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SPARPAKET: Ärger über Kremationsgebühr

Die Stadt Luzern will die Kosten für die Kremation auf die Angehörigen überwälzen. Damit würde die Einäscherung sogar teurer als eine Erdbestattung. Dagegen will ein Verein nun vorgehen.
Yves Portmann
Eine Kremationsgebühr sorgt für Ärger. (Symbolbild) (Bild: Neue LZ (Archiv))

Eine Kremationsgebühr sorgt für Ärger. (Symbolbild) (Bild: Neue LZ (Archiv))

Yves Portmann

«Erdbestattungen und Urnenbeisetzungen in Reihengräbern sind für Ortsansässige kostenlos», steht in der Luzerner Publikation zu den Bestattungskosten. Ebenso ist die Kremation für Einheimische gratis – die Kosten werden von der Stadt übernommen. Im 14-Millionen-Sparpaket der Stadt ist allerdings die Streichung dieser Leistung vorgesehen. Ab 2017 will die Stadt durch die Kostenabwälzung auf die Hinterbliebenen jährlich 315 000 Franken einsparen.

Referendum gegen Sparpläne

Dem Luzerner Kremationsverein, der sich der Förderung der Feuerbestattung verschrieben hat, stösst diese Absicht sauer auf. «Wir fordern, dass auf die Einführung der Kremationsgebühr verzichtet wird», sagt Hansjörg Kaufmann, Präsident des Vereins mit rund 2000 Mitgliedern. Deshalb sammelt der Kremationsverein – genauso wie SP und Grüne – Unterschriften für ein Referendum gegen die Sparpläne. Bereits seien über 800 beglaubigte Unterschriften zusammengekommen. Damit ist die Mindest-Unterschriftenzahl für ein Referendum bereits erfüllt.

«Mit der geplanten Gebühr wird die Feuerbestattung gegenüber der Erdbestattung ganz klar diskriminiert», sagt Kaufmann. Der Arbeitsaufwand bei Urnengräbern sei im Vergleich zur Erdbestattung massiv tiefer, und auch die beanspruchte Fläche betrage nur rund einen Drittel. «Dennoch würde die Urnenbeisetzung künftig mehr kosten als eine Erdbestattung», ärgert sich Kaufmann. Er rechnet an einem Beispiel vor: Der bisher von der Stadt bezahlte Beitrag für eine Kremation beträgt 495 Franken. Hinzu kommen die Kosten für die Beisetzung, die heute schon von den Angehörigen bezahlt werden. Die Beisetzung in einem Gemeinschaftsgrab kostet beispielsweise 350 Franken. Insgesamt müssten die Angehörigen in diesem Fall neu also 845 Franken Beerdigungskosten bezahlen. Zum Vergleich: Die Erdbestattung kostet total lediglich 800 Franken (siehe Kasten).

«Selbstkosten sind höher»

Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei und zuständig fürs Friedhofswesen, sagt dazu: «Es ist schwierig, im Bestattungs-wesen von Kostenvergleich zu sprechen. Tatsache ist, dass bei einer Erdbestattung die Selbstkosten für die Stadt Luzern höher sind als bei einer Urnenbeisetzung inklusive Kremation.»

Heute werden in der Stadt Luzern 89 Prozent der Verstorbenen kremiert. Das sei äusserst positiv, findet Hansjörg Kaufmann. «Nur dank den vielen Urnengräbern konnte in der Vergangenheit eine kostspielige Vergrösserung des Friedhofareals verhindert werden.» Entsprechend sei es naheliegend, dass die Urnenbestattung finanziell attraktiver bleibt als die Erdbestattung. Dass es wegen der neuen Gebühren eine Trendumkehr zurück zur Erdbestattung geben wird, glaubt Kaufmann allerdings nicht.

Aktuell sind im Budget der Stadt jährlich 350 000 Franken für die Übernahme der Kremationskosten enthalten. Gemäss dem Antrag des Stadtrates soll die Fakturierung an die Angehörigen künftig direkt über das Krematorium erfolgen. Das sei sinnvoller, als wenn die Stadt die Rechnungen verschickt – dies würde zu zusätzlichem administrativem Aufwand führen.

3000 Kremationen pro Jahr

Die Stiftung Luzerner Feuerbestattung betreibt das Krematorium im Friedental, wo jährlich rund 3000 Kremationen vorgenommen werden. 700 davon betreffen verstorbene Stadtluzerner. Für diese erhält die Stadt jeweils vierteljährlich eine Rechnung von der Stiftung. «Bisher haben noch keine Verhandlungen mit der Stadt Luzern stattgefunden, wie es ab 2017 aussehen soll», sagt Irène Leu, Sekretärin bei der Stiftung Feuerbestattung. Sie fügt hinzu: «Für uns wäre aber eine direkte Rechnungsstellung an die Hinterbliebenen und das Inkasso mit grossem Aufwand verbunden.» Irène Leu räumt allerdings ein, dass immer weniger Gemeinden die gesamten Kremationskosten übernehmen. Grundsätzlich tragen in den meisten Gemeinden die Hinterbliebenen die Kosten.

Am Ende zahlt die Gemeinde doch

Für Cornel Suter ist dies denn auch ein wichtiges Argument für die Stadt, es den umliegenden Gemeinden gleichzutun. Allerdings sind die Einsparungen für die Gemeinden oft weniger gross als erhofft. Denn: «Schlagen die Angehörigen das Erbe aus, muss schlussendlich doch die Gemeinde für die Kosten aufkommen», erklärt Irène Leu. Dies komme immer häufiger vor, da die Menschen immer älter werden und das gesamte Erbe, beispielsweise wegen der hohen Pflegekosten, bereits vor dem Tod aufgebraucht werde. In der Stadt Luzern kommt es etwa bei jedem zehnten Todesfall zu einer Ausschlagung des Erbes durch die Angehörigen.

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