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Spange Nord: Der Kanton Luzern will nun auch die Variante Haldenstrasse vertieft prüfen

Derzeit prüft der Kanton, in welcher Form der Autobahnzubringer Spange Nord in der Stadt Luzern realisiert werden soll. Klar ist nun: Während eine Variante nicht mehr weiterverfolgt wird, sind die Chancen der teuersten gestiegen.
Stefan Dähler

Nach der Kritik an der Spange Nord aus der Standortgemeinde Luzern wird das Strassenprojekt nochmals von Grund auf überprüft – diesen Auftrag hat der Kantons- dem Regierungsrat erteilt. Die ursprüngliche Variante sah eine Verbindung zwischen Fluhmühle via Autobahnanschluss Lochhof bis zum Schlossberg vor. Vom Verzicht bis hin zu einer Verlängerung Richtung Verkehrshaus stehen zahlreiche Ausbauvarianten zur Diskussion, wie der Kanton im Januar bekannt gab (wir berichteten).

In den letzten Wochen wurden die einzelnen Varianten nochmals vertieft untersucht. Diese Prüfungsphase ist nun schon weit fortgeschritten, am Freitagabend informierte der Kanton Luzern die Öffentlichkeit über die ersten Erkenntnisse:

  • Vorerst nicht mehr weiterverfolgt wird die Variante mit einem durchgehenden Tunnel zwischen Lochhof und Schlossberg. Städtebaulich habe man keine überzeugende Lösung gefunden, wie der vom Kanton engagierte externe Stadtraumplaner Rainer Klostermann sagte. Die Variante sei sehr aufwendig, dennoch entstehe nur wenig Mehrwert, fügte Michel Simon, externer Bauherrenunterstützer von der Firma S-ce Consulting, hinzu. Für die Tunnel-Einfahrten seien immer noch grosse Eingriffe nötig. Die oberirdischen Strassen könnten aber nicht aufgehoben werden, weil sonst die Quartiere nicht mehr erschlossen wären.
    Hier eine Grafik der Variante:
  • Die Maximalvariante mit einem zusätzlichen Tunnel vom Schlossberg bis zur Haldenstrasse soll dagegen doch noch vertieft geprüft werden, wie Michel Simon sagte. Dies auch, weil es sich um den Favoriten des Stadtparlaments handelt. Ein Postulat, das den Stadtrat dazu auffordert, diese Variante weiterzuverfolgen, wurde kürzlich vom Grossen Stadtrat überwiesen (wir berichteten). Es handelt sich mit Kosten von über 1 Milliarde Franken allerdings um die teuerste, weswegen der Kanton diese Idee zunächst als unrealistisch eingeschätzt hatte. Doch es ist wohl auch die Einzige, die in der Stadt Luzern mehrheitsfähig sein könnte. Es gibt aber noch technische Fragezeichen: «Die Hauptfrage ist, wie der Anschluss Schlossberg aussehen könnte», sagte der externe Bauherrenunterstützer. Dies sei derzeit noch unklar und soll nun noch abgeklärt werden.

Im Rennen befindet sich weiter noch diese ursprüngliche Variante zwischen Fluhmühle und Schlossberg mit einem Tunnel im Bereich Friedental und offener Strassenführung beim Rosenberg:

Diese Variante könnte mit oder ohne Fluhmühlebrücke umgesetzt werden. Weiter wäre ein zusätzlicher Tunnel im Gebiet Rosenberg nach wie vor denkbar.

Ebenfalls weiterhin geprüft wird ein Verzicht auf die Spange mit Realisierung der Fluhmühlebrücke sowie die sogenannte Variante «Null plus». Letztere bedeutet einen vollständigen Verzicht auf das Projekt, trotzdem sollen die geplanten ÖV-Massnahmen wie eine durchgehende Busspur von der Innenstadt nach Kriens oder Reussbühl umgesetzt werden. Prognosen hätten aber gezeigt, dass dies zu einem Verkehrskollaps führen würde. Daher müssten weitere Massnahmen erarbeitet werden oder gewisse Busspuren gestrichen werden. Die im Luzerner Gesamtverkehrskonzept geplanten Verkehrsdosierungen würden nicht ausreichen.

Werden die Fluhmühlebrücke und der Autobahnanschluss Lochhof ohne restliche Spange Nord realisiert, würde dies zumindest die Achse zwischen Kriens und Fluhmühle deutlich entlasten, so Simon. «Diese Variante hätte sicher einen Nutzen, es wären aber noch Massnahmen im Bereich Schlossberg und Spitalstrasse nötig.»

Definitive Variante soll im Herbst feststehen

Wie geht es nun weiter? Bis im Sommer soll die Prüfung der einzelnen Varianten abgeschlossen sein. Dann beginnt die nächste Phase, in der diese einander gegenübergestellt werden. Im Herbst will sich der Regierungsrat dann für eine Variante entscheiden. Danach ist ein Mitwirkungsverfahren vorgesehen, weil erst dann klar ist, wer genau vom Strassenprojekt betroffen ist. Kantonsingenieur Rolf Bättig sagte:

«Wie dieser Prozess im Detail aussieht, können wir heute noch nicht sagen, zumal wir nicht wissen, wie die Regierung bis dann zusammengesetzt ist.»

In der Folge konnten am Freitagabend Vertreter von Gemeindeverwaltungen und aus den Quartieren sich äussern, wobei viele dies auf kritische Art und Weise taten. Für Diskussionen sorgte etwa die Prognose, dass ohne Spange ein Verkehrschaos droht. Daniel Meier, Leiter Tiefbauamt der Stadt Luzern, betonte, dass die Stadt diese Voraussage nicht stützt. Er verwies darauf, dass der Autoverkehr in der Innenstadt in den letzten Jahren abgenommen hat.

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