Kommentar

Spitex-Termine zu spät absagen: Wer schlampt, soll zahlen

Die Spitex Rontal Plus verlangt neu eine Pauschale von 50 Franken, wenn Klienten einen Termin nicht mindestens 24 Stunden vorher annullieren. Das ist richtig so, findet Politreporter Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer
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LZ-Politreporter Lukas Nussbaumer.

LZ-Politreporter Lukas Nussbaumer.

Die Spitex Rontal Plus als zweitgrösste Organisation im Kanton Luzern erhebt für nicht fristgerechte Annullationen von Terminen neu eine Pauschale von 50 Franken. Bei wöchentlich drei unverhofften Absagen von geplanten Einsätzen erstaunt diese Massnahme nicht. Doch pauschal verrechnete Strafgebühren sind bei den Luzerner Spitex-Organisationen derzeit nicht Usus, dafür vom Aufwand abhängige. Auch die Spitex Rontal Plus hat kurzfristige Absagen bis jetzt nach der Zeitdauer des vorgesehenen Einsatzes verrechnet. Ist der Wechsel auf eine Pauschale fair?

Pauschalen sind zwar nicht in jedem Fall gerecht. Wer einen geplanten längeren Einsatz der Spitex zu spät absagt und erst noch weit weg von der Zentrale zu Hause ist, verursacht höhere Unkosten als eine in der Nähe wohnende Person, die nur für eine kurze Zeit Pflege braucht. Dafür verursachen Pauschalen weniger Administrationsaufwand. Und sie erleichtern den meist sowieso unter hohem Zeitdruck stehenden Angestellten die Arbeit.

Wer die Vor- und Nachteile abwägt, wird sich deshalb für Pauschalen entscheiden. Sie sind im Gesundheitswesen auch gang und gäbe. Dass nicht alle Spitex-Organisationen die gleichen Beträge für zu kurzfristige Annullationen verlangen, ist zu verschmerzen. In der mit Vorschriften gespickten Branche sollen die Dienstleister in nicht zwingend normbedürftigen Bereichen ruhig selber entscheiden können.