SÖRENBERG: «Grösster Brocken» bald aus dem Weg?

Der Ausbau des Skigebiets verzögert sich weiter. Eine wichtige Einigung steht laut den Bergbahnen Sörenberg aber kurz bevor.

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Das Skigebiet Sörenberg. (Bild: Archiv Neue LZ)

Das Skigebiet Sörenberg. (Bild: Archiv Neue LZ)

Baustart ist frühestens im Herbst 2015. Das hiess es vor einem Jahr, als sich die Bergbahnen Sörenberg mit den Einsprachen auseinandersetzten. Gegen das 35-Millionen-Franken-Projekt, das die Zusammenlegung der beiden Skigebiete Sörenberg und Rothorn vorsieht (siehe Kasten), hatten sich acht verschiedene Parteien zur Wehr gesetzt. Nun, im Herbst 2015, ist klar: Gebaut wird auch in diesem Jahr nicht. Fredy Portmann, der Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Sörenberg AG, erklärt weshalb und nennt dabei drei Etappen, die man in den nächsten Wochen erfolgreich zu passieren hoffe.

  • Einsprache Transitgas AG. Die Betreiberin eines Erdgas-Transportsystems aus Wolhusen hat Einsprache gegen das Projekt eingelegt. Der Grund: Die neue Bahn überquert deren Erdgasleitung. «Wie oft fährt die Bahn pro Tag, wie viele Personen werden transportiert? Es geht um die Berechnung von Frequenzen», berichtet Portmann und betont: «Das alles ist sehr komplex, die Erstellung mehrerer Gutachten war nötig.» Mittlerweile habe man sich zwar einigen können und es würden nur noch Unterschriften fehlen. Ein Termin, der allen involvierten Stellen passe, sei aber nicht leicht zu finden und stehe noch nicht fest. Für Portmann ist dabei klar: «Diese Einsprache ist der grösste Brocken, den wir aus dem Weg zu räumen haben.»
  • Weitere Einsprachen. Aufgrund der absehbaren Einigung mit der Transitgas AG beschäftigte man sich nun auch wieder konkreter mit den restlichen Einsprachen. Dazu zählen Pro Natura, WWF, der Innerschweizer Heimatschutz und die Brienz-Rothorn-Bahn. «Sicher ginge es nun schneller, wenn wir bereits davor auch an diesen Einsprachen gearbeitet hätten. Da wir aber nicht wussten, ob das Projekt realisierbar ist, haben wir diese Verhandlungen vorerst ruhen lassen», erklärt Portmann. Hauptthemen seien hier der Bau des neuen Bergrestaurants auf dem Rothorn und die künftige Verwendung der Anlagen der beiden aktuellen Restaurants.
  • Finanzierung. Aufgrund der Verzögerung sind die Aufwendungen von 35 auf 36 Millionen Franken erhöht worden. 9 Millionen bringen die Bergbahnen Sörenberg mit Eigenmitteln auf. 21 Millionen sollen von einem Bankenkonsortium fremdfinanziert werden. «Hier haben wir sehr gute Lösungsansätze gefunden, daran sollte es nicht scheitern», so Portmann. Bleibt ein Restbetrag von 6 Millionen Franken, um den man die öffentliche Hand schon im August 2013 in Form eines Darlehens gebeten hat. Vor kurzem beantragte der Regierungsrat beim Kantonsrat einen Sonderkredit in dieser Höhe für die Bergbahnen Sörenberg AG – aufgeschlüsselt in ein zinsloses Darlehen über 1,8 Millionen Franken und eine Bürgschaft von 4,2 Millionen Franken.

Schwierig ohne Kantonsgelder

Ist das im Sinne von Portmann? «Hierzu möchte ich mich nicht äussern», sagt er und verweist auf eine Sitzung von Anfang November mit Regierungsrat Robert Küng und Sven-Erik Zeidler, dem Leiter der kantonalen Dienststelle Raum und Wirtschaft (rawi). Unbestritten aber ist: «Ohne die Hilfe des Kantons ist die Finanzierung unseres Projekts nicht gesichert.» Der Entwurf des Sonderkredits kommt voraussichtlich Ende November ins Parlament. Wann letztlich mit den verschiedenen Baubewilligungen von Bund, Kanton und der Gemeinde Flühli gerechnet werden kann, weiss Portmann nicht. «Wir sind vorsichtig geworden mit der Zeitplanung. Wir sind zwar weiterhin optimistisch, aber bis Ende Jahr stehen noch zu grosse Baustellen an.» Ein weiteres Jahr dürfte es aber noch mindestens dauern, bis die Neuerschliessung der beiden Skigebiete in die Tat umgesetzt werden kann.

Stephan Santschi