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SPITZENAMT: Reto Wyss verliert gegen Parteikollegin

Der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss muss der Zürcherin Silvia Steiner bei der Wahl zum Präsidenten der kantonalen Erziehungsdirektoren den Vortritt lassen. Der CVP-Politiker sagt, warum er zur Kampfwahl angetreten ist.
Lukas Nussbaumer
«Ich hätte dieses Amt sehr gerne ausgeführt», sagt der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss. (Bild Philipp Schmidli)

«Ich hätte dieses Amt sehr gerne ausgeführt», sagt der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss. (Bild Philipp Schmidli)

Die Zentralschweiz muss weiter auf das Präsidium der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) warten. Der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP, 51) unterlag bei der gestrigen Wahl zum Nachfolger des liberalen baselstädtischen Regierungsrats Christoph Eymann in Sion Silvia Steiner. Das Wahlresultat wird nicht kommuniziert. Letztmals stand ein Zentralschweizer zwischen 1969 und 1973 an der Spitze der EDK – mit dem Zuger CVP-Politiker Hans Hürlimann, dem späteren Bundesrat.

Die 58-jährige Silvia Steiner, die seit 2015 Zürcher Erziehungsdirektorin ist, gehört wie Wyss der CVP an. Sie hat langjährige Verbindungen zur Zentralschweiz. So war die Bürgerin von Lauerz SZ zwischen 2002 und 2005 Kripochefin bei der Zuger Polizei. Ausserdem unterrichtete sie während 15 Jahren an der Polizeischule Hitzkirch.

Reto Wyss, Sie haben die Wahl in das prestigeträchtige Amt des höchsten Schweizer Bildungsdirektors verpasst. Sind Sie enttäuscht?

Sagen wir es so: Ich hätte dieses Amt sehr gerne ausgeführt. Auch für die Region Zentralschweiz, die letztmals vor bald 50 Jahren an der Spitze der EDK stand.

Ganz spurlos geht die Nichtwahl vermutlich aber nicht an Ihnen vorbei?

Ganz spurlos sicher nicht. Ich habe mich ja auch engagiert und wollte dieses Amt. Von einer grossen Enttäuschung zu reden, wäre aber übertrieben. Schliesslich muss man bei jeder Wahl damit rechnen, das Rennen zu verlieren. Und ich wusste natürlich, dass Silvia Steiner eine starke Konkurrentin ist.

Noch Anfang Woche war die Rede davon, dass Sie freiwillig auf eine Kampfwahl verzichten könnten. Warum haben Sie sich trotzdem entschlossen, gegen Ihre Parteikollegin anzutreten?

Silvia Steiner und ich haben diese Woche miteinander geredet. Wir sind zum Schluss gekommen, der Versammlung eine Auswahl zu bieten, auch wenn Kampfwahlen nicht die Regel sind.

Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit jener Regierungsrätin vorstellen, die Sie geschlagen hat?

Gut! Silvia Steiner und ich haben ein sehr gutes Einvernehmen. Ich werde sie in ihren Aufgaben als Präsidentin unterstützen und selber weiter ein aktives Mitglied der Erziehungsdirektorenkonferenz sein.

Der Zeitaufwand für das Präsidium beträgt 15 bis 20 Prozent. Sind Sie nicht auch froh, dass Sie während dieser Zeit nun Probleme in Luzern lösen können?

Ich hätte mich sicher so organisieren können, dass ich mich auch im Fall einer Wahl weiterhin stark für die Aufgaben in Luzern engagiert hätte.

Sie sagten Mitte September gegenüber unserer Zeitung, dass Sie sich dieses Amt zutrauen würden. Nun muss die Zentralschweiz weiter warten. Was heisst das für unsere Region?

Selbstverständlich wäre es schön und wichtig gewesen, wenn die Zentralschweiz ab dem neuen Jahr den EDK-Präsidenten hätte stellen können. Wir werden unsere Anliegen trotzdem einbringen können, die Zentralschweiz ist ja auch im Vorstand vertreten.

Warum wäre ein Zentralschweizer Präsidium für die Region denn so wichtig?

Es ist wichtig, dass auch die Zentralschweiz als starke, engagierte Stimme in unserem Land wahrgenommen wird. Damit das so ist, dürfen wir uns nicht verstecken.

Die Amtsdauer des EDK-Präsidenten beträgt in der Regel vier Jahre. Kandidieren Sie 2020 erneut?

Das ist viel zu weit weg. Darüber mache ich mir heute keine Gedanken.

Interview: Lukas Nussbaumer

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