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SPIEL: Tüftler fordern Zug um Zug das Glück heraus

Zwei Luzerner haben mit «Rhombus» ein neues Strategiespiel lanciert. 140 Stück sind verkauft – auch, weil die beiden in Beizen das Spielfieber geweckt haben.
Ein Erfinder am Werk: Gregor Moser (36) spielt bei sich zu Hause in Schenkon eine Partie «Rhombus». (Bild Pius Amrein)

Ein Erfinder am Werk: Gregor Moser (36) spielt bei sich zu Hause in Schenkon eine Partie «Rhombus». (Bild Pius Amrein)

Man erinnert sich an die Geometriestunden in der Schule: Ein Rhombus ist ein Viereck mit vier gleich langen Seiten, aber eben kein Quadrat. Genau so sieht das Spielfeld vom gleichnamigen Spiel aus, das Gregor Moser (36) und Tobias Bisang (35) erfunden haben. «Ich hatte schon länger die Idee, ein Spiel zu kreieren. Als Abschlussarbeit an der Pädagogischen Hochschule habe ich ein Englisch-Lernspiel entwickelt und mich damit beschäftigt, was ein Spiel interessant macht», sagt Moser aus Schenkon.

Schach und «Dog» kombiniert

Vor Weihnachten 2013 sitzt Seklehrer Moser mit Jugendfreund Tobias, einem Sozialpädagogen, zusammen. Die beiden spielen viel, etwa Boule, Poker oder Jassen. «Meine Idee war, Schach und ‹Dog› zu kombinieren. Es sollte ein Strategiespiel werden, bei dem es auch den Glücksfaktor gibt und das man zu zweit oder zu viert spielen kann», sagt Moser. Schnell war klar, dass das Spielfeld fünf mal fünf Felder haben sollte. «Wir fingen an, uns Werte für die Karten auszudenken. Dann haben wir an den folgenden Tagen mehrere Stunden am Stück gespielt und unsere Regel-Ideen verfeinert.»

Ziel von «Rhombus»: den Gegner in einer Art Schlacht eliminieren. Es gilt, mit seinen Spielfiguren und den zur Verfügung stehenden Karten schlaue Züge zu machen. «Es war eine Herausforderung, die Kartenwerte so zu definieren, dass das Spiel spannend ist, interessante Kombinationen bietet und letztlich auch aufgeht», sagt Moser.

Spielmarathon möglich

Wer «Rhombus»-Einsteiger ist, konzentriert sich in einer ersten Phase auf die eigenen Züge, in der zweiten auf den Gegner. «In der dritten Phase merkt man sich wie beim Jassen, welche ­Karten schon gespielt wurden», so Moser, der von sich sagt, ein guter Verlierer zu sein – ausser, es passieren unnötige Fehler.

Was als Spiel für den engeren Freundeskreis gedacht ist, nimmt schnell grössere Formen an: «Wir haben ‹Rhombus› einem Freund gezeigt, der ein sehr guter Pokerspieler und Jasser ist. Mit ihm spielten wir 13 Stunden am Stück.» So folgen kurz nach Weihnachten 2013 Materialabklärungen. Das Spiel sollte sich optisch von Schach unterscheiden. «Ich wollte es unbedingt magnetisch haben, damit man es auch unterwegs spielen kann. Und wir wollten einheimische Materialien benützen», sagt Moser. Die ersten Spiele verkaufen sie im April 2014. Sie bauen diese selber zusammen: An einem Nachmittag schaffen sie rund zehn Spiele.

Absatz ohne viel Werbung

Inzwischen haben sie 140 Spiele unter die Leute gebracht – die erste magnetische Kunstharzplatte, die sie als Deckel benützen und speziell produzieren liessen, ist damit verbraucht. Dies gelang ohne viel Werbung oder einen Verlag. «Verlage verlangen Bezahlung fürs Testspielen, darauf verzichteten wir. Dafür spielten wir viel in Luzerner Beizen. Leute schauten uns beim Spielen zu, fragten nach dem Spiel. Freunde taten dasselbe, nahmen es mit auf Reisen», sagt Moser. Über die Website wurden die Spiele mittlerweile bis nach Deutschland, Australien und Südamerika verkauft.

Obwohl das Spiel nur ein Hobby ist, lancieren sie jetzt die zweite Auflage. «Wir konnten den Preis für die ­Kunststoffplatte etwas runterbringen, weil wir gleich zwei bestellt haben. Das hilft, denn die Materialkosten sind relativ hoch», so Moser. Nun ist die neue Version erhältlich, mit einem frischen Spielfigurenfarbenkleid. Das Material reicht wieder für 143 Spiele. Zudem existieren weitere Versionen von «Rhombus» – etwa eine für drei Spieler. «Ich finde es toll, wenn sich auch die Spieler zusätzliche Regeln ausdenken», sagt Moser. Und er verrät: Bereits liegen erste Ideen für neue Spiele in der Luft.

Natalie Ehrenzweig

Hinweis

Das Spiel ist für 79 Franken (inkl. Versand) bei www.rhombus-spiel.ch erhältlich. Es wird im Spielwarengeschäft Perpetuum Mobile, Luzern, oder in der Buchhandlung Untertor, Sursee, verkauft.

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