Späte Erlösung für den FC Luzern dank Christian Schneuwly in der Europa League

Dank einem Last-Minute-Tor von Christian Schneuwly siegt ein enttäuschender FC Luzern gegen Klaksvik.  

Raphael Gutzwiller
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Stefan Knezevic (links) setzt zu einem weiteren Schuss für den FC Luzern an. Simen Raaen stellt sich ihm in den Weg. Bild: Martin Meienberg/Freshfocus (Luzern, 25. Juli 2019)

Stefan Knezevic (links) setzt zu einem weiteren Schuss für den FC Luzern an. Simen Raaen stellt sich ihm in den Weg. Bild: Martin Meienberg/Freshfocus (Luzern, 25. Juli 2019)

Christian Schneuwly strahlte, Torhüter Marius Müller rannte für den Jubel über den ganzen Platz und die Fans in der Kurve fielen sich in die Arme. Als Schneuwly in der 93. Minute den Ball doch noch in das Tor von Gegner Klaksvik schoss, war die Freude so gross, als hätte der FCL endlich eine europäische Runde überstanden. Es war aber lediglich das 1:0 im Hinspiel, das noch lange keine Vorentscheidung in diesem Duell bedeutet. Der erlösende Treffer von Christian Schneuwly zeigte exemplarisch, warum sich der FCL am Donnerstagabend so ungemein schwer tat gegen die wacker kämpfenden Färinger aus Klaksvik. Torhüter Kristin Joensen warf sich gleich zweimal in den Schuss von Marvin Schulz, ehe sich Christian Schneuwly seinen ganzen Frust in den wuchtigen Nachschuss legte und den Ball ins Tor schoss.

Eine spielerisch enttäuschende erste Halbzeit

Es war das Siegtor einer Partie, die der FC Luzern eigentlich längst hätte für sich entscheiden müssen, auch wenn er spielerisch enttäuschte. Insbesondere in der ersten Halbzeit schafften es die Innerschweizer lange nicht, gegen das defensiv kompakte Klaksvik zu dominieren. Thomas Häberli hatte das Team überraschend mächtig durcheinander gewirbelt, unter anderem Blessing Eleke und Francesco Margiotta auf der Bank gelassen. Tsiy Ndenge und Christian Schwegler standen nicht einmal im Aufgebot. Trotz Sieg muss sich Häberli der Kritik stellen, absichtlich auf gute Spieler verzichtet zu haben.   Denn jene Spieler, die die Chance erhielten, konnten insbesondere in der Startphase keine Eigenwerbung betreiben. Gefährlich wurde der FCL lediglich, wenn hohe Bälle in den Strafraum geschlagen wurden. So landete der Ball in Halbzeit 1 zweimal am Aluminium. Zunächst köpfelte Pascal Schürpf den Ball an die Latte (4.), später war es eine abgefälschte Hereingabe von Marvin Schulz, die an den Pfosten flog (18.). Selbstverständlich wäre zu jenem Zeitpunkt das frühe 1:0 verdient gewesen. Weil aber die Effizienz fehlte, mussten sich die Luzerner vor der Pause gar beim starken Marius Müller im Tor bedanken, dass zur Pause noch 0:0 stand.   «Die erste Halbzeit war sehr pomadig», fand auch Trainer Thomas Häberli. «Immerhin konnten wir in der zweiten Hälfte einges verbessern.» Tatsächlich steigerten sich die Luzerner, erhöhte das Tempo. Mehrfach versuchte man es auch aus der zweiten Reihe, immer wieder wurde es dadurch auch gefährlich. Das Spiel erinnerte zunehmend an eine Cuppartie gegen einen unterklassigen Gegner, der alles, was er hat, in jeden Schuss legt. Wie deutlich der Sachverhalt auf dem Rasen der Swisspor-Arena war, zeigt die Eckball-Statistik eindrücklich: 18 für Luzern, 2 für Klaksvik. Nach der Partie freuten sich die Luzerner über den 1:0-Sieg. «Es ist eine bessere Ausgangslage als ein 0:0», stellte Stefan Knezevic fest. Dennoch machten auch die FCL-Spieler nach Spielschluss kein Geheimnis daraus, dass man nicht vollends zufrieden sein kann mit diesem knappen Heimsieg. «Es wäre sicher möglich gewesen, dieses Spiel deutlich höher zu gewinnen», fand Voca. Stattdessen ist der FCL eben nicht bereits nach dem Hinspiel mit einem Bein in der 3. Qualifikationsrunde, wie man sich das aus Innerschweizer Sicht vor der Partie erhoffen konnte. «Ich habe bereits einmal mit der Nationalmannschaft auf den Färöern gespielt», sagt der kosovarische Nationalspieler Voca. «Und ich weiss genau, dass das nächste Woche ein ganz schwieriges Auswärtsspiel wird.»

Harte Prüfung auf den Färöer-Inseln

Für den FC Luzern geht es am nächsten Donnerstag, dem Nationalfeiertag der Schweiz, darum, den Schweizer Fussball gut zu präsentieren. Und gleichzeitig selber endlich einmal für positive Schlagzeilen in Europa zu sorgen. Seit 2010 ist der FC Luzern sechsmal in der Europa-Qualifikationsrunde jeweils beim ersten Duell ausgeschieden. Wenn dies gegen das, bei allem Respekt, bescheidene Team von Klaksvik erneut passieren würde, wäre das äusserst peinlich für den FC Luzern.  

Luzern – KÍ Klaksvík 1:0 (0:0) 6344 Zuschauer.

SR Özhaya. – Tor: 93. Schneuwly 1:0.

Luzern: Müller; Kakabadze, Knezevic, Cirkovic, Sidler; Voca, Schulz, Tia Chef (56. Margiotta), Schneuwly, Schürpf, Demhasaj (56. Eleke).

KÍ Klaksvík: Joensen; Danielsen, Pavlovic, Brinck, Simonsen; Bjartalid (72. Dosljak), Andreasen, Hadzubilic (82. Steinbjorn), Sandmael; Johannsen, Klettskard (66. Grytten).

Bemerkungen: 4. Lattenkopfball Schürpf. 41. Lattenkopfball Klettskaro. 18. Pfostenschuss Schulz. 76. Pfostenschuss Voca. 83. Pfostenschuss Kakabadze.

Das sind die FCL-Noten gegen KI Klaksvik

Der FC Luzern gewinnt das Hinspiel der Europa-League-Qualifikation gegen Klaksvik mit 1:0. Marius Müller war dabei der beste, Shkelqim Demhasaj der schlechteste Spieler. Die Bilanz in der Übersicht:
Raphael Gutzwiller