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SÖRENBERG: Neue Seilbahn «ist zwingend»

Statt 36 sollen vorerst nur gut 10 Millionen Franken ins Skigebiet Brienzer Rothorn gesteckt werden. Der Entscheid stösst in der Region auf Verständnis, soll aber keine Trägheit nach sich ziehen.
Evelyne Fischer
Die "alte" Seilbahn. (Bild: NEUE LZ/BRUNO A. ARNOLD)

Die "alte" Seilbahn. (Bild: NEUE LZ/BRUNO A. ARNOLD)

36 Millionen Franken wollte die Bergbahnen Sörenberg AG in den Ausbau des Skibetriebs am Brienzer Rothorn investieren. Geplant waren unter anderem eine neue 8er-Gondelbahn, ein neues Restaurant und zwei neue Sessellifte im Gebiet Eisee und Witenlauenen. Das Projekt schien zuletzt einem Seiltanz gleich. Zahlreiche Einsprachen machten das Unterfangen mehr und mehr zu einem Balanceakt. Mit der Sistierung des Projekts retteten sich die Bahnen nun vor dem Fall (Ausgabe von gestern).

Um eine Einigung mit den Einsprechern zu erzielen, hätten alle Infrastrukturen überarbeitet und besser ins Landschaftsbild integriert werden müssen. Auch dem von Naturschützern geforderten Abriss des alten Gipfelrestaurants hätten die Bergbahnen stattgeben müssen. Die Konsequenz: Mehrkosten von 7 bis 8 Millionen. «Das wäre für das Unternehmen nicht zumutbar gewesen», sagt Verwaltungsratsmitglied Theo Schnider.

«Weniger Ausstrahlungskraft»

Die nun abgespeckte, gut 10 Millionen teure Variante sieht vor, den 2er-Lift im Gebiet Eisee durch einen 4er-Sessellift zu ersetzen. Der parallel dazu verlaufende Skilift soll nach Schönenboden ins Tal verlegt werden und die Verbindung nach Sörenberg schaffen. «Wir überlegen uns zudem, den Wechsel von einem Gebiet ins andere mit einem zusätzlichen Skilift in der gleichen Geländekammer zu vereinfachen», sagt Schnider. Diese Investitionen hätten zwar «weniger Ausstrahlungskraft» als die ursprünglichen, seien aber für Sörenberg ausserordentlich wichtig. «Auf die Gästezahlen und das Stellenangebot wird sich die Projektreduktion kaum negativ auswirken.»

«Schritt in die richtige Richtung»

Von der markanten Planänderung erfuhr Sörenberg Flühli Tourismus offiziell am Donnerstag. «Die Sistierung des Projekts ist ein harter Schlag für die Tourismusregion», sagt Tourismusdirektorin Carolina Rüegg. «Der Ausbau des Skigebiets wäre extrem wichtig gewesen, für Sörenberg, für den Wintersportort, ja für den ganzen Kanton Luzern.» Als «Verfechterin dieser Vision» finde sie es «rüüdig schade, dass diese nun nicht realisiert wird. Aus unternehmerischer Sicht kann ich den Entscheid allerdings nachvollziehen», sagt Rüegg. «Dass die Bergbahnen Sörenberg AG nun eine abgespeckte Variante weiterverfolgt, zeigt, dass sich das Unternehmen seiner Verantwortung bewusst ist. Ich hoffe, dass dies auch die investierenden Banken und der Kanton goutieren.» Der Verbindungsskilift «ist ein Schritt in die richtige Richtung». Allerdings profitiere davon nur der Wintertourismus. «Der ganze Ausbau hätte uns mehr Sommergäste garantiert.» Der nun ausbleibende Anstieg lasse sich aber nicht beziffern. Für Rüegg ist klar: «Oberstes Ziel muss es sein, das Skigebiet langfristig zu sichern. Und dafür braucht es in den nächsten Jahren zwingend eine neue Gondelbahn zwischen Sörenberg und dem Brienzer Rothorn. Die Entwicklung der Schneelagen lässt uns gar keine andere Wahl.»

Restaurantpläne gaben zu reden

Gleich sieht dies Sabine Wermelinger, Gemeindepräsidentin von Flühli-Sörenberg: «Der Marschhalt gibt dem Unternehmen Zeit, durchzuatmen. Dennoch besteht aufgrund des Alters der Anlagen Handlungsbedarf. Die Bergbahnen sind als grosser Arbeitgeber in der Region sehr wichtig für uns.» Auch Wermelinger zeigt Verständnis für die Sistierung. «Der Gemeinderat hatte Kenntnis von den Einsprachen und den steigenden Kosten. Wenn sich zeigt, dass sich diese nicht stemmen lassen, ist es richtig, über die Bücher zu gehen und nach einer pragmatischen Lösung zu suchen.» Dies sei geschehen. «Mit dem Ersatz des 2er-Sessellifts beim Eisee und neuen Beschneiungsanlagen werden die dringlichsten Investitionen getätigt.» Mit der Verbindung von Sörenberg und Rothorn mittels Skilift werde das Skigebiet aufgewertet. «Die Bevölkerung von Flühli-Sörenberg ist nicht unglücklich darüber, dass vorerst das bestehende Panoramarestaurant weitergeführt wird. Die neue Positionierung unterhalb des Gipfels entlang der Flanke sorgte aufgrund der «zweitbesten» Aussicht und der hohen Kosten für Diskussionen.»

Die Bergbahnen Sörenberg AG will nun als Erstes die vorgesehenen Massnahmen planen, im Detail bewilligungsfähig machen «und möglichst rasch umsetzen», sagt Verwaltungsratsmitglied Theo Schnider. «Ein grösserer Teil der benötigten gut 10 Millionen soll aus Eigenmitteln bestehen. Für den Rest suchen wir das Gespräch mit Bank­instituten und anderen Partnern. Die Finanzierung ist sicher nicht problematisch.» Für den ursprünglich geplanten Ausbau wollten vier Banken 21 Millionen Franken beisteuern.

Kantonsgelder bleiben bestehen

Nicht verloren ist das Geld, das der Kantonsrat den Bergbahnen zugesichert hat: ein Darlehen aus Mitteln der Neuen Regionalpolitik über 1,8 Millionen Franken und eine Bürgschaft in der Höhe von 4,2 Millionen. «Die gesprochenen Gelder beziehen sich auf das Gesamtprojekt im Umfang von 36 Millionen Franken. Dieses wird weiterverfolgt, soll nun aber schrittweise umgesetzt werden. Wenn eine Baubewilligung vorliegt, werden Bürgschaft und Darlehen ausgelöst», teilt Regierungsrat Robert Küng mit. «Eine politische Neubeurteilung des Beitrags braucht es erst, wenn Teile des Gesamtprojekts nicht realisiert werden.» Und mit Blick auf die klamme Staatskasse sagt Küng: Da die Sörenberger Gelder zweckgebunden seien, habe die Etappierung «keinen Einfluss auf die aktuelle Finanzlage des Kantons».

Evelyne Fischer

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