SÖRENBERG: Polizei verärgert friedliche Autobastler

Das Tuningtreffen wird heuer nicht durchgeführt. Die Kantonspolizei sei schuld, sagen die Organisatoren.

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Luzerner Autobastler fühlen sich von den Kontrollen der Polizei schikaniert. (Karikatur Jals/Neue LZ)

Luzerner Autobastler fühlen sich von den Kontrollen der Polizei schikaniert. (Karikatur Jals/Neue LZ)

«Die Polizei hat unser Fest vermasselt», ärgert sich Erich Gilli, Präsident des Tuning-Clubs Flash in Entlebuch. 

Ein Grossaufgebot der Kantonspolizei und Personal des Strassenverkehrsamtes haben letztes Jahr die aufgemotzten Boliden am Tuningfest in Sörenberg akribisch überprüft. 

Dies geschah auf den zwei einzigen Zufahrtsstrassen zum Festgelände. Mängel und unerlaubte Teile seien auf Biegen oder Brechen gesucht worden, findet der gesamte Club-Vorstand. Gilli: «Die Aussteller und wir Organisatoren wurden schikaniert.»

Immer weniger getunte Boliden
Aufgrund der Kontrollen hätten etliche Personen das Interesse verloren, am Tuningtreffen ihr Gefährt zu zeigen. 2006 fuhren noch über 400 aufwändig getunte Boliden nach Sörenberg. Ein Jahr später schrumpfte die Zahl auf die Hälfte. Heuer blieb das Fest ganz aus. 

«Die Zahlen haben sich so drastisch verschlechtert, dass wir einen Verlust verzeichnen mussten», sagt Gilli. Und für den Präsidenten ist klar, wer Schuld daran hat  die Kantonspolizei Luzern. «Es sieht so aus, als wollte die Polizei uns extra hart in die Mangel nehmen, um uns zu schaden», so der Vereinspräsident.

«Ein Fan kennt die Regeln»
Die Beschuldigung weist Franz-Xaver Zemp, Chef Fachbereich Verkehr der Kantonspolizei Luzern, von sich. «Wir führen bei jedem Motorfahrzeugtreffen Kontrollen durch», sagt er. «Das ist Teil unserer Aufgabe. Die Bevölkerung erwartet das von uns.» 

Die Polizei habe nichts gegen die Tuninggemeinschaft. Auch wolle sie nicht gegen die Veranstalter vorgehen. Aber: «Ein richtiger Fan kennt die Regeln», sagt Zemp. Beim Tuningtreffen in Sörenberg sei eine aussergewöhnliche Zahl von Verstössen festgestellt worden. In nur dreieinhalb Stunden wurden 18 Fahrzeuglenker verzeigt. «Das entspricht fast 100 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge», sagt Zemp. Bei normalen Strassenkontrollen liege die Quote bei 10 bis 15 Prozent. 

«Rigoros» abgesperrt

 «Es ging einzig und allein darum, die Autotuner zu schikanieren», ist Erich Gilli überzeugt. An anderen Festen, wo oft Alkohol im Spiel sei, würden die Besucher nicht vor dem Festgelände abgefangen. Ein Vorstandsmitglied des Tuning-Clubs Flash habe sogar gehört, wie ein Polizist zum andern sagte: «Den nächsten nehmen wir auch raus. Wir werden schon was finden.»

Harry Tresch

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.