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SPAREN: «Kleine Fundbüros» auf dem Prüfstand

Luzern will auf das Fundbüro verzichten. Ob die Polizei dadurch entlastet wird, ist fraglich. Das zeigt das Beispiel des Kantons Zug.
Simon Bordier
Gefundene Schlüssel: Viele Finder tragen diese zur Polizei – Fundbüro hin oder her. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Gefundene Schlüssel: Viele Finder tragen diese zur Polizei – Fundbüro hin oder her. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Simon Bordier

Immer mehr Fundbüros und Polizeidienststellen nutzen das Internetportal Easyfind, um den Bürgern die Suche nach verlorenen Gegenständen zu erleichtern. So seit Anfang Monat auch die Luzerner Polizei (wir berichteten). Das elektronische Datenregister hat den Vorteil, dass Gegenstände schweizweit erfasst werden und es von Privatpersonen von zu Hause aus relativ leicht bedient werden kann.

Gemäss den Sparplänen des Luzerner Regierungsrats soll dieser Onlinedienst künftig noch viel stärker genutzt werden. Konkret möchte er das Fundbüro der Luzerner Polizei am Hirschengraben in Luzern durch eine Meldestelle ersetzen. Ob die Polizei künftig noch Fundgegenstände entgegennimmt, ist unklar.

Genauso unklar ist, ob man in Zukunft bei den weiteren 30 Polizeiposten im Kanton Luzern noch Fundgegenstände abgeben kann. Denn heute können Fundgegenstände ausserhalb des Stadtgebiets entweder ins Fundbüro in Luzern gebracht oder aber auf dem nächsten Polizeiposten abgegeben werden.

Meldung ans zentrale Fundbüro

Andreas Töns, Informationschef des Kantons Luzern, erklärt: «Bei unseren Polizeiposten konnte man bis anhin Fundgegenstände abgeben. Die Polizei versuchte diese vor Ort an die Eigentümer zu vermitteln.» Eine Meldung des Fundes sei jeweils an das zentrale Fundbüro in Luzern übermittelt worden. «Wenn der Fundgegenstand nicht vermittelt werden konnte, wurde er innerhalb von 14 Tagen dem zentralen Fundbüro zugestellt», sagt er. Die Schliessung des städtischen Fundbüros samt Lagerräumen hätte also direkte Auswirkungen auf die bisherige Praxis auf den Polizeiposten. Ob diese ihre Abgabefunktion trotzdem künftig weiter wahrnehmen oder wie das städtische Büro keine Fundsachen mehr entgegennehmen werden, ist auf Anfrage nicht zu erfahren. Informationschef Töns schreibt lediglich: «Wie bereits geschrieben, sind wir derzeit an den Konzeptarbeiten. Aus Effizienzgründen warten wir noch die parlamentarischen Diskussionen ab, bis wir sie definitiv abschliessen.»

Auf Polizeiposten gelagert

Wie wichtig die Funktion der Polizeiposten als Annahmestelle für Fundgegenstände ist, zeigt eine Aussage des Sprechers der Zuger Polizei, Joe Müller: «Fundsachen werden in der Regel bei der Polizei abgegeben, im System Easy­find erfasst und in den Polizeidienststellen gelagert.» Die erste Anlaufstelle ist also die Polizei, obwohl der Kanton Zug schon seit 2010 auch auf den Onlinedienst Easyfind setzt.

In Zug gab es auch vor Einführung von Easyfind kein zentrales Fundbüro. Fundgegenstände wurden damals wie heute von der Zuger Polizei entgegengenommen, erklärt Müller. Mit Easyfind hat man gute Erfahrungen gemacht. Dank des Onlinediensts sei die Suche nach verlorenen Gegenständen für die Mitarbeiter der Polizei wie auch für die betroffenen Personen einfacher geworden, sagt Joe Müller. «Das Internetportal ist sehr kundenfreundlich», meint er.

Hin und wieder komme es zwar vor, dass Personen auf dem Internetportal falsch suchten oder sich gerade ältere Menschen mit dem Internet nicht anfreunden wollten. Doch in solchen Fällen sei die Polizei gerne bereit, auf dem Polizeiposten «pragmatisch zu helfen». «Die Suche über das Internetportal ist breit akzeptiert», konstatiert Müller.

Eine Ergänzung, aber kein Ersatz

Der geplante Wechsel vom klassischen Fundbüro zur Internet-basierten Meldestelle ist umso bemerkenswerter, als Easyfind zwar schon heute etwa von den SBB, dem Flughafen Zürich und zahlreichen Gemeinden und Kantonen genutzt wird. Doch bisher hat das Internetportal stets als Ergänzung zu Fundbüros und Polizei-Abgabestellen gedient und nicht etwa als vollwertiger Ersatz.

Easyfind teilt auf Anfrage mit, dass normalerweise alle Fundgegenstände, die auf Easyfind gemeldet werden, auch abgegeben werden. Bei Gegenständen, die sensible persönliche Daten beinhalten, etwa Handys, sollten die Behörden laut Easyfind sogar darauf bestehen, dass diese abgegeben werden.

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