SOZIALES: 140 Millionen Franken für 2800 Platzierungen

Die kantonale Kommission für soziale Einrichtungen (Koseg) legt ihren ersten Jahresbericht vor. Damit gibt es erstmals detaillierte Zahlen und Informationen im Bereich der sozialen Einrichtungen und ihren Bewohner.

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Irmgard Dürmüller Kohler, Präsidentin der Koseg. (Eveline Bachmann/Neue LZ)

Irmgard Dürmüller Kohler, Präsidentin der Koseg. (Eveline Bachmann/Neue LZ)

Aufgrund der neuen Finanz- und Aufgabenverteilung NFA fallen dem Kanton bedeutende neue Aufgaben zu, so auch beim Bau und Betrieb von Institutionen für Menschen mit Behinderung, wie die Staatskanzlei Luzern mitteilt. Gleichzeitig mit der NFA wurde innerhalb des Kantons die Finanzierung der sozialen Einrichtungen mit dem Gesetz über soziale Einrichtungen (Seg) neu geregelt. Wichtige operative Entscheide im Bereich der sozialen Einrichtungen trifft seither die im SEG geschaffene und durch den Regierungsrat gewählte Kommission für soziale Einrichtungen (Koseg).

Breites Aufgabenspektrum
Die Kommission entscheidet über die Anerkennung sozialer Einrichtungen im Kanton, erteilt ihnen Leistungsaufträge und entscheidet auch über grosse Investitionen. Sie wird auch Stellung nehmen zum Planungsbericht über die Angebote an sozialen Einrichtungen, zu Verordnungsänderungen etc. Sie bearbeitet ein breites Spektrum von Aufgaben und befasst sich mit den sehr unterschiedlichen sozialen Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen sowie im suchttherapeutischen Bereich.

Um den laufenden Betrieb nicht zu gefährden, wurde allen bestehenden 33 Einrichtungen im Kanton mit einem auf vier Jahre befristeten Leistungsauftrag die Anerkennung gemäss Gesetz über soziale Einrichtungen SEG erteilt. Mit allen Einrichtungen mussten jedoch detaillierte Leistungsvereinbarungen ausgehandelt und abgeschlossen werden. Den Budgetverhandlungen und -vereinbarungen gingen Qualitätsgespräche voraus.

Angebot als qualitativ gut eingestuft
Mit der Umsetzung des neuen Gesetzes verfügt der Kanton erstmals über detaillierte Zahlen und Informationen im Bereich der sozialen Einrichtungen und ihrer Bewohner. Inhaltlich darf festgestellt werden, dass das Angebot an Heimplätzen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer Behinderung im Kanton Luzern sehr vielfältig und qualitativ gut ist, wie es weiter heisst. So verfügen wir im Kanton Luzern über 522 Wohn- und Ausbildungsplätze für Kinder (auch Säuglinge) und Jugendliche in unterschiedlichen Einrichtungen. Für Erwachsene mit Behinderung (körperlicher, geistiger, psychischer oder Mehrfachbehinderung) sind insgesamt 983 Wohnplätze und 1118 Werkstatt- und Beschäftigungsplätze vorhanden.

Gestützt auf das Gesetz über soziale Einrichtungen (SEG) leisten Kanton und Gemeinden jährlich Zahlungen von mehr als 140 Millionen Franken für rund 2800 Platzierungen. Darin enthalten sind auch die über 400 Luzernerinnen und Luzern, die in ausserkantonalen Einrichtungen platziert sind.

scd