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ST. GALLEN / LUZERN: «Modelagent» wegen Vergewaltigung verurteilt

Ein 35-jähriger Schweizer aus dem Kanton Luzern, der sich als Modelagent ausgab, ist vom Kreisgericht St. Gallen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Der Mann köderte ein 15-jähriges Mädchen mit einem Modelvertrag und vergewaltigte den Teenager mehrmals.
Der Mann köderte die 15-Jährige mit einem Model-Vertrag. Auf dem Bild: Frauen melden sich fürs Casting von «Germany's next Topmodel» an. (Bild: AP / Martin Meissner)

Der Mann köderte die 15-Jährige mit einem Model-Vertrag. Auf dem Bild: Frauen melden sich fürs Casting von «Germany's next Topmodel» an. (Bild: AP / Martin Meissner)

Der Beschuldigte war vor Gericht vollumfänglich geständig. In der Befragung des vorsitzenden Richters schilderte er, wie er die Hoffnungen des Mädchens auf eine Traumkarriere als Model perfide ausgenutzt hatte.

Die 15-Jährige war auf die Versprechen des falschen Modelagenten hereingefallen. Der 35-jährige Schweizer bot ihr im Beisein der Mutter einen Vertrag mit hohem Honorar an und lockte sie mit Lügengeschichten in Hotels. Dort schändete und vergewaltigte er das Mädchen mehrmals.

Lügen aufgetischt

Über eine flüchtige Bekannte knüpfte der Mann im September 2009 telefonisch Kontakt mit dem späteren Opfer. Er nannte einen falschen Namen und gaukelte vor, er arbeite im Auftrag einer bekannten Agentur in Deutschland. Mit seinen Lügengeschichten konnte er nicht nur die Minderjährige überzeugen, sondern auch ihre Mutter und Schwester. Er versprach einen Modelvertrag und lukrative Honorare.

Später bestand er darauf, das Mädchen alleine in St. Gallen zu treffen, um erneut über den Vertrag zu reden. Er log ihm vor, er könne das Papier nur dann unterschreiben, wenn sie entweder mit ihm oder einem bekannten Modelagenten schlafe. Da sie sich weigerte, täuschte er Telefonanrufe mit seinem angeblichen Auftraggeber vor.

Er stellte ihr ein Honorar von 1,1 Mio Franken in Aussicht. Weil sie Angst hatte, der Vertrag könnte nicht zustande kommen, willigte sie ein, sich Streicheln zu lassen. Der Beschuldigte aber vergewaltigte sie.

Nach Basel gelockt

Der 35-jährige erfand weitere Lügengeschichten. Er lockte das Mädchen nach Basel, wo er ihr den Besuch einer Party mit Heidi Klum von der Reality-TV-Show «Germanys next Topmodel» versprach. Es gelang ihm erneut, es zu vergewaltigen. Er habe von Anfang an gewusst, dass das Opfer minderjährig sei, erklärte der Beschuldigte an der Gerichtsverhandlung. Auch habe er weitergemacht, obwohl es gesagt habe, er solle aufhören.

Der Staatsanwalt bezeichnete das Vorgehen des Beschuldigten als perfide und manipulativ. Er habe sich bereits früher als angeblicher Modelagent ausgegeben und Mädchen getäuscht, die sich eine Karriere als Topmodel erträumt hätten.

In seinem Plädoyer wies der Staatsanwalt auch darauf hin, dass sich der Mann nach dem Auffliegen seiner Straftaten einem Gerichtsverfahren entzogen hatte. Er flüchtete nach Deutschland, tauchte mehrere Jahre unter und kam erst im Februar 2015 wieder in die Schweiz. Nach mehreren Monaten Untersuchungshaft wurde er in ein Massnahmenzentrum überführt.

Unbedingte Freiheitsstrafe

Das Kreisgericht St. Gallen folgte grossmehrheitlich den Anträgen der Anklage und verurteilte den Beschuldigten wegen Schändung, mehrfacher Vergewaltigung und mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind. Das Gericht sprach eine Freiheitsstrafe von drei Jahren aus und ordnete an, dass der Vollzug zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben wird.

Das Opfer erhält eine Genugtuungssumme von 18'000 Franken. Die Gerichtskosten, die der Beschuldigte bezahlen muss, betragen rund 40'000 Franken. Da sein Mandant vollumfänglich geständig war, hatte der Verteidiger auf eine Verurteilung im Sinne der Anklage plädiert.

sda

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