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Springmesser aus dem Internet: Staatsanwaltschaft Luzern eröffnet 43 Verfahren wegen illegalem Waffenimport

Die Zollverwaltung hat im März 46 Waffen abgefangen, die aus dem Ausland in den Kanton Luzern hätten geliefert werden sollen. Viele Personen, die im Internet Messer oder Schlagringe bestellt haben, erhalten in den nächsten Tagen keine Ware, dafür eine Vorladung.
Roger Rüegger
Beschlagnahmte Waffen und gefährliche Gegenstände anlässlich der Jahresmedienkonferenz der Staatsanwaltschaft. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 19. Februar 2019)

Beschlagnahmte Waffen und gefährliche Gegenstände anlässlich der Jahresmedienkonferenz der Staatsanwaltschaft. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 19. Februar 2019)

Im Internet kann man heutzutage fast alles bestellen. Auf ausländischen Handelsplattformen haben Personen aus dem Kanton Luzern in den letzten Wochen diverse Waffen bestellt. Nicht alle sind an die Adressaten geliefert worden, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern am Mittwochnachmittag mitteilte.

«Die Zollverwaltung hat Mitte März insgesamt 46 Waffen abgefangen, welche illegal aus dem Ausland bestellt und an Kunden in den Kanton Luzern gesendet wurden», heisst es in der Mitteilung. Die Waffen wurden der Staatsanwaltschaft zugestellt. Dabei handelt es sich um 35 Springmesser, drei Schmetterlingsmesser, fünf Teleskop-Schlagstöcke, zwei Schlagringe und eine Soft-Air-Gun.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen die insgesamt 43 Besteller Verfahren eingeleitet, welche im Frühjahr 2019 illegal und ohne notwendige Bewilligungen Waffen im Ausland bestellt haben. Es handelt sich dabei um fünf Frauen und 38 Männer im Alter von 14 bis 78 Jahren. Sie stammen aus Deutschland, Italien, Portugal, der Ukraine und der Schweiz und wohnen sowohl in der Stadt Luzern wie auch in Gemeinden vom Kanton Luzern. In drei Fällen handelt es sich um Jugendliche. Diese Verfahren werden von der Jugendanwaltschaft geführt.

Die Zunahme von Waffenimporten ist massiv

Bereits im Januar hat die Zollverwaltung 20 Waffen abgefangen und der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern zugestellt. Laut Simon Kopp, Kommunikationsverantwortlicher der Staatsanwaltschaft Luzern, wurden im letzten Jahr 58 illegale Waffen aus dem Internet sichergestellt. Heuer sind es bereits deren 66.

In den meisten Fällen wurden die Waffen bei Online-Billiganbietern in China oder Asien bestellt. Die Waffen wurden beschlagnahmt und werden vernichtet. Das Perfide daran ist, dass womöglich etliche Leute nicht wissen, dass sie sich mit der Bestellung von solcher Ware strafbar machen, wie Kopp sagt. «Die 43 Personen werden in den nächsten Tagen informiert, dass wir ein Verfahren gegen sie eröffnet haben. Anstelle des Springmessers erhalten sie eine Vorladung per Post», so Kopp.

Strafregistereintrag von mindestens zwei Jahren

Die Waffen seien auf zwei bestimmten Internetplattformen bestellt worden, die Ware sehr billig anbieten. Dass man mit der Bestellung einen illegalen Handel eingehe, werde von diesen Plattformen nicht kommuniziert, sagt Kopp.

Daher warnt die Staatsanwaltschaft explizit vor illegalen Waffenimporten. Ein legaler Import setze voraus, dass man über die notwendigen Bewilligungen verfüge. Für jede Waffe nach Waffengesetz (Feuerwaffen, Soft-Air, Co2, Luftdruck-, Schreckschuss- und Imitationswaffen) benötigt der Erwerber vor der Bestellung der Waffe, eine Verbringbewilligung. Diese wird von der Zentralstelle Waffen in Bern, nach Überprüfung der Waffenbesitzberechtigung über die Kantone, ausgestellt. Wer nicht im Besitz einer solchen Bewilligung ist, macht sich strafbar. Gegen jene Personen werden Strafuntersuchungen eingeleitet.

Neben hohen Kosten (Bussen, Geldstrafen und Gebühren) führen solche Verfahren laut Kopp bei einem Schuldspruch auch zu einem Eintrag ins Strafregister. Dieser bleibt mindestens zwei Jahre bestehen.

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