Sozialhilfequote geht zurück - aber langsamer

Im Jahr 2009 wurden im Kanton Luzern rund 7'800 Personen mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt. Das sind rund zwei Prozent der Wohnbevölkerung. Die Sozialhilfequote ist damit gesunken, der Rückgang hat sich aber abgeschwächt.

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Luzerner Sozialhilfequote nach Altersgruppen. (Bild: Lustat Statistik Luzern)

Luzerner Sozialhilfequote nach Altersgruppen. (Bild: Lustat Statistik Luzern)

Weiterhin waren im Jahr 2009 Alleinerziehende und Personen ohne berufliche Qualifikation überdurchschnittlich oft auf Sozialhilfe angewiesen, wie Lustat Statistik Luzern mitteilt. Der Rückgang beläuft sich insgesamt auf 184 Personen im Vergleich zum Jahr 2008. Der vierte Rückgang in Folge verlangsamte sich aber deutlich. Während die Zahl der Unterstützten Personen um 2,3 Prozent abnahm, waren es in der Vorjahren 3,7 respektive 6,7 Prozent.

Finanzielle Notlage bei Trennung oder Scheidung

Mit einer Scheidung oder Trennung steigt die Wahrscheinlichkeit, von Sozialhilfe abhängig zu werden. 8,1 Prozent der geschiedenen Frauen und 5,4 Prozent der geschiedenen Männer bezogen 2009 im Kanton Luzern Unterstützungsleistungen der Sozialhilfe. Bei den Verheirateten waren es 1,2 Prozent. Wie bereits im Vorjahr deckten die Sozialhilfeleistungen im Jahr 2009 rund drei Viertel des Haushaltsbudgets der unterstützten Privathaushalte.

Geringer Qualifizierte häufiger angewiesen

Fehlende berufliche Qualifikationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, auf wirtschaftliche Sozialhilfe angewiesen zu sein, markant. Knapp 50 Prozent der unterstützten erwachsenen Personen verfügten 2009 über keine nachobligatorische Ausbildung. Bei den Schweizerinnen und Schweizern betrug dieser Anteil 40 Prozent, unter den Ausländerinnen und Ausländern 58 Prozent. Die Sozialhilfequote der Ausländer/innen (5,3%) übersteigt jene der Schweizer/innen (1,5%).

Junge öfters betroffen

Luzerner Sozialhilfequote nach Altersgruppen. (Bild: Lustat Statistik Luzern)

Luzerner Sozialhilfequote nach Altersgruppen. (Bild: Lustat Statistik Luzern)

Wenn jungen Erwachsenen der Einstieg ins Berufsleben nicht oder erst verzögert gelingt, kann dies ihre finanzielle Selbstständigkeit gefährden. Die Sozialhilfequote der 18- bis 25-Jährigen ist in Folge der konjunkturellen Lage innert Jahresfrist von 2,4 Prozent auf 2,6 Prozent gestiegen und lag damit deutlich über dem kantonalen Durchschnitt von 2,1 Prozent.

pd/bep