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Spitex im Seetal ist neu die Drittgrösste im Kanton Luzern

Der Verein Spitex Hochdorf und Umgebung expandiert. Ab Januar erstreckt er sich über elf Gemeinden und deckt ein Gebiet von 32'000 Einwohnern ab. Dieser Schritt bedeutet auch: Die Spitex Hitzkirchertal ist Geschichte.
Ernesto Piazza
Die Spitex Hochdorf und Umgebung kümmert sich nun auch um die Klienten im Raum Hitzkirch. Von links: Hugo Beck, Gemeinderat Hitzkirch, Brigitte Pfrunder, Geschäftsleiterin Spitex Hochdorf und Vereinspräsident Daniel Rüttimann. (Bild: Eveline Beerkircher (Hochdorf, 4. Juli 2018))

Die Spitex Hochdorf und Umgebung kümmert sich nun auch um die Klienten im Raum Hitzkirch. Von links: Hugo Beck, Gemeinderat Hitzkirch, Brigitte Pfrunder, Geschäftsleiterin Spitex Hochdorf und Vereinspräsident Daniel Rüttimann. (Bild: Eveline Beerkircher (Hochdorf, 4. Juli 2018))

Die ambulante Pflege und Betreuung im Seetal erfährt eine einschneidende Veränderung. Die Spitex Hitzkirchertal hat ihren Betrieb eingestellt. Um deren Klienten kümmert sich nun die Spitex Hochdorf und Umgebung – offiziell aber erst ab Januar 2019. Dann gehören zu diesem Verein nebst den bisherigen Kommunen Ballwil, Eschenbach, Hochdorf, Hohenrain, Inwil und Römerswil neu auch Aesch, Altwis, Ermensee, Hitzkirch sowie Schongau. So befinden sich künftig elf Gemeinden unter einem Dach. Dadurch können rund 32 000 Einwohner von den Leistungen des hinter Luzern und dem Rontal nunmehr drittgrössten Spitex-Anbieters des Kantons profitieren.

Der Verein Spitex Hochdorf und Umgebung leistet seit 25 Jahren durch Leistungsvereinbarungen mit den Gemeinden die gesetzlich vorgeschriebene ambulante Hilfe und Pflege zu Hause.

Daniel Rüttimann, Hochdorfer CVP-Gemeinderat und Präsident des Vereins Spitex Hochdorf sagt: «Dieses Seetalprojekt zeigt deutlich die Chancen und den Mehrwert von Kooperationen auf.» Es sei ein strategisch vernünftiger Entscheid zu Gunsten der Bevölkerung, der Klienten, der Mitarbeitenden und der involvierten Gemeinden. Rüttimann sieht darin gute Grundlagen, die künftigen Herausforderungen im ambulanten Pflegebereich – insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung – effizient zu meistern.

Operative Leitung bereits im Frühling übernommen

In den offiziell per 1. Januar 2019 dazu stossenden Gemeinden hat der Verein Spitex Hochdorf und Umgebung bereits seit 1. Mai die operative Leitung übernommen. Das sei auf Wunsch der Spitex Hitzkirchertal passiert, erklärt Rüttimann. Ein Blick auf deren Homepage zeigt: Die Organisation hat den Betrieb per 1. Mai 2018 eingestellt. Bei der spitalexternen Hilfe und Pflege wird auf die Spitex Hochdorf und Umgebung und beim Mahlzeitendienst auf das Hitzkircher Altersheim Chrüzmatt verwiesen.

«Für das Personal und die Klienten verlief dieser Wechsel sehr zufriedenstellend und reibungslos.»

«Für das Personal und die Klienten verlief dieser Wechsel sehr zufriedenstellend und reibungslos», betont Daniel Rüttimann. Brigitte Pfrunder, Geschäftsleiterin Spitex Hochdorf, sagt auf Anfrage aber auch: «Die Übernahme der Klienten und des Personals des Vereins Spitex Hitzkirchertal war mit beträchtlichem Mehraufwand verbunden.» Das Team habe diese Herausforderung allerdings gut gemeistert.

Vor vier Jahren waren Hitzkircher gegen Fusion

Mehr als vier Jahre nach der geplatzten Fusion dieser beiden Vereine kommt es nun also doch zu einem Zusammenschluss. Damals hatte die Spitex Hochdorf und Umgebung ein solches Vorgehen einstimmig befürwortet. Bei der emotionalen Generalversammlung der Spitex Hitzkirchertal sprachen sich die 124 anwesenden Mitglieder allerdings deutlich gegen eine Fusion aus. «Den beiden Vorständen und den verantwortlichen Gemeinderäten gelang es, die neue Situation pragmatisch und kooperativ zu lösen», sagt Vereinspräsident Rüttimann.

In den letzten Wochen haben die Exekutivmitglieder der fünf zusätzlichen Kommunen den Beitritt sowie die neuen Leistungsvereinbarungen genehmigt. Hugo Beck (FDP), Ressortverantwortlicher Gesundheit und Soziales in Hitzkirch, erklärt stellvertretend für die neuen Anschlussgemeinden: «Durch die jetzige Grösse unserer gemeinsamen Spitex im Seetal wird das Kompetenzzentrum für die ambulante Pflege zu Hause weiter gestärkt.» Und er ist überzeugt, dass das Angebot und die Betreuungszeiten dadurch noch treffender auf die Bedürfnisse «unserer Bevölkerung angepasst werden.»

Spitex rechnet räumlich mit zusätzlichem Bedarf

Der Stützpunkt bleibt auch nach der Erweiterung in Hochdorf. Aktuell beschäftigt die Spitex Hochdorf und Umgebung über 55 Personen in rund 32 Vollzeitstellen. Da das Personal grösstenteils bei den Klienten vor Ort im Einsatz steht, war die Übernahme räumlich zu stemmen. Doch mit Blick in die Zukunft sagt Rüttimann: «Wir werden diesbezüglich in den nächsten zwei bis drei Jahren wohl mehr Ressourcen benötigen.» Dabei will die Spitex Hochdorf und Umgebung an lediglich einem Standort festhalten. Und es ist davon auszugehen, dass dieser im Zentrum des Seetals bleibt.

Bei der Übernahme der fünf Gemeinden des unteren Seetals profitierten die Verantwortlichen von den Vorarbeiten bei der Übernahme von Inwil. Ende letzten Jahres war bekannt geworden, dass diese Kommune sich per Anfang 2019 für einen Weggang von der Spitex Rontal plus entschieden hat. Ob finanziell oder personell habe dasselbe Prozedere angewendet werden können, so Rüttimann. Deshalb hätten die fünf neuen Gemeinden schnell gewusst, woran sie mit der Spitex Hochdorf und Umgebung seien. Und schnell hat es offenbar auch gehen müssen, «weil sich für das Hitzkirchertal aufgrund der gesetzlichen Verpflichtungen eine neue Lösung aufdrängte».

Wachsende Konkurrenz von privater Seite

Der Vereinspräsident betont zudem: «Es ist generell unser oberstes Credo, gute Leistungen zu einem interessanten Preis anzubieten. Dies zu Gunsten der Klienten und auch der Gemeinden, welche seit 2011 mit der gesetzlich vorgegebenen Restfinanzierung wesentlich eingebunden sind.» Das erwähnte Credo ist mittlerweile umso mehr ein wichtiges Kriterium, weil den Vereinen von privaten Anbietern zusehends Konkurrenz erwächst.

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