Spezialpreise sollen die Gästeströme steuern: So öffnen die Luzerner Badis am 6. Juni

Die meisten Bäder starten am Samstag in die Sommersaison. Die Einlassbeschränkungen geben den Betreibern aber zu denken. Wegen des Coronavirus wird die Gästezahl limitiert, zusätzlich sind die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten.

Evelyne Fischer
Drucken
Teilen

Die Schafskälte macht den Betreibern von Luzerner Badis einen Strich durch die Rechnung. Zwar dürfen sie ab Samstag nebst Schwimmern endlich auch Planscher und Sünneler begrüssen. Bloss: Mit Sonne ist nicht zu rechnen. Profitieren davon könnten die Hallenbäder. Reto Mattmann, Geschäftsführer der Hallenbad Luzern AG, sagt:

«Wie gross der Auflauf sein wird, ist schwierig abzuschätzen. Doch wir freuen uns auf jeden Fall sehr, dass es endlich losgeht.»

Gemäss Schutzkonzept müssen pro Person unter anderem zehn Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen. Daher dürfen ins Hallenbad maximal 150 statt 380 Leute. Auch bei den Pools gilt Social Distancing: Im Schwimmerbecken dürfen sich höchstens 52 Personen aufhalten, im Sprudelbereich ein Dutzend Gäste.

Auch in den Becken des Hallenbads auf der Allmend wird die Zahl der Schwimmer limitiert.

Auch in den Becken des Hallenbads auf der Allmend wird die Zahl der Schwimmer limitiert.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 4. Juni 2020)

Bessere Gästeverteilung dank Spezialeintritten

Sofern solche Maximalzahlen sowie die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten würden, stehe «einem schönen Badesommer nichts im Wege», teilte die Stadt Luzern am Donnerstag mit. Für die städtischen Badis heisst dies: Im Zimmereggbad werden maximal 2500 Personen eingelassen, im Tribschenbad 2000, im Lido 1500 und im Seebad 300. Es gilt das Prinzip: «De Schnöuer esch de Gschwender.»

Saisonabos gibt’s keine, vielmehr versuchen die Betreiber, über Spezialeintritte die Gästefluktuation zu fördern. So bietet das Zimmereggbad, das von der Hallenbad Luzern AG betrieben wird, über Mittag einen Schwimmertarif für 3 Franken an. Vor Missbrauch habe er keine Angst, sagt Mattmann. «Wir kennen unsere Schwimmer. Wenn eine Familie mit Picknickkorb nur einen Mittagseintritt lösen will, werden wir misstrauisch.»

Während Zimmeregg- oder auch das Tribschenbad die Maximalzahlen meist ohnehin nicht übertreffen würden, muss das Lido Einbussen hinnehmen. «An Spitzentagen zählen wir bis zu 4500 Eintritte», sagt Marcel Wiesler, Geschäftsleiter der Strandbad Lido AG. Daher will man auch hier die Gästezahl steuern.

«Wer die Badi vor 13 Uhr wieder verlässt, erhält Geld zurück.»

Ein Eintritt unter der Woche kostet dann nur 6 statt 10 Franken, am Wochenende 6 statt 12. Ab 17 Uhr ist man mit 4 Franken dabei. Wieslers Team hat Floss und Pools mit Maximalzahlen beschriftet, bei den Kassen mit Gittern den Zugang kanalisiert. «Wir freuen uns, auch wenn alles anders wird als gewohnt.»

Badi Baldegg: «Gäste haben sich sehr diszipliniert verhalten»

Bereits erste Erfahrungen mit dem Coronaregime gesammelt hat Peter Isenegger von der Seebadi Baldegg. Zwar öffnen auch hier die Pools erst am Samstag, Sportschwimmer begrüsste er aber schon zuvor. «Unsere Gäste haben sich sehr diszipliniert verhalten. Wir mussten nur wenige auf die Abstandsregel hinweisen.» Nun sei er gespannt, wie sich die Einlassbeschränkung umsetzen lasse: 1000 Gäste sind erlaubt, im Sommer zählt er manchmal das Dreifache.

Auch die Seebäder von Sempach, Eich, Schenkon und Sursee öffnen am Samstag. Geschlossen bleiben gewisse Hallenbäder: Jenes von Sörenberg öffnet erst am 20. Juni, das Hallenbad Mooshüsli in Emmen gemäss Website erst am 17. August.

Bäder hoffen auf rasche Lockerung

Zurück ins Hallenbad Luzern: Hier werden nun letzte Beschriftungen vorgenommen, Garderobenkästli abgesperrt, Angestellte instruiert. «Grundsätzlich appellieren wir an den gesunden Menschenverstand», sagt Reto Mattmann. «Die grösste Herausforderung wird sein, die Gäste auf die Zwei-Meter-Regel hinzuweisen.»

Er hofft, nicht lange Polizist spielen zu müssen. «Wir wollen über unseren Branchenverband für Hallen- und Freibäder möglichst rasch eine weitere Lockerung erwirken.» Badi-Betreiber seien gefordert. «Auf der Ufschötti konnte die Polizei die Abstandsregeln wegen des Grossaufmarschs nicht mehr durchsetzen, wir aber müssen uns in Badis strikt daran halten. Das ist schon fragwürdig.»

Rotseefähre ab 6. Juni elektrisch unterwegs

(dvm) Die Rotseefähre nimmt ab Samstag, 6. Juni 2020 den regulären Betrieb wieder auf. Fährifrau Bernadette Burger und Fährimann Otmar Baumann haben im Winter einen neuen Elektromotor eingebaut, wie sie in einer Mitteilung schreiben. «So können wir fast lautlos und ohne Abgas über den Rotsee gleiten. Ein wunderbares neues Fahrgefühl.» Bald werde auch die geplante Solaranlage auf dem Dach des Bootshauses realisiert. Wegen der Corona-Pandemie habe sich der Einbau verzögert. «Wir sind zuversichtlich, dass wir ab Juli oder spätestens August unseren eigenen umweltfreundlichen Strom erzeugen können.»

Mehr zum Thema