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SÖRENBERG: Vier Einsprachen gegen Bergbahn-Projekt

Vier Einsprachen sind in Luzern und Obwalden gegen das Ausbauprojekt im Skigebiet eingegangen. Der Verwaltungsrat der Bergbahnen erwartet aber «kaum unlösbare Schwierigkeiten» – aus mehreren Gründen.
Cyril Aregger
Gondeln der Bergbahnen Sörenberg. (Bild: Dominik Wunderli)

Gondeln der Bergbahnen Sörenberg. (Bild: Dominik Wunderli)

Cyril Aregger

cyril.aregger@luzernerzeitung.ch

Gegen das Projekt der Bergbahnen Sörenberg AG sind vier Einsprachen eingegangen. In Luzern haben die Naturschutzverbände Pro Natura, WWF und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz gemeinsam, die BKW Energie AG sowie eine Privatperson vom Einspracherecht Gebrauch gemacht. Die Umweltschutzverbände haben zusätzlich auch in Giswil Einsprache eingelegt. Auf dem Gebiet der Obwaldner Gemeinde liegt der Grossteil des Skigebiets Eisee am Rothorn. Dort wird der Zweier-Sessellift durch einen Vierer-Sessellift ersetzt, der bestehende Skilift wird abgebaut und bei der Talstation der Rothorn-Seilbahn wieder aufgebaut. So entsteht eine Verbindung zwischen den Skigebieten Rothorn und Sörenberg Dorf (Ausgabe vom 8. Februar). Zudem erhalten das Gebiet Eisee und die Abfahrt nach Schönenboden eine Beschneiungsanlage, und Pistenführungen werden geändert. Das Projekt soll rund 11 Millionen Franken kosten. Ein deutlich grösseres Vorhaben wurde im Sommer 2016 gestoppt, weil es wegen Einsprachen zu teuer wurde.

Die Naturschutzorganisationen verlangen mit ihren Einsprachen ausreichende Ersatzmassnahmen für die geplanten Eingriffe in die Natur. Besonders auf Obwaldner Seite gebe es Eingriffe in die Landschaft, die besser kompensiert werden müssten, sagt Marc Germann, Geschäftsführer von WWF Unterwalden.

Ein Auge haben die Verbände auch auf den Wildschutz geworfen: «Die neue Piste führt sehr nahe an einer neuen Ruhezone vorbei. Deren Schutz muss gewährleistet sein», sagt Germann. Weiter verlangen die Verbände, dass auf dem Berg nur ein Restaurationsbetrieb eine Erlaubnis erhält. Derzeit gibt es auf Luzerner und Obwaldner Boden deren zwei: das Gipfelrestaurant Rothorn und das Berghaus Eisee. «Im vorherigen, grossen Projekt der Bergbahnen Sörenberg war nur noch ein Restaurant vorgesehen», erklärt Marc Germann. «Nun soll beim Eisee noch ausgebaut werden. Doch mehr und grössere Restaurants bedeuten auch mehr Verbauungen. Und dagegen wehren wir uns.»

Dazu erklärt Theo Schnider, Verwaltungsratsmitglied der Bergbahnen Sörenberg: «Ein Ausbau beim Restaurant Eisee ist nicht vorgesehen. Es gibt einzig Änderungen an der Fassade, weil wir die Talstation des neuen Sessellifts dem Restaurant vorlagern.» Mittelfristig sei es auch das Ziel der Bergbahnen, nur noch ein Restaurant zu betreiben: «Das wird zum Thema, wenn wir die aktuelle Seilbahn ersetzen, deren Konzession 2021 ausläuft.»

Auch der Erledigung der übrigen Einsprachen der Naturschutzverbände schaut er zu­versichtlich entgegen: «Beim Wildschutz sind wir schon seit Jahren aktiv, die Ruhezonen sind in allen Drucksachen und auf ­Tafeln vermerkt. Zudem machen unsere Mitarbeiter die Gäste darauf aufmerksam.»

Privater Einsprecher fordert Mitsprache

Bei der Einsprache der BKW handelt es sich um ein Standardprozedere, weil die Talstation des neuen Skilifts bei der Talstation der Luftseilbahn näher als fünf Meter an eine Starkstromleitung herankommt. Damit trotzdem gebaut werden kann, muss das Eidgenössische Starkstrominspektorat eine Genehmigung erteilen. Mit dem privaten Einsprecher sei man im Gespräch, sagt Theo Schnider. «Dem Grundbesitzer geht es darum, dass er beim Bau mitreden darf. Zum Beispiel bei der Verlegung der Leitungen für die Beschneiungsanlage.»

Laut Schnider werden auch noch Stellungnahmen von den Bundesämtern im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens oder der kantonalen Ämter dazukommen, die dann als Auflagen in die Plangenehmigung oder in die Baubewilligung aufgenommen werden. Die meisten Pläne seien schon 2010 begutachtet worden, und das Projekt Sesselbahn Eisee sei ein klassischer Ersatzbau. Schnider: «Wir erwarten deshalb kaum unlösbare Schwierigkeiten.»

Und zu den Einsprachen: «Diese nehmen wir selbstverständlich sehr ernst, und wir versuchen die Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Probleme lassen sich nur sehr selten durch Tauziehen lösen. Die Probleme sind gemeinsam lösbar, das sehe ich positiv.» Das bestätigt auch Marc Germann vom WWF: «Das Projekt ist deutlich kleiner als das vorherige. Die Chancen auf eine Einigung stehen gut.» Die Bergbahnen wollen noch vor Ostern mit den Einsprechern in Kontakt treten, um erste Gespräche zu führen.

Die geplanten Investitionen und Veränderungen des reduzierten Projekts in Sörenberg.

Die geplanten Investitionen und Veränderungen des reduzierten Projekts in Sörenberg.

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