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Luzerner Spitalstrasse: Die Überholspur für Busse ist zu kurz für den Stau

Die erste und einzige elektronische Busspur im Kanton Luzern hat ein Problem zur Stosszeit. Der Rückstau an der Spitalstrasse ist teils zu lang, um den Bussen der VBL ein Ausweichen auf die Gegenfahrbahn zu erlauben.
Simon Mathis
So einfach wie bei der Demonstration im September ist das Überholmanöver auf der Spitalstrasse in Luzern während der Stosszeit nicht. (Bild: Boris Bürgisser, 6. September 2018)

So einfach wie bei der Demonstration im September ist das Überholmanöver auf der Spitalstrasse in Luzern während der Stosszeit nicht. (Bild: Boris Bürgisser, 6. September 2018)

Seit Ende August ist die erste und bisher einzige elektronische Busspur im Kanton Luzern in Betrieb. Sie kommt zu Stosszeiten an einem 200 Meter langen Abschnitt auf der Spitalstrasse zum Einsatz. Die Idee: Wenn sich auf der Strasse die Autos anstauen, können die Busse der VBL auf die Gegenfahrbahn ausweichen und den Stau überholen. (Wir berichteten am 6. September 2018.)

Ein automatisiertes System macht’s möglich. Es reagiert auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der Spitalstrasse und sorgt bei der Anfahrt des Busses dafür, dass die Ampeln der Gegenfahrbahn auf Rot schalten und der Bus das Signal zum Überholen erhält. So kann der Bus zufahren und bleibt zwischen den Haltestellen Kantonsspital und St. Karli nicht im Stau stecken.

Die Schaltstelle des Systems befindet sich beim Tiefbauamt der Stadt Luzern. Das Konzept spart Asphalt und Geld, denn es hat den kostspieligen Bau einer zusätzlichen Busspur hinfällig gemacht. Für die VBL ist die Strecke zentral: jährlich fahren über 2,5 Millionen Passagiere per Bus zum Kantonsspital.

Die Schulung der Buschauffeure ist mittlerweile abgeschlossen. Seit einigen Wochen – nach dem Ende der Herbstferien – wird die elektronische Busspur vermehrt genutzt. Eine Nachfrage beim Tiefbauamt hat nun ergeben: Es läuft noch nicht alles so, wie es sollte.

Rückstau ist länger als erwartet

«Es kann weiterhin vorkommen, dass der Rückstau zeitweise länger als die elektronische Busspur ist», erläutert der Projektleiter Reinhard Hofmann. Bevor er losfahre, müsse der Chauffeur die Spur überblicken können. Da das nicht immer möglich sei, könne der Bus zuweilen nicht ausscheren. «Deshalb kann der Zeitverlust der Busse, der früher mehr als zehn Minuten betrug, nicht komplett eliminiert, aber auf wenige Minuten reduziert werden», sagt Hofmann. Zurzeit beobachte und justiere die Stadt das System, sagt Hofmann. Da die Steuerung komplex sei, könne dies nur schrittweise geschehen.

Vergangene Woche hat sich die Redaktion in den Feierabendverkehr begeben und ist selbst mit einem Bus der Linie 19 mitgefahren. Der Verkehr war moderat, der Bus musste nicht überholen. Dafür gab der Chauffeur kurz Auskunft über das System.

«Es funktioniert gut», sagte der Fahrer. «Die linke Fahrbahn wird nur bei fliessendem Stau freigegeben.» Denn dann könne der Bus wieder einspuren. «Wenn der Stau steht, ist das nicht möglich.» Das System registriere das korrekt. «Pro Schicht überhole ich ein bis zwei Mal», so der Chauffeur. Die «Überholspur» wird also trotz Startschwierigkeiten genutzt. Offizielle Zahlen zu den Fahrzeiten lassen allerdings noch auf sich warten. Sie liegen frühestens Ende Jahr vor, sagt VBL-Sprecher Christian Bertschi: «Vorher macht eine Auswertung keinen Sinn, da das Bild durch die Herbstferien, wo weniger Verkehr herrscht, verfälscht wird.»

Keine weiteren Spuren geplant

Auch der Quartierverein Luegisland ist noch zu keiner Einordnung bereit. Wie sich die elektronische Busspur auf den Verkehr auswirke, lasse sich noch nicht sagen. Bis anhin habe man «noch keine aussagekräftigen Erfahrungen» sammeln können, sagt Co-Präsident René Reinhard. Die zeitgleiche Einführung von Tempo 30 erschwere eine Einschätzung der Busspur zusätzlich.

Nicht nur an der Spitalstrasse haben die VBL mit Rückstau zu kämpfen. Aber die elektronische Busspur ist kein Allheilmittel. Denn sie braucht eine besondere Ausgangslage – eine, die in Luzern nur selten gegeben ist. «Ich sehe momentan in der Stadt Luzern keinen weiteren Ort, an dem die Bedingungen für eine elektronische Busspur erfüllt sind», sagte der zuständige Stadtrat Adrian Borgula unlängst gegenüber der VBL-Zeitung, die diesen November übrigens zum letzten Mal erschienen ist.

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