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SPICKEN: Schummelfall Sursee: Kanton ändert die Matura-Regeln

Wer im letzten Kanti-Jahr beim Spicken erwischt wird, darf im schlimmsten Fall nicht an die Maturaprüfung. Das leuchtet nicht immer allen Schülern ein, glaubt der Kanton. Jetzt reagiert er – und bestraft einzelne Schummler gleichzeitig milder.
Ein Schüler studiert sein Maturazeugnis. (Bild: Izedin Arnautovic)

Ein Schüler studiert sein Maturazeugnis. (Bild: Izedin Arnautovic)

Der Fall schlug hohe Wellen: Mehrere Schüler der Kantonsschule Sursee haben vor den Maturaprüfungen 2015 betrogen. Sie fotografierten mit dem Handy Matheprüfungen, stellten die Bilder in einen Whatsapp-Chat und liessen die Aufgaben von Bekannten lösen. Die Gründerin des Chats durfte daraufhin die Maturaprüfung nicht schreiben (Ausgabe vom 20. Juni 2015).
Den Ausschluss hatte die Dienststelle Gymnasialbildung zusammen mit der Maturitätskommission verhängt. Dieses Verfahren wird nun klarer. Bei Unredlichkeiten entscheidet neu nur noch die neunköpfige Maturitätskommission, ob ein Schüler von den Prüfungen ausgeschlossen wird. Dies teilte gestern die Staatskanzlei mit.

Dienststelle gibt Kompetenzen ab

Aldo Magno leitet die Dienststelle Gymnasialbildung, welche ihre Kompetenzen nun abtritt. Auf die Reglementsänderung angesprochen, sagt er: «Die Maturitätskommission ist das Aufsichtsorgan über die Maturaprüfungen. So macht es auch Sinn, dass sie diese Kompetenz umfassend wahrnimmt – also auch bei Unredlichkeiten.» Die alte Regelung sei in der Sache nicht stimmig gewesen. Magno spricht damit ein Postulat an, das SVP-Kantonsrat Rolf Bossart (Schenkon) im Juni 2015 eingereicht hatte. Darin verlangte er von der Regierung, zu zeigen, wie sichergestellt werden kann, dass die zuständigen Schulbehörden das Reglement für die Maturaprüfungen einheitlich und richtig anwenden. Grund für das Postulat war der Fall aus Sursee.

Die Neuregelung beinhaltet einen weiteren Punkt: Neu sollen Gymnasiasten rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht werden, welche Konsequenzen Betrügereien haben – besonders bei den sogenannten Erfahrungsnoten. Damit sind jene Prüfungen gemeint, welche die Schüler vor den Maturaprüfungen schreiben, die allerdings auch zur Endnote zählen. «Einigen Schülern», so Magno «war nicht klar, was sie riskieren, wenn sie bei den Erfahrungsnoten betrügen.» Mit der neuen Regelung gibt sich der Kanton Luzern vor allem eines: mehr Sicherheit. Laut Magno orientieren schon jetzt viele Schulen ihre Schüler. Aber: «Durch die Verankerung im Reglement sind wir abgesichert, dass dies auch überall passiert.»

Ein weiterer interessanter Aspekt: Wenn ein Schüler bei den Vornoten schummelt, wird er neu nicht zwangsläufig von den Schlussprüfungen ausgeschlossen. Bei leichteren, einmaligen Vergehen kommt ein Schüler mit disziplinarischen Massnahmen davon – also zum Beispiel Sozialstunden. «Ein zweites Pardon wird es nicht geben, denn er kennt die Tragweite des Reglements», so Magno. Solche Fälle wie in Sursee kommen laut Magno aber «äusserst selten» vor.

Anders als Luzern handhabt Schwyz Schummeleien vor der Maturaprüfung. Dort gibt es keine einheitlichen Regeln.


Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

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