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Schweizer Special Olympioniken treffen ihr Vorbild

Erstmals hat sich die Schweizer Delegation für die World Summer Games der Special Olympics in Abu Dhabi in Luzern getroffen. 65 geistig beeinträchtigte Sportler wurden ausgerüstet und holten sich Tipps beim Olympiasieger Simon Ammann.
Andreas Bättig
Simon Ammann zusammen mit Mitgliedern der Schweizer Special-Olympics-Delegation. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 8. September 2018))

Simon Ammann zusammen mit Mitgliedern der Schweizer Special-Olympics-Delegation. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 8. September 2018))

Sein Vorbild ist Roger Federer, und deshalb hat er auch den Aufschlag von ihm abgeschaut. Mit diesem will Tennisspieler Antonio Barukcic seine Gegner das Fürchten lehren. Der 18-jährige Zuger ist der einzige Zentralschweizer, der an den World Summer Games der Special Olympics in Abu Dhabi im März 2019 teilnehmen wird. Am Samstag hat sich Barukcic zusammen mit 64 anderen Sportlerinnen und Sportlern in der Messe Allmend in Luzern getroffen. «Mir macht es Spass hier», sagt Barukcic, und das sieht man ihm auch an, als er mit Tennisschläger und Ball für ein Foto posiert. Er freue sich auf Abu Dhabi, dort sei er noch nie gewesen. Grosse Ziele habe er sich nicht gesteckt. «Mir ist das Dabeisein schon wichtig genug», sagt er.

Wie Profis mussten die Spe­cial-Olympics-Teilnehmer auf der Allmend zum Beispiel zur Kleideranprobe kommen, um danach das passende Mannschaftsoutfit tragen zu können. Auch bekamen sie ein Medientraining oder durften sich im Tenü ihrer Sportart von einem Profifotografen ablichten lassen. Den Athletinnen und Athleten beratend zur Seite standen auch Olympia-Profis wie Simon Ammann, der Botschafter von Special Olympics ist. «Dass sie selber mal an den Games der Special Olympics auf der Plattform stehen, die sie ansonsten vom Fernsehen kennen, ist für viele natürlich ein Highlight», sagt Ammann. «Der Umgang mit den Athletinnen und Athleten ist sehr frisch und offen. Das gefällt mir.» Natürlich werde Ammann oft auch nach Tipps gefragt, wie man sich zum Beispiel aufwärmen oder sich vor dem Wettkampf beruhigen soll. «In Abu Dhabi darf man sicher die Hitze nicht unterschätzen», habe Ammann den Athleten geraten.

Hühnerfüsse als Athletenessen

Sich der Hitze stellen wird auch Chantal Meyer aus Wyssachen im Kanton Bern. Die 33-Jährige tritt im Reiten an. Zweimal in der Woche trainiert sie unter anderem Dressur. Das Pferd, auf dem sie reiten wird, lernt sie erst in Abu Dhabi kennen. Sie freue sich nicht nur auf die Tiere, sondern auch darauf, die unterschiedlichen Athleten aus der ganzen Welt kennen zu lernen. Chantal Meyer nahm schon an verschiedenen Special Olympic Games teil. In Schanghai konnte sie eine Goldmedaille gewinnen. Nicht nur die ist ihr in Erinnerung geblieben, sondern auch das spezielle chinesische Essen. «Einmal gab es Hühnerfüsse», sagt Meyer und lacht. Neben den Sportlerinnen und Sportlern waren auch insgesamt 30 Betreuer auf der Allmend anwesend. Das Spezielle am Schweizer Kader ist, dass nicht die Sportlerinnen und Sportler sich für das Nationalmannschaftsteam qualifizieren mussten, sondern deren Betreuer ausgesucht wurden. Wer ausgewählt wurde, konnte sich dann sein Team selber zusammenstellen. «Die Spannweite der geistigen Beeinträchtigung ist eine grosse Herausforderung. Die Verantwortung für eine richtige Betreuung könnten wir gar nicht übernehmen. Deshalb sind die persönlichen Betreuer so wichtig», sagt Irene Nanculaf, Kommunikationsverantwortliche von Special Olympics Switzerland. Die Zusammenarbeit mit den Athletinnen und Athleten selbst sei intensiv. «Es ist wunderbar zu sehen, wie sie sich in den gut 10 Monaten, in denen wir uns auf die Weltspiele vorbereiten, entwickeln», sagt Nancula. Diese Entwicklung und dann natürlich das Anfeuern von Tausenden Zuschauern bei den Games gebe den Sportlern Selbstvertrauen und Kraft für den Alltag später zu Hause.

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