SONNENBLUMEN: Sie ernten Felder voller Sonnen

Zehn Landwirte rund um ­Sursee säen pro Saison meh­rere Millionen Sonnenblumen. Aus diesen wird allerdings kein Öl gewonnen.

Susanne Balli
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Auf drei Feldern hat Landwirt Cyriak Schnyder (links) aus St. Erhard Sonnenblumen angepflanzt. Michaela Hrebickova und Halil Maliqi helfen ihm bei der Ernte. (Bild Nadia Schärli)

Auf drei Feldern hat Landwirt Cyriak Schnyder (links) aus St. Erhard Sonnenblumen angepflanzt. Michaela Hrebickova und Halil Maliqi helfen ihm bei der Ernte. (Bild Nadia Schärli)

Sonnenblumen stehen für Sommer, Wärme und Zuversicht. Kein Wunder, sind die tiefgelben Blumen bei Kunden beliebt. Dies hat Biogärtner Emanuel Zimmermann aus Horw bereits vor über 15 Jahren erkannt. In seiner Gärtnerei produziert er biologische Schnittblumen und verkauft sie an Grosshändler und Grossverteiler in der ganzen Schweiz. Die Sonnenblumen lässt er von zehn Landwirten aus der Region Sursee anbauen. Derzeit herrscht auf den Sonnenblumenfeldern von Landwirt Cyriak Schnyder (51) in St. Erhard bei Knutwil Hochbetrieb. Täglich werden auf seinen drei Sonnenblumenfeldern auf einer Fläche von 5 bis 6 Hektaren frische Sonnenblumen geschnitten.

Coop als Hauptabnehmer

Für die Ernte ist Zimmermanns Gärtnerei zuständig. Täglich ernten zwölf Helfer im Schnitt 20 000 Sonnenblumen. Diese werden sogleich in Behälter mit Wasser gestellt und anschliessend in der Scheune von Cyriak Schnyder zugeschnitten, verpackt und mit Strichcodes versehen. Hauptabnehmer der Sonnenblumen ist Coop, der fünf Stück für 9.95 Franken verkauft. Die gelben Bioblumen aus dem Kanton Luzern landen in Coop-Läden in der ganzen Schweiz.

Die grossen Sonnenblumen kommen bei den Kunden sehr gut an. «Es ist einfach die schönste Blume im Sommer. Sie lacht einen an», sagt Zimmermann. Zudem brauche es für die Produktion nur wenig Energie. Dadurch sei die Sonnenblume saisongerecht und nachhaltig. «Dieses Jahr gibt es wohl einen Rekordabsatz.» Dafür muss aber auch das Wetter mitspielen. Die Sonnenblumen können nur bei trockener Witterung abgeschnitten werden, da Regen die Blütenblätter beschädigt. Geerntet wird nach Möglichkeit täglich bis zum ersten Frost. Einen Tag nach dem Schnitt sind die Blumen bereits im Verkauf.

Sonnenblumen machen sich auch gut in Gebinden mit anderen Blumen. In seiner Biogärtnerei Oberwil in Horw pflanzt Emanuel Zimmermann diverse Blumensorten an. Acht bis zwölf Floristinnen machen täglich gemischte Blumengestecke. Bei den Schnitt-Sonnenblumen handelt es sich um eine besondere Sorte. «Sie weisen kleinere Köpfe auf als Sonnenblumen für die Ölgewinnung (siehe Kasten). Zudem sind sie pollenarm, damit aus den Blumensträussen keine gelben Pollen fallen», sagt der Gärtner.

Mit 5000 Blumen begonnen

Die Erfolgsgeschichte mit Zimmermanns Sonnenblumen begann 1999. «Damals habe ich in meiner Gärtnerei 500 Sonnenblumen gesät. Diese sind so gut gewachsen, dass ich gleich wusste, dass ich mehr Sonnenblumen pflanzen will.» So suchte Zimmermann Landwirte, die für ihn die gelben Blumen anbauen, und er wurde fündig. «Bereits ein Jahr darauf haben wir 500 000 Sonnenblumen gepflanzt und Coop als Abnehmer gewonnen.» Die zwei darauffolgenden Jahre hatte Zimmermann aber nicht viel Glück. Zuerst Wind und ein Jahr später Hagel machten einen grossen Teil der Sonnenblumen kaputt. Doch der Gärtner gab nicht auf. Mittlerweile säen die am Projekt beteiligten Landwirte mehrere Millionen Sonnenblumen für ihn.

Landwirt Cyriak Schnyders Arbeit mit den Sonnenblumen beginnt im Frühjahr mit dem Säen, damit bis zirka Ende September täglich Sonnenblumen geerntet werden können. Er arbeitet in einer Betriebsgemeinschaft mit vier Mitgliederbetrieben. «Unser Haupterwerb ist die Milchwirtschaft. Wir bauen Gras und Mais für die Kühe an und im Rahmen der Fruchtfolge Brotweizen und eben Sonnenblumen», erklärt Schnyder. Generell bevorzugen Sonnenblumen relativ trockene und warme Verhältnisse sowie nährstoffreiche Böden.