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SPARMASSNAHMEN: Reto Wyss räumt Fehler ein – aber nur schriftlich

Viele Luzerner Kantonsräte begrüssen den zusätzlichen Ferientag für Lehrer. Nicht zufrieden sind sie allerdings mit der Kommunikation des Bildungsdirektors.
Luzerner Lehrer und Schüler erhalten ab dem kommenden Schuljahr einen Ferientag mehr. (Bild: Christian Beutler/Keystone (25. September 2014))

Luzerner Lehrer und Schüler erhalten ab dem kommenden Schuljahr einen Ferientag mehr. (Bild: Christian Beutler/Keystone (25. September 2014))

Das Wort Bashing (zu Deutsch: öffentliche Beschimpfung) fiel an der gestrigen Sitzung des Luzerner Kantonsrats mehrmals. Und zwar bei der Beratung des Dringlichen Vorstosses von Willi Knecht (SVP, Geiss) zum zusätzlichen Ferientag für Volksschullehrer (wir berichteten). Die Beschimpfung von Verwaltungspersonal, wozu auch die Lehrer gehören, störte vor allem Urban Sager, SP-Kantonsrat (Luzern) und Mittelschullehrer. Er tadelte «gewisse Kreise», die Bashing gegen die Lehrer betreiben. Sie sollten sich vor Augen führen, dass die Lehrer jene Personen seien, die in den nächsten zwei Jahren 10 Millionen Franken beisteuern, «damit die marode Steuerstrategie für die kommenden zwei Jahre am Leben erhalten werden kann», sagte er. Das ging SVP-Kantonsrat Marcel Omlin (Rothenburg) zu weit. «Mit gewisse Kreise sind wohl wir gemeint. Das ist eine Unterstellung und gehört nicht in den Rat», enervierte er sich.

Grund für die Anfrage von Willi Knecht war ein Entscheid des Bildungsdepartements. Dieses beschloss, Volksschullehrern einen zusätzlichen freien Tag zur Entlastung zu geben. Hintergrund: Im Rahmen der Sparmassnahmen müssen Verwaltungsangestellte pro Woche 1,25 Stunden zusätzlich leisten, die Lehrer haben eine Lektion mehr zu halten. Weil eine Lektion nicht mit einer Stunde gleichgesetzt werden kann, hätten Lehrer 20 Arbeitsstunden mehr leisten müssen als Beamte. Dies wollte man ausgleichen.

Willi Knecht sagte gestern im Rat, dass er diesen Entscheid nicht nachvollziehen könne, fügte aber an: «Ich möchte betonen, dass es nicht darum geht, ob Lehrpersonen einen zusätzlichen freien Tag verdienen oder nicht.» Der Kanton sei aber nach wie vor in einem budgetlosen Zustand und müsse weiter sparen. «Landauf, landab werden aufgrund der Sparmassnahmen Projekte sistiert.» Solche Kompensationen würden vor diesem Hintergrund in der Bevölkerung auf Unverständnis stossen, ist er sich sicher. Gemäss CVP-Bildungs­direktor Reto Wyss werde auch im Bereich der Schulen der Sparbeschluss des Kantonsrates vollumfänglich eingehalten. Für die Anpassung sei es nicht notwendig, ein Budget zu haben.

«Zusätzlicher Ferientag ist eine Wertschätzung»

Froh über den Entscheid des Bildungsdepartements ist Ali Celik, Kantonsrat Grüne (Luzern). «Der zusätzliche Ferientag ist eine Wertschätzung gegenüber den Lehrpersonen.» Einig waren sich gestern alle Kantonsräte, die sich zu Wort meldeten: Die Kommunikation der Regierung war ungenügend. Thomas Grüter (CVP, St. Urban) störte sich daran, die Information der Zeitung entnehmen zu müssen. Zudem sei diese Massnahme zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt kommuniziert worden. Markus Baumann, (GLP, Luzern) fragte sich ausserdem, warum nicht schon Ende 2016 klar gewesen sei, dass man die Arbeitsstunden der Lehrer nach unten korrigieren müsse. Bildungsdirektor Reto Wyss räumt Fehler in der Kommunikation ein – zwar nicht gestern im Rat, dafür in der schriftlichen Antwort auf Knechts Vorstoss: «Die Kommunikation hätte klarer und umfassender erfolgen können.» Den Zeitpunkt der Anpassung habe man nicht wählen können, so Wyss: «Wir mussten den Gemeinden den Ferienplan kommunizieren.»

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

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