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Spange Nord: Muss der Luzerner Stadtrat seine Haltung ändern?

Vier Parteien im Luzerner Stadtparlament wollen, dass eine vollständig unterirdische Umfahrung der Stadt Luzern geprüft wird. Kommen sie mit dieser Forderung durch, muss der Stadtrat sein kategorisches Nein zur Spange Nord überdenken.
Robert Knobel

Der Luzerner Stadtrat hat sich in Sachen Spange Nord bekanntlich entschieden: Er lehnt das Strassenbauprojekt ab – und zwar unabhängig davon, welche Variante der Kanton Luzern am Ende favorisieren wird. Denn der Stadtrat glaubt – entgegen seinen ursprünglichen Aussagen – nicht mehr daran, dass eine quartierverträgliche Lösung überhaupt möglich ist.

Die vier Stadtparteien CVP, FDP, SVP und GLP sehen dies jedoch anders. Insbesondere die Variante eines durchgehenden Tunnels zwischen Lochhof und Schlossberg mit Verlängerung bis zur Haldenstrasse ist für sie prüfenswert:

Per Postulat fordern sie den Stadtrat deshalb auf, sich beim Kanton dafür einzusetzen, dass diese Variante weiter verfolgt wird. Tatsächlich wären die Quartiere Maihof und Friedental mit dieser Lösung praktisch nicht betroffen, zudem würde das gesamte Gebiet zwischen Löwenplatz und Maihof von einer Verkehrsentlastung profitieren. Allerdings wären die Kosten gemäss ersten Schätzungen mit über einer Milliarde Franken extrem hoch – das ist fünfmal soviel wie der Kanton zurzeit für die Spange Nord vorgesehen hat. Der Regierungsrat hat denn auch bereits signalisiert, dass diese Variante wohl aus der weiteren Planung ausscheiden wird.

Bund soll auch zahlen

Wieso also wollen die Parteien eine Lösung weiter verfolgen, die der Kanton Luzern finanziell niemals stemmen könnte? «Berücksichtigt man die lange Zeitachse der Investitionsdauer lässt sich eine seriöse Prüfung dieser Variante ohne Weiteres rechtfertigen», sagt CVP-Grossstadtrat Andreas Felder. Ratskollege András Özvegyi (GLP) ergänzt, dass der Kanton nicht unbedingt der einzige Finanzgeber sein muss: «Der Bund unterstützt Agglomerationsprojekte mit 30 bis 40 Prozent. Zudem gibt es die Möglichkeit von Road-Pricing.»

Die vier Parteien verfügen im Luzerner Stadtparlament gemeinsam über eine Mehrheit. Die Chancen, dass das Postulat überwiesen wird, sind also hoch. Der Stadtrat würde damit faktisch zu einer Kurskorrektur gezwungen. Er müsste wieder zu seiner ursprünglichen Haltung zurück kommen, wonach er eine Spange Nord befürwortet, sofern sie quartierverträglich ausgestaltet ist.

Fundamentalopposition sei «verantwortungslos»

«Der Stadtrat soll sich für die stadtverträglichste Lösung einsetzen. Die Variante Tunnel Lang ist nach wie vor in der Prüfung, weshalb es nicht angebracht wäre, diese jetzt einfach zu ignorieren», sagt SVP-Grossstadtrat Peter With. Auch FDP-Kollege Fabian Reinhard sagt: «Die Risiken für die Stadt sind viel zu hoch, wenn man sich jetzt nicht einbringt.» Die Fundamentalopposition des Stadtrats gegen die Spange Nord sei daher «verantwortungslos».

Neben der Maximalvariante «Tunnel Haldenstrasse» steht auch eine optimierte Variante der ursprünglichen Spange Nord zur Diskussion. Es geht dabei um eine vollständige Untertunnelung, aber ohne Verlängerung bis zum See:

Diese Variante wäre zwar teurer als die Basisvariante ohne Rosenbergtunnel, dafür deutlich günstiger als mit Verlängerung zur Haldenstrasse. Ob auch diese Variante bei den Stadtparteien mehrheitsfähig wäre, ist noch offen. CVP, FDP und SVP wollen sich dazu noch nicht äussern. Für die GLP hingegen ist bereits klar, dass man eine solche Variante ablehnen würde. «Wenn sich der ganze Verkehr vom Schlossberg ins Maihof- und Wesemlinquartier ergiesst, ist das nicht quartierverträglich», sagt András Özvegyi.

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