SONNENBERG: Viel Geld für ungenutzte Zellen verlocht

Kanton und Stadt haben vor fünf Jahren die Arrestzellen im Sonnenberg ausgebaut. Gebraucht wurden sie noch nie.

Luzia Mattmann
Drucken
Teilen
Bis auf die symbolischen Schaufensterpuppen wurden die Räume noch nicht «bevölkert». (Archivbild Boris Bürgisser / Neue LZ)

Bis auf die symbolischen Schaufensterpuppen wurden die Räume noch nicht «bevölkert». (Archivbild Boris Bürgisser / Neue LZ)

280 000 Franken kostete der Ausbau der Arrestzellen in der Zivilschutzanlage Sonnenberg. Die Kosten für die neu maximal 350 Arrestplätze haben sich Kanton und Stadt Luzern geteilt. Seit ihrem Bau im Sommer 2008 waren die Zellen allerdings noch nie in Betrieb, wie das Justiz- und Sicherheitsdepartement bestätigt.

14 500 Franken Miete pro Jahr

Trotzdem sei die Investition nötig gewesen, sagt Erwin Rast vom Justiz- und Sicherheitsdepartement. «In der Vergangenheit gab es etliche Veranstaltungen – darunter etwa die Gedenkfeiern für die Schlacht von Sempach –, bei denen nicht restlos ausgeschlossen war, dass es zu Gewalttätigkeiten kommen könnte», sagt Rast. «Denkbar wäre die Inbetriebnahme der Anlage auch bei Ausschreitungen im Fussball. Ohne die Arrestzellen im Sonnenberg wäre ein ausserordentliches Ereignis mit mehr als 30 Festnahmen nicht zu bewältigen.» Auch bei einem Brand im Gefängnis Grosshof in Kriens, wenn rasch eine zwischenzeitliche Bleibe für eine grössere Zahl von Häftlingen benötigt würde, könnten die Zellen genutzt werden.

Die Luzerner Polizei zahlt der Stadt jährlich 14 500 Franken Miete für die Arrestzellen. Zudem muss sie 500 Franken pro Tag zahlen, wenn die Zellen in Betrieb genommen werden.