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Pro & Contra

Soll der Velotunnel am Bahnhof Luzern ausgebaut werden?

Am 20. Oktober wird über einen Kredit von 1,3 Mio. Franken abgestimmt. Damit soll eine Velo-Rampe am Bahnhof projektiert werden.

Pro

Zum zweiten Mal innert weniger Monate können sich die Stimmberechtigten in der Stadt Luzern zu gewichtigen Ausbauten der Veloinfrastruktur äussern. Ich bin überzeugt: Sie werden ihre konsequente Haltung bestätigen. Die Luzernerinnen und Luzerner setzen auf umwelt- und stadtverträgliche Mobilität. Sie sprachen sich im Mai für das neue Veloparking aus, 2013 für eine autofreie Bahnhofstrasse, 2010 für eine nachhaltige Mobilität.

Dem Velo- und Fussverkehr kommt dabei die zentrale Rolle zu: Er stellt die ideale Verbindung zwischen Bahnhof, Wohn- und Arbeitsort her. Und er stösst kein CO2 aus. Darum wird er in Zukunft noch bedeutender sein. Das Velo ist im städtischen Raum besonders effizient, weil schnell und platzsparend. Ein wenig Raum braucht es aber schon, besonders wenn es rund um den Bahnhof einmal 7000 Abstellplätze bedürfen wird.

Der Velotunnel unter dem Bahnhof besteht bereits, er wird seit Juli als Abstellanlage für 400 Velos genutzt. Der Zugang hingegen ist nicht ideal, das Velo muss mühsam über die Treppe hinauf und hinunter geschoben werden. Das ist nur etwas für fitte Menschen. Und nur für leichte Fahrräder. Für E-Bikes, Velos mit Satteltaschen, Anhänger oder die immer beliebteren Lastenvelos sind die Treppen unüberwindbare Hindernisse.

Darum plant die Stadt eine befahrbare Rampe. Das ist technisch anspruchsvoll und zugegebenermassen kostspielig. Es ist aber eine Investition in die Zukunft. Denn mit dem Durchgangsbahnhof wird die Rampe ab 2040 den Fussgängerinnen und Fussgängern zur Verfügung stehen. Es wird die Rampe brauchen, denn gemäss Planung werden dannzumal doppelt so viele Passagiere den Zug benützen wie heute. Wer einen Kinderwagen schiebt oder im Rollstuhl sitzt, wird auf die hindernisfreie Rampe angewiesen sein. Bis dahin werden die Velofahrenden die Rampe schätzen, um die Abstellplätze zu erreichen.

Patrizia Graf, Vorstand Pro Velo Luzern


Contra

Ökologische, emissionsarme und nachhaltige Projekte zu gestalten, scheint ein Fremdwort für all jene zu sein, welche eine provisorische Velorampe für rund 8,7 Millionen Franken aus Bequemlichkeit als Zugang zu dem alten Posttunnel bauen möchten. Dabei geht es in der Abstimmung nicht um die Nutzung des existierenden Posttunnels, welcher bei Realisierung des Durchgangsbahnhofes abgerissen werden muss, sondern einzig um dessen Zufahrt, welche man mit bestehendem Lift und Anpassungsarbeiten für wenige hunderttausend Franken machen könnte.

Die teure Rampe macht grosse Bauarbeiten nötig, bei welcher die Zentralstrasse aufgerissen werden muss, was während Monaten Verkehrsprobleme und Emissionen auslöst. Dass in der Habsburgerstrasse 130 Veloparkplätze, vier Motorrad- und vier Autoparkplätze zum Opfer fallen, da Fläche für die Rampe gebraucht wird, wird genauso akzeptiert wie die Tatsache, dass für ein Provisorium tonnenweise Beton verlocht wird. Ökologie sieht anders aus. Offensichtlich soll es nicht zumutbar sein, am Eingang abzusteigen und das Velo mittels Schieberampe in die Station zu stossen. Auch Zusagen, dass die gewünschte Rampe als Vorinvestition als Zugang zum Bahnhof genutzt werden könnte, gibt es logischerweise nicht. Niemand plant ein derart wichtiges Projekt wie den Durchgangsbahnhof und nimmt dabei Rücksicht auf eine Rampe, welche die Befürworter für ihre Bequemlichkeit teuer realisieren möchten. Es ist wichtig, dass mit vernünftigen Massnahmen, welche nachhaltig sind, der Veloverkehr auch künftig gefördert wird. Allerdings sind Lösungen, wie sie von einer Mehrheit im Stadtparlament sowie dem Stadtrat präsentiert werden, weder sinnvoll, wirtschaftlich und schon gar nicht ökologisch.

Auch als Nationalratskandidat wehre ich mich gegen Ideologien, bei welchen die Verhältnisse der Kosten zu dem Nutzen nicht stimmen.

Dieter Haller, Präsident SVP Stadt Luzern

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