SOZIALMISSBRÄUCHE: Gemeinden wollen sich einen Inspektor teilen

Die Ausgaben für die Sozialhilfe sind in Schweizer Städten zurückgegangen. Trotzdem wird in der Region Luzern der Ruf nach einem Sozialinspektor laut.

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«Machen Sie wieder Stichproben?» (Karikatur Jals/Neue LZ)

«Machen Sie wieder Stichproben?» (Karikatur Jals/Neue LZ)

Einen Sozialinspektor für 18 Gemeinden und die Stadt Luzern? Diese Idee liegt auf dem Tisch der Regionalkonferenz der Sozialvorsteher von Stadt und Agglomeration Luzern. «Längerfristig kommt nur eine regionale Lösung in Frage», sagt Erwin Arnold, Präsident des Sozialvorsteher-Verbandes Kanton Luzern.

Den Bedarf für einen Sozialinspektor, der Missbräuche aufdeckt, melden denn auch immer mehr Luzerner Gemeinden an. Dies, obwohl in der Schweiz die Zahl der Sozialhilfebezüger abgenommen hat. Laut einer vorgestern veröffentlichten Studie der Städteinitiative Sozialpolitik geht hervor: Die Nettokosten der Sozialhilfe 2007 sind im Vergleich zum Vorjahr in acht Schweizer Städten um 11 Prozent zurückgegangen. In der Stadt Luzern betrug der Rückgang gemäss Bericht 4,7 Prozent. Dies entspricht einer Abnahme von 1767 Personen im Jahr 2006 auf 1688 Personen im Jahr 2007.

Vertrauen in Sozialhilfe stärken
Arnold hält einen regionalen Sozialinspektor dennoch für eine gute Ergänzung der Sozialen Dienste in den Luzerner Gemeinden. «Wenn ein Sozialinspektor dazu beiträgt, das Vertrauen in die Sozialhilfe zu stärken, ist das doch eine gute Sache.» Er führt mit Vorbehalt näher aus: «Es wäre wohl vorerst eine 80- bis 100-Prozent-Stelle. Zeigt sich, dass dies nicht reicht, müsste man aufstocken.» Für die Gemeinden sei es schwierig, im Voraus zu klären, wie gross der Bedarf sei. «Wer mitmacht, muss sich dann aber finanziell beteiligen», sagt er.

Susanne Balli