SPAREN: Ein Beruf wird zurückgestuft

Der Kanton plant, die Löhne der Instrumental-lehrer zu senken. Dabei mussten sie schon einmal Abstriche hinnehmen.

Roseline Troxler
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Unser Bild zeigt Schüler der Musikschule Emmen in Aktion. (Archivbild Pius Amrein)

Unser Bild zeigt Schüler der Musikschule Emmen in Aktion. (Archivbild Pius Amrein)

Roseline Troxler

Aufatmen bei den Kindergartenlehrern: Sie verdienen künftig gleich viel wie Primarlehrer (Ausgabe vom 3. März). Ganz anders sieht es bei den Instrumentallehrern aus. Geht es nach dem Kanton Luzern, sollen sie künftig eine Lohnklasse tiefer eingestuft werden und so monatlich rund 300 Franken weniger erhalten. Der Jahreslohn würde um 3110 bis 4650 Franken sinken. Die Massnahme ist auf eine Arbeitsplatzbewertung zurückzuführen (siehe Box).

Marktsituation nicht berücksichtigt

Die Ergebnisse zeigen laut der Dienststelle Volksschulbildung auf, dass es nicht nur bei den Kindergärtnerinnen Anpassungen braucht. Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung, präzisierte: «Bei den Instrumentallehrern soll es eine Anpassung nach unten geben.» Der Regierungsrat muss noch darüber befinden. Die Pläne kommen bei den Musikschullehrern schlecht an. So sagt Regula Ineichen, Präsidentin des Musiklehrerinnen- und Musiklehrervereins (MLV) des Kantons Luzern: «Wir sind mit der Neueinstufung in eine tiefere Lohnklasse nicht einverstanden.» Zur neuen Lohnklasseneinteilung seien bei den anderen Lehrern neben der reinen Arbeitsplatzbewertung auch der interkantonale Vergleich, die Ausbildung, sowie die momentane Marktsituation berücksichtigt worden.» So werden etwa die Saläre der Lehrer für Sonderschule und Integrative Förderung der Sekundarschule nach oben korrigiert, wie der Kanton mitgeteilt hat. Vincent erklärt dies damit, dass es dort an Fachkräften mangle.

Regula Ineichen führt aus: «Bei der Lohnklasse der Musiklehrpersonen aber war aufgrund den uns zugänglichen Informationen nur das Ergebnis der Arbeitsplatzbewertung ausschlaggebend.» Die Ergebnisse seien dem MLV im Oktober letzten Jahres präsentiert worden.

Die Musikschullehrer sind durch die Musikschulen der jeweiligen Standortgemeinde angestellt. Franz Grimm, präsidiert den Verband für die Musikschulen des Kantons Luzern. Er sagt zur geplanten Lohnsenkung: «Anpassungen nach unten sind immer bedauerlich. Wir kennen den Zeitpunkt der Überführung nicht und sind über die Einführung des neuen Lohnsystems nicht informiert. So ist es schwierig, die Auswirkungen abzuschätzen.» Regula Ineichen rechnet jedoch damit, dass das Lohnminimum und -maximum künftig etwas tiefer sein wird.

«Seriös durchgeführte» Bewertung

Die Überprüfung der Löhne wurde laut Franz Grimm «wissenschaftlich korrekt und seriös durchgeführt». Zudem seien Musikschullehrer befragt und der Verband an der Vernehmlassung beteiligt gewesen. Mit der Neueinstufung soll laut dem Kanton das Pensum der Musiklehrer um eine Stunde reduziert werden. «Diese Massnahme begrüssen wir sehr», sagt Grimm.

Die Verärgerung bei den Musikschullehrern hingegen ist aus einem weiteren Grund gross. Regula Ineichen erklärt: «Kommt es nun zur Zurückstufung, ist es die zweite seit 2010.» Ursprünglich waren Instrumentallehrer in derselben Lohnklasse wie Sekundarlehrer. Heute beträgt die Differenz zwischen dem jährlichen Einstiegslohn von Instrumental- und Sekundarlehrern 6460 Franken. Beim maximal möglichen Lohn sind es gar rund 9670 Franken. Die Pläne wollen die Instrumentallehrer nicht einfach hinnehmen. Sie haben einen Brief an die Regierung verfasst. Eine Antwort steht noch aus.

Gesuch ist noch hängig

Nicht nur an den Musikschulen sind Lohnkürzungen ein Thema. Das 2014 beschlossene Sparpaket Leistungen und Strukturen 2 beinhaltet auch an den Mittelschulen eine Zurückstufung der Löhne von Instrumentallehrern. Gleichzeitig müssen alle mehr arbeiten. Dies bedeutet jährliche Einbussen von rund 5000 Franken. Die Interessengemeinschaft Instrumentallehrpersonen der Mittelschulen hat beim Kantonsgericht ein Gesuch eingereicht, um die Zurückstufung überprüfen. Dieses ist noch hängig.

Die Bewertung

red. Die Luzerner Regierung hat die Dienststelle Volksschulbildung im Frühjahr 2014 damit beauftragt, die Arbeitssituation der Lehrer zu bewerten. Eine externe Firma hat sich dazu durch verschiedene Lehrer deren Tätigkeiten genau beschreiben lassen. Daraus wurde ein Berufsprofil erstellt. Anschliessend folgte eine Bewertung der Aufgaben und der Arbeitsbedingungen.