boden leeren ihn sogleich. Sie müssen dabei vor allem einen guten Stand haben, verursachen die Helikopter doch starken Abwind. Dafür geniessen die Männer die Sicht auf den Eisee und die Berner Alpen. Einer von ihnen ist Franz Vetter: «Schwindelfrei sein und gerne draussen arbeiten – das sind die wichtigsten Voraussetzungen für diese Arbeit.»

Laut Andreas Schnider handelt es sich beim Bau der Sesselliftanlage um einen ganz speziellen Auftrag, sei es für die meisten Mitarbeiter doch ungewöhnlich, in solcher Höhe zu arbeiten. «Die Lage fordert uns besonders heraus», sagt er. So fiel im September bereits einmal Schnee. Insgesamt aber habe man bisher Wetterglück gehabt. Gestartet sind die Bauarbeiten Mitte August.

Früher Wintereinbruch könnte Eröffnung verzögern

Die Bergbahnen Sörenberg wollen die neue Sesselbahn bis Neujahr in Betrieb nehmen. «Voraussetzung ist, dass die nächsten zwei Monate vorwiegend gutes Wetter herrscht», sagt René Koller, Direktor der Bergbahnen Sörenberg. Bei einem ganz frühen Wintereinbruch oder bei einer längeren Schlechtwetterperiode würde es zu einer Verzögerung kommen. Künftig soll die Wintersaison auf dem Rothorn dann bereits im November starten.

Zurück zu den Bauarbeiten: 60 Helikopterflüge braucht es, bis genug Beton für eine Stütze vorhanden ist. In vier bis fünf Minuten sind die Helikopter jeweils wieder zurück bei der Baustelle. Verschwinden sie hinter dem Berg in Richtung Schönenboden, hört man vom Hang unterhalb des Rothorns drei Bagger. Sie sind damit beschäftigt, das Geröll, das für die Errichtung der Betonstützen verschoben wurde, zurück an die richtige Stelle zu bringen. Etwas oberhalb der Bagger sitzt Josef Zihlmann. Er hat früher beim Lift Hundsknubel im Skigebiet Sörenberg gearbeitet. Heute ist er pensioniert – eigentlich. Denn während der Bauarbeiten kümmert er sich um die Wanderer. An jenem Mittwoch lockt es viele Naturliebhaber vom Rothorn auf den Brünig. Zihlmann klärt sie über die Sperrung des Wanderwegs auf, zeigt ihnen Alternativen und benachrichtigt die Baggerfahrer. Wenn ein Wanderer den Weg unterhalb der Baustelle passiert, stellen diese kurzzeitig die Arbeiten ein. «Bei diesem Wetter läuft zwar mehr, dafür habe ich eine wunderbare Aussicht.»

Gearbeitet wird auch zwischen Schönenboden und Eisee: Dort werden Beschneiungsanlagen für die Talabfahrt installiert. Dadurch soll diese künftig die ganze Saison geöffnet sein. René Koller: «Das Skigebiet Rothorn ist attraktiv und von der Höhe her besser geeignet für eine durchgehende Beschneiung als das Gebiet Sörenberg Dorf.» Der Ausbau sei zentral für die Zukunft der Bergbahnen. «Wir investieren in ein höher gelegenes Skigebiet. Dies bringt bezüglich Klimaerwärmung klar Vorteile mit sich.» Zur ersten Etappe des Ausbauprojekts (siehe Kasten) gehört auch die Verlegung des abgebauten Skilifts Eisee nach Schönenboden. So ist es künftig möglich, vom einen ins andere Skigebiet zu wechseln, ohne die Ski abzuziehen.

Per Helikopter wird der Beton für die Stützen des neuen 4er-Sessellifts aufs Brienzer Rothorn gebracht. (Bild: Dominik Wunderli (4. Oktober 2017))

Per Helikopter wird der Beton für die Stützen des neuen 4er-Sessellifts aufs Brienzer Rothorn gebracht. (Bild: Dominik Wunderli (4. Oktober 2017))

Ein Überblick über die geplanten Bauarbeiten. (Bild: Bergbahnen Sörenberg/mlu)

Ein Überblick über die geplanten Bauarbeiten. (Bild: Bergbahnen Sörenberg/mlu)

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