SPITALVERSORGUNG: Luzerner Kantonsspital sucht Ideen für Neubauten

Um die baulichen Erweiterungen am Luzerner Kantonsspital möglichst optimal zu gestalten, sucht das Spital drei Experten-Teams. Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen gewöhnlichen Wettbewerb.

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Blick in ein Patientenzimmer, so wie es im neuen Luzerner Kinderspital gemäss dem im Jahr 2016 gestoppten Siegerprojekt von 2010 geplant war. (Bild: Visualisierung Webereinhardt Generalplaner AG)

Blick in ein Patientenzimmer, so wie es im neuen Luzerner Kinderspital gemäss dem im Jahr 2016 gestoppten Siegerprojekt von 2010 geplant war. (Bild: Visualisierung Webereinhardt Generalplaner AG)

Das Luzerner Kantonsspital (Luks) plant in den nächsten 20 Jahren am Standort Luzern eine bauliche Gesamterneuerung, die sogenannte «Osterweiterung». Dabei sollen längerfristig diverse der älteren Gebäude Neubauten weichen. Der Neubau des Kinderspitals wird prioritär behandelt und soll bereits im Jahr 2025 in Betrieb genommen werden. Gemäss letzten Einschätzungen belaufen sich die Kosten für die «Osterweiterung» auf rund 900 Millionen Franken.

Ein derart grosses Projekt wirft auch Fragen auf: Wie soll sich das Spital räumlich entwickeln? Wie geht man mit der erhaltenswerten Bausubstanz um? Wie kann der Freiraum auf dem Areal genutzt werden? Wie sind die unterschiedlichen Gebäude optimal zueinander anzuordnen? Genau diese Fragen stellt sich das grösste Zentralschweizer Unternehmen – und schreibt heute einen entsprechenden Wettbewerb aus. Gesucht werden drei interdisziplinär zusammengesetzte Expertenteams. Gemäss Luzerner Kantonsblatt müssen diese Fachkenntnisse in Architektur/Städtebau, Betriebs-/Spitalplanung, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung vorweisen können. Jedes Team erhält vom Kantonsspital eine Entschädigung von 100000 Franken.

Bei der Planung dürfen alle mitreden

Die Teams sind aufgefordert, für das östliche Spitalareal im Rahmen des Testplanungsverfahrens einen Entwicklungsplan zu erarbeiten, «welcher unter anderem die optimale Setzung der verschiedenen Baufelder, wie beispielsweise den künftigen Standort des Kinderspitals, garantiert», sagt der Leiter der Unternehmenskommunikation, Andreas Meyerhans. Parallel zum Testplanungsverfahren werde zudem für das neue Kinderspital bis Anfang 2019 auch das Betriebskonzept fertiggestellt.

Beim Testverfahren handelt es sich im Gegensatz zu den üblichen Wettbewerbsverfahren um ein dialogbasiertes Prozedere. Konkret heisst das: In Workshops werden die teilnehmenden Gruppen und das Spital als Auftraggeber den Planungsprozess diskutieren. Auch die teilnehmenden Teams stehen dabei im Austausch miteinander. Es handelt sich also nicht um eine Konkurrenzsituation, wie es bei solchen Ausschreibungen üblicherweise der Fall ist. Bis am 4. Mai können Anmeldungen eingereicht werden. (kuy)