SOZIALHILFE: Pflegeheim als Armutsfalle

Je älter jemand wird, desto weniger bezieht er Sozialhilfe. Doch bei den über 80-Jährigen zeigt die Kurve wieder steil nach oben.

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Frohe Runde im Betagtenzentrum Wesemlin der Stadt Luzern: (von links) Pflegeheimbewohnerin Lucia Koller (71), ihr Mann und Gast Richard (80) und Max Stalder (89) aus dem Wohnheim. (Bild Philipp Schmidli / Neue LZ)

Frohe Runde im Betagtenzentrum Wesemlin der Stadt Luzern: (von links) Pflegeheimbewohnerin Lucia Koller (71), ihr Mann und Gast Richard (80) und Max Stalder (89) aus dem Wohnheim. (Bild Philipp Schmidli / Neue LZ)

Im Betagtenzentrum Wesemlin in Luzern wohnen derzeit 138 Menschen. Das Durchschnittsalter liegt bei über 87 Jahren. Ein Fünftel der Bewohner bezog im letzten Jahr wirtschaftliche Sozialhilfe. Das ist bezeichnend: Die Statistik zeigt, dass bei Personen über 80 Jahren das Risiko, von der Sozialhilfe abhängig zu sein, deutlich höher ist als bei allen anderen Altersgruppen  - ausgenommen die Kinder bis 17. 

Warum beziehen so viele alte Leute Sozialhilfe? «Bei den über 80-Jährigen nehmen die Pflegeheimeintritte markant zu», erklärt Luzia von Deschwanden von der kantonalen Dienststelle Soziales und Gesellschaft. Und das kommt teuer. Die Senioren gehen immer später ins Pflegeheim und brauchen dann intensive Pflege. Oft übersteigen die Pflegekosten die Mittel der Betagten. Da kommen die Ergänzungsleistungen (EL) zum Zug. Diese werden zu knapp der Hälfte von der Gemeinde und zusätzlich von Bund und Kanton finanziert. Wenn die Ergänzungsleistungen nicht ausreichen, springt die Sozialhilfe ein. 

«Ein Problem»
«Hier hat sich ein Problem aufgebaut», sagt Erwin Arnold, Präsident des kantonalen Sozialvorsteher-Verbandes. «Oft können die Heimtaxen auch mit den Ergänzungsleistungen nicht gedeckt werden. In den meisten Fällen trifft es Personen in der Stadt oder Agglomeration, weil dort die Heimtaxen am höchsten sind.» 

Luzia Mattmann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung