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SOZIALWERK: Fridolin Wyss verlässt Gassenarbeit

Per Ende September gibt Fridolin Wyss die Leitung des Vereins kirchliche Gassenarbeit ab. Er tritt eine neue Stelle im Kanton Solothurn an. Über seine Zeit in Luzern zieht Wyss eine positive Bilanz.
Thomas Heer
Fridolin Wyss, Geschäftsführer des Vereins kirchliche Gassenarbeit (Bild: Herbert Fischer)

Fridolin Wyss, Geschäftsführer des Vereins kirchliche Gassenarbeit (Bild: Herbert Fischer)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins kirchliche Gassenarbeit sind bereits informiert, die Benutzerinnen und Benutzer werden es demnächst erfahren: Fridolin Wyss, seit 2008 Leiter des Vereins kirchliche Gassenarbeit, verlässt die Organisation per Ende September. Was hat den 55-Jährigen zu diesem Schritt bewogen? Wyss sagt: «In meinem Alter habe ich nun noch einmal die Möglichkeit, eine neue Herausforderung anzunehmen.» Zudem, so Wyss weiter, sei die Gassenarbeit heute personell, strukturell und finanziell sehr gut unterwegs.

Wyss wird künftig den Chratten, einen Betrieb der Stiftung Sucht, leiten. Chratten, so nennt sich ein Gebiet in der Solothurner Juragemeinde Beinwil, im sogenannten Schwarzbubenland. In dieser Institution werden einerseits Therapien angeboten, um Suchtbetroffene in ein suchtabstinentes Leben zu führen. Andererseits finden dort stressgeplagte Menschen ein geeignetes Umfeld vor, um wieder zur inneren Ruhe zu finden.

Als Fridolin Wyss, ein studierter Theologe, vor knapp zehn Jahren die Arbeit in Luzern aufnahm, war vieles im Umbruch. Die kantonale Drogenkonferenz entschied damals, den Fixerraum Geissmättli definitiv zu schliessen. Dafür fiel der Beschluss, in den Räumlichkeiten der Gassechuchi am Geissensteinring eine Kontakt- und Anlaufstelle (K + A) zu installieren.

Das Zusammenführen dieser beiden Einrichtungen entpuppte sich für die Verantwortlichen, also vor allem auch für Fridolin Wyss, als grosse Herausforderung. In der Anfangsphase verlief nämlich längst nicht alles reibungslos. Wyss sagt heute: «Seit die Leitung der beiden Einrichtungen vereint wurde, konnten die Probleme ausgeräumt werden.» Seit 2015 steht Franziska Reist der Gassechuchi – K + A vor. In der K + A können Drogen­abhängige in hygienisch einwandfreiem Umfeld ihren mitgebrachten Stoff unter stressfreien Bedingungen konsumieren.

Als die K + A am Geissensteinring aufgebaut wurde, galt es, auch in Sachen Sicherheit neue Wege zu beschreiten. Ein Security-Dienst wurde engagiert, und aufgrund der sehr vielen Nutzerinnen und Nutzer musste das Personal aufgestockt werden. Die dafür erforderliche Finanzierung übernahm der Zweckverband für institutionelle Sozialhilfe und Gesundheitsförderung. Dieser wird vom Kanton und von den Gemeinden alimentiert. Wenn Fridolin Wyss auf seine Tätigkeit in Luzern zurückblickt, fällt natürlich auch der Name von Sepp Riedener. Also jenem Mann, welcher der Gassenarbeit während langer Zeit in der Öffentlichkeit ein Gesicht gab. Wyss sagt: «Die Herausforderung bestand damals darin, die Organisation aus der Pionier- in die Differenzierungsphase zu führen.» Das heisst gemäss Wyss, differenziertere Strukturen aufzubauen.

Zum Verein kirchliche Gassenarbeit gehören neben der Gassechuchi – K + A das Paradiesgässli, ein Angebot für Eltern mit Suchproblemen und ihre Kinder. Hinzu kommen der Schalter 20 – die Einkommensverwaltung und Sozialberatung – und die aufsuchende Sozialarbeit. Zudem ist Franz Zemp als Seelsorger auf der Gasse unterwegs.

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