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SPENDEN: Auch für Notleidende eine Heimat bleiben

Auch 2017 sammeln die «Luzerner Zeitung» und ihre Regionalausgaben für Menschen aus unserer Region, die in Not geraten sind. Zum Start zeigten Prominente aus Politik und Wirtschaft, wie stark die Verbundenheit mit der LZ-Weihnachtsaktion ist.
Sie fühlen sich wie viele andere auch mit der LZ-Weihnachtsaktion eng verbunden (von links): Christoph Schillig (Präsident Landrat Uri), Vroni Thalmann (Präsidentin Kantonsrat Luzern), Manuela Weichelt-Picard (Frau Landammann Zug) und Hans Schmid (Verwaltungsratspräsident Schmid-Gruppe). (Bilder: Roger Grütter (14. November 2017))

Sie fühlen sich wie viele andere auch mit der LZ-Weihnachtsaktion eng verbunden (von links): Christoph Schillig (Präsident Landrat Uri), Vroni Thalmann (Präsidentin Kantonsrat Luzern), Manuela Weichelt-Picard (Frau Landammann Zug) und Hans Schmid (Verwaltungsratspräsident Schmid-Gruppe). (Bilder: Roger Grütter (14. November 2017))

Arno Renggli

arno.renggli@luzernerzeitung.ch

In der Schweiz sind laut Schätzungen von Experten über eine halbe Million Menschen arm, über eine Million armutsgefährdet. Diese erschreckenden Zahlen nannte Manuela Weichelt-Picard, Zuger Regierungsrätin und Frau Landammann, in ihrer engagierten Rede zum Start der LZ-Weihnachtsaktion. Natürlich gebe es «Armutsskeptiker», die solche Zahlen generell in Frage stellen. «Doch diese sind auf dem Holzweg!»

Armut in der Schweiz sei ein Stigma und darum wenig sichtbar. «Sie hängt mit einer fatalen Entwicklung zusammen», betonte Weichelt-Picard. «Die Erwerbsarmut, also von Leuten, die trotz voller Erwerbstätigkeit an oder unter der Armutsgrenze leben, hat sich in den letzten Jahren verschärft.» Dies betreffe vor allem Branchen wie Gastronomie, Bau, Reinigung, Pflege und Detailhandel.

Dass derzeit viele Kantone sparen, gehe oft zu Lasten der Schwächsten. «Der Abbau von Betreuung und Hilfsleistungen führt dazu, dass sich die Situation der Personen, die schon nahe an der Armutsgrenze leben, verschärft. Unsere Region muss auch Heimat bleiben für arme Menschen oder solche, die vom Schicksal getroffen worden sind.»

Menschen, die ohne Verschulden in Not geraten sind

Sie habe nachgeprüft, was für Menschen von der LZ-Weihnachtsaktion unterstützt werden. «Es sind ausnahmslos solche, die ohne Verschulden in Not geraten sind. Durch ein Unglück, eine Krankheit, einen Todesfall oder einen anderen Schicksalsschlag.» Deshalb sei die LZ-Weihnachtsaktion so wichtig. Sie mache bewusst, dass es trotz Wohlstand auch Not gibt. «Und sie thematisiert damit die Solidarität von Menschen, die nicht wegschauen, sondern spenden.»

In einem Interview schilderte Rolf Fischer, Geschäftsleiter Akzent-Suchttherapie, den Alltag im Haus Lehn oberhalb Kriens. Dort werden Menschen mit einer Suchtproblematik unterstützt, damit sie den Weg zurück ins soziale Leben finden. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft gezielt mit. Rolf Fischer machte klar: «Unter schlimmen Umständen kann fast jeder Mensch in eine Sucht geraten.»

Bettina Schibli, Stiftungsratspräsidentin der LZ-Weihnachtsaktion, blickte auf eine grossartige letztjährige Sammlung zurück, die mehrere Rekorde brach (siehe Box). Die meisten Hilfsgesuche konnte der Beirat positiv entscheiden. Auch dieses Jahr können sich Spenderinnen und Spender darauf verlassen, dass das Geld unbürokratisch und schnell dorthin geht, wo es dringend gebraucht wird.

Verschönert wurde der Startanlass am Dienstagabend durch Lieder des Jodelchörlis Brisäblick Oberdorf. Die 34 Nidwaldner Kinder brillierten nicht nur musikalisch, sondern standen symbolisch für die Tatsache, dass es in der LZ-Weihnachtsaktion immer wieder auch um junge Menschen und ihre Familien geht.

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