SPEIL: Bibelspiel soll Junge für Religion begeistern

Der Krienser Katechet David Büttler hat das Spiel «Bibelthriller» entwickelt. Es dient oft auch als Motivation für seine Schüler.

Beatrice Vogel
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David Büttler spielt im Jugendraum Horw sein Spiel «Bibelthriller». (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

David Büttler spielt im Jugendraum Horw sein Spiel «Bibelthriller». (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

«Das Spiel soll Bibelinhalte auf lockere Art vermitteln und die biblischen Figuren aufleben lassen», erklärt David Büttler. Er hat das Spiel «Bibelthriller» entwickelt. Büttler, der als Katechet und Religionslehrer in Horw und Meggen tätig ist, verwendet das Spiel im Religionsunterricht, um diesen abwechslungsreicher und unterhaltsamer zu gestalten. Oft dient es ihm auch als Motivationsstrategie für die Schüler: Wenn sie im Unterricht gut mitmachen, wird in der letzten Viertelstunde gespielt. «Religion ist ein wichtiges Fach, in welchem sich die Schüler emotional wohl fühlen sollen», so Büttler. Aus diesem Grund sei im Religionsunterricht Platz für ein Spiel, das neben den biblischen Inhalten auch soziale Kompetenzen und Gesprächskultur fördere.

Den thematischen Hintergrund von «Bibelthriller 2 – David» bilden die Geschichten um König David aus dem Alten Testament. Das Spiel funktioniert ähnlich wie «Werwolf» (siehe Box). Büttler hat bereits 2009 «Bibelthriller 1» herausgebracht, das nach dem gleichen Prinzip funktioniert und Figuren wie Jesus, Maria, Adam und Eva beinhaltet.

Lerneffekt bestätigt

David Büttler ist Mitbegründer des Spielgeschäfts Gnomon und spielt seit seiner Jugend leidenschaftlich gern. Die Idee, ein Bibelspiel für den Religionsunterricht zu kreieren, kam ihm beim Gespräch mit einem Kollegen aus seiner Spielrunde. «Er sagte mir, dass er vom Maturastoff kaum mehr etwas wisse, von unseren Spielen damals jedoch noch fast alles», erzählt Büttler. Dadurch habe er realisiert, welchen Lerneffekt Spiele haben können.

Dass man mit «Bibelthriller 2» etwas über die Figuren aus der David-Geschichte lernt, bestätigen auch Büttlers ehemaligen Schüler. «Einige Figuren habe ich überhaupt erst durch das Spiel kennen gelernt. Zum Beispiel Salomon, der bei Unentschieden entscheiden darf», berichtet Victor Schmedding (13) aus Horw. Auch Donat von Wyl (15) findet das Spiel gut: «Das Schönste sind die Zeichnungen – sie sind sehr aufwendig und mit vielen Details gestaltet.»

Mit Liebe zum Detail

Die Bilder auf den Karten sind zu einem guten Teil für den Erfolg des Spiels verantwortlich. Der Comicstil räumt mit verstaubten Vorstellungen von David und Co. auf. «Viele Bibelspiele sind schlecht illustriert und werden deshalb mit wenig Freude gespielt», so Büttler. Deshalb seien für ihn die Illustrationen sehr wichtig. Zudem ist die Verbildlichung biblischer Geschichten eine christliche Tradition – man denke dabei an die vielen Bilder in den katholischen Kirchen. Gezeichnet wurden die Karten von Büttlers Frau, der gebürtigen Armenierin Agnes Avagyan. Gemeinsam mit ihrem Mann entwickelte sie die Darstellungen der Figuren. Dabei achteten sie darauf, wo möglich historisch belegte Details einzuflechten wie Gewänder, Frisuren und architektonische Elemente, welche zu der Zeit, in der die David-Geschichte spielt, tatsächlich in Gebrauch waren. «Dadurch ist das Spiel auch für Leute interessant, die einen historischen Zugang zur Bibel haben», meint Büttler.

Gemeinsam spielen

Der Katechet hat von «Bibelthriller 1» bisher etwa 2000 Exemplare verkauft, auch an Schüler. Victor Schmedding und Donat von Wyl spielen «Bibelthriller» 1 und 2 manchmal auch im «Gamers Point», einem Spieltreff in Horw und Meggen, welcher zwei- bis dreimal im Monat geöffnet ist. Er bietet für die Jugendlichen eine Alternative zum Gamen am PC. Die beliebtesten Spiele hier sind allerdings nicht die «Bibelthriller», sondern Fantasy-Rollenspiele à la «Dungeons and Dragons».