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Spitalstreit: Experte kritisiert Machtkonzentration

Nimmt der Spitalrat seine Verantwortung wahr, bremst ihn die Politik: Experte Willy Oggier bemängelt das heutige Luzerner System und warnt vor Interessenkonflikten.
Gesundheitsökonom Willy Oggier. (Bild: PD)

Gesundheitsökonom Willy Oggier. (Bild: PD)

Gesundheitsökonom Willy Oggier. (Bild: PD)

Gesundheitsökonom Willy Oggier. (Bild: PD)

Der Eklat zwischen Spitalratspräsident Hans Amrein und dem Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf wirft hohe Wellen. Gesundheitsökonom Willy Oggier ist überrascht über die Radikalität der Eskalation in Luzern, sagt er im Interview mit unserer Zeitung.

Dass es zu Konflikten kommt, erstaunt Oggier jedoch nicht: Die Ursache des Streits ortet er in Interessenkonflikten, die in vielen Kantonen bestünden: Letztere spielten ganz viele Rollen, so jene der Eigner, Betreiber, Spitalplaner und Leistungsbesteller. Deshalb sei die Gefahr gross, «dass der Spitalrat nur beschliessen kann, was dem zuständigen Regierungsrat passt». Tue er das nicht, stelle die Regierung die Spitalführung in den Senkel. So könne der Spitalrat weder den benötigten Handlungsspielraum nutzen noch seine Verantwortung wahrnehmen, kritisiert Willy Oggier.

Hohe Anforderungen an Spitalräte

Die Anforderungen ans strategische Führungsorgan seien indes enorm: «Die Spitalräte müssen einerseits etwas vom Gesundheits- und Spitalwesen verstehen, andererseits politisch mit den Entscheidungsprozessen vertraut sein und die Rahmenbedingungen akzeptieren, die die Kantone vorgeben.» Gleichzeitig brauchten sie betriebswirtschaftliches Know-how und müssten das Unternehmen professionalisieren. «Das ist fast die Quadratur des Kreises», meint Oggier.

Ist Privatisierung die Lösung?

Dass der Konflikt gerade am Luzerner Kantonsspital ausbrach, bedauert Oggier. Denn es arbeite sehr seriös. «Das Spital ist sehr gut positioniert und vernetzt, arbeitet mit anderen Kliniken zusammen und strebt eine gemeinsame Spitalführung mit Nidwalden an», so Oggier. Der Gesundheitsökonom sieht nur zwei Wege, wie sich solche Konflikte künftig vermeiden lassen: entweder eine komplette Privatisierung der Spitäler oder der Kanton bleibt Eigner und überträgt die Spitalplanung einer anderen Instanz.

Fehlendes Vertrauen

Der Streit zwischen dem Spitalratspräsidenten und dem Gesundheitsdirektor war am Freitag publik geworden. Hans Amrein sagte, das Vertrauensverhältnis zu Graf sei nicht mehr vorhanden. Die konkreten Vorschläge des Spitalrats zur Zukunft des Spitals Wolhusen und der Luzerner Höhenklinik Montana seien nicht ernst genommen worden.

Ein ungenügendes Vertrauensverhältnis brachte auch Guido Graf vor. Und machte klar: «Die Gesundheitspolitik macht die Regierung, nicht der Spitalrat.»

Karin Winistörfer

Das ausführliche Interview lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.

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