Nachgefragt: Soll das Jugendparlament des Kantons Luzern verschoben werden?

Die Organisatoren des Luzerner Jugendparlaments kritisieren, die Kanti Beromünster gebe ihren Schülern für die Session nicht frei. Der Rektor der Kanti, Marco Stössel, hält dagegen. 

Interview: Alexander von Däniken
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Kämpft um Nachwuchs: Das Jugendparlament des Kantons Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 28. Oktober 2016)

Kämpft um Nachwuchs: Das Jugendparlament des Kantons Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 28. Oktober 2016)

Die Organisatoren des Jugendparlaments des Kantons Luzern beklagen, dass immer weniger Kantonsschüler teilnehmen. Marco Stössel, Rektor der Kanti Beromünster (Bild unten), nimmt Stellung.

Marco Stössel, was sagen Sie zum Vorwurf der Organisatoren des Jugendparlaments, die Kanti Beromünster würde ihren Schülern für die Jugendsession keinen Urlaub gewähren?

Marco Stössel, Rektor der Kanti Beromünster. (Bild: PD)

Marco Stössel, Rektor der Kanti Beromünster. (Bild: PD)

Der Vorwurf ist nicht zulässig. Die Schwierigkeiten für die Teilnahme am Luzerner Jugendparlament haben organisatorische Gründe und nichts mit unserer Urlaubspraxis zu tun. Wir sind sehr daran interessiert, dass sich Jugendliche politisch engagieren. In der Woche nach den Herbstferien findet an der Kanti Beromünster allerdings die alljährliche Sonderwoche statt, in der die Schülerinnen und Schüler in externen Projektwochen arbeiten, Sprachaufenthalte und Sozialpraktika absolvieren oder in einer von der Ernst-Schmidheiny-Stiftung, der Zentralschweizerischen Handelskammer und vielen Zentralschweizer Firmen finanzierten Wirtschaftswoche involviert sind. Kurz: Die für das Jugendparlament in Frage kommenden Schülerinnen und Schüler können wir nicht beurlauben, weil sie gar keinen kursorischen Unterricht haben.

Wäre denn ein Besuch des kantonalen Jugendparlaments für Schüler möglich, die nicht in der Abschlussklasse oder in höheren Klassenstufen sind?

Während der Sonderwoche gilt für alle Klassenstufen ein ausserkursorisches Spezialprogramm. Die Problematik der höheren Stufen beziehungsweise der Abschlussklasse ergibt sich daher auch für die Klassen der obligatorischen Schulstufe. Viele Schülerinnen und Schüler sind auswärts in Projektwochen, zum Teil verteilt in der ganzen Schweiz.

Gemäss den Organisatoren des Jugendparlaments haben vor ein paar Jahren durchaus Schüler der Kanti Beromünster an der Session teilgenommen. Seit wann ist dies nicht mehr möglich?

Das Jugendparlament gibt es seit 2014. In der Anfangszeit hat es seine jährliche Session eine Woche später abgehalten. In der zweiten Woche nach den Herbstferien läuft bei uns der Unterricht gemäss Stundenplan, weshalb eine Beurlaubung durch die Schulleitung und die Teilnahme an der Session damals möglich war. Weshalb die Organisatoren den Termin vorverschoben haben, ist uns nicht bekannt.

Offenbar gibt es eine Terminkollision. Würden Sie es begrüssen, wenn das Jugendparlament in einer anderen Woche stattfindet?

Ja, das würden wir sehr begrüssen. Denn wir wollen das politische Denken und Handeln unserer Schülerinnen und Schüler wo immer möglich unterstützen. Ein Termin in der letzten Oktoberwoche oder Anfang November würde unseren Schülerinnen und Schülern die Teilnahme am Jugendparlament erleichtern. Ob jemals ein guter Termin gefunden werden kann, ist jedoch fraglich. Denn es kann sein, dass unsere «Wunsch»-Wochen an anderen Gymnasien mit Sonderprogrammen belegt sind, was dann einfach zu einer Verlagerung der Terminproblematik führen würde. Und das Jugendparlament muss auf die Verfügbarkeit der Räume wie dem Kantonsratssaal Rücksicht nehmen. Sinnvoll wäre, wenn sich die Organisatoren mit den Gymnasien absprechen würden.