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Solariumverbot für Jugendliche: Tanning Studio hofft auf mehr Kundschaft

Ab dem 1. Juni gelten für Solarien neue Regeln. Unter 18-Jährige dürfen sich künftig nur noch in der Natur sonnen. Kleinere Unternehmen sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Profitieren könnten andere, die ihr Geld mit der künstlichen Bräune verdienen.
Roseline Troxler
Künstliche Bräune erst ab 18: Diesen Aspekt der neuen Verordnung begrüssen Luzerner Betreiber. (Bild: Getty/Nicholas Eveleigh)

Künstliche Bräune erst ab 18: Diesen Aspekt der neuen Verordnung begrüssen Luzerner Betreiber. (Bild: Getty/Nicholas Eveleigh)

Schon etwas vorgebräunt in die Badesaison starten. Oder das ganze Jahr hindurch einen braunen Teint vorweisen. Möglich machts der Gang ins Solarium. Doch Sonnenstudios bedeuten auch ein Risiko für die Haut – gerade bei Jugendlichen. Wer sich übermässig UV-Strahlung aussetzt, riskiert insbesondere ein erhöhtes Krebsrisiko.

Für einen besseren Schutz vor gefährlicher Strahlung hat der Bundesrat eine Verordnung verabschiedet. Dieses beinhaltet ein Verbot zur Nutzung eines Solariums für unter 18-Jährige. Betreiber künstlicher Sonnen werden ausserdem verpflichtet, Risikogruppen aufzuklären, dass diese «unter keinen Umständen ein Solarium benutzen dürfen». Auch über Gefahren und Massnahmen zu deren Minimierung müssen die Betreiber ab dem 1. Juni genauer informieren. Weiter gibt es Änderungen bei technischen Vorschriften: Bei unbedienten Solarien darf nur noch der UV-Typ 3 zum Einsatz kommen, der einen geringeren Anteil an gefährlichen UVB Strahlen aufweist.

«Das Vertrauen in die Branche wird gestärkt»

Mit der Verordnung können Betreiber durch die Kantone kontrolliert werden. Obwohl die Verordnung per 1. Juni in Kraft tritt, gilt eine Übergangsfrist bis Januar 2022, bis die Nutzung für Minderjährige verboten ist.

Eine Umfrage bei Solariumbetreibern führt zu unterschiedlichen Reaktionen. Marco Tramontano ist von der Solarium Service AG, welche schweizweit diverse Solarien betreibt – so auch in den Gemeinden Luzern, Horw, Ebikon, Emmenbrücke, Emmen, Willisau und Wolhusen. Tramontano sieht die Änderung positiv:

«Dieses Gesetz trägt dazu bei, dass das Vertrauen in die Branche gestärkt wird.»

Es werde gewährleistet, dass alle Geräte in jedem Studio in der Schweiz die gleichen Werte aufweisen und die Kunden wissen, welche Dosis an UV sie bei einem Besuch erhalten. «Dies ist heute nicht so und führt zu Unsicherheiten bei der Auswahl der Bräunungszeit.»

Dass Minderjährigen der Gang ins Sonnenstudio künftig verwehrt wird, tangiere die Betreiber weniger, meint Tramontano. «Es besuchen schon heute praktisch keine Minderjährigen ein Solarium.» Ausserdem verweist er auf die Übergangsfrist bis im Januar 2022. Erst dann müsse gewährleistet werden, dass keine Minderjährigen ein Solarium-Gerät nutzen können. «Daher werden wir in den nächsten Jahren eine technische Lösung erarbeiten.»

Anders tönt es bei kleinen Sonnenstudios. Die Inhaberin eines Sonnenstudios in der Luzerner Agglomeration, welche ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, sagt: «Die Vorschriften bedeuten grosse Investitionen. Das ist für kleine Solarien ein Problem. Ich werde daher meine Türen schliessen.» Die Frau rechnet damit, dass es anderen kleinen Sonnenstudios gleich geht. Befürwortet wird von der Inhaberin hingegen, dass erst Erwachsene ein Solarium besuchen dürfen. «Diese Altersbegrenzung macht Sinn.»

Tanning Studio hofft auf mehr Kundschaft

Einen Vorteil durch das Verbot für unter 18-Jährigen erhofft sich Andrea Lee, welche in Luzern ein Tanning Studio betreibt. Beim Tanning wird ein Wirkstoff auf die Haut gesprüht, welcher sich mit den Aminosäuren der obersten Hautschicht verbindet, wodurch sich eine Bräune entwickelt. Diese Methode kommt ohne UV-Strahlung aus. Diese Methode kennt keine Alterslimite. Andrea Lee sagt: «Wir behandeln auch unter 16-Jährige, wenn sie von einem Erwachsenen begleitet werden.» Lee hofft durch die Anpassung beim Solariumgesetz auf mehr Kundschaft. Bereits heute würden dazu viele Minderjährige zählen: «Einen Andrang verzeichne ich vor allem vor Maturafeiern. Ausserdem kommen Jugendliche vorbei, welche etwa an Tanzvorführungen mitmachen.»

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