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ST. GALLEN/LUZERN: Luzerner Juden-Aktion ist nicht strafbar

Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen die Luzerner Fans, die nach dem Fussballspiel FC St.Gallen - FC Luzern Mitte Februar mit einem als Juden verkleideten Mann durch die Strassen gezogen sind.
Geschmacklose Aktion der FCL-Fans wurde beispielsweise auf storyfilter.com publik gemacht. (Bild: Screenshot storyfilter.com)

Geschmacklose Aktion der FCL-Fans wurde beispielsweise auf storyfilter.com publik gemacht. (Bild: Screenshot storyfilter.com)

Die Ermittlungen der Polizei hätten ergeben, dass sich ein Luzerner Fan als Jude kostümiert habe, um die St.Galler Fans zu provozieren. Der Fan setzte sich nach der Ankunft des Fanzugs an die Spitze der Luzerner, wo er bei der Verzweigung Herisauer Strasse / Zürcher Strasse beim Trennzaun in Richtung der St.Galler Fans einen Tanz aufführte. Beim Verlassen des Zuges und auch wieder beim Zaun wurde der als Jude verkleidete Fan laut Communiqué von hinten mit einem Stock geschlagen. Diese Aktion sei mit ihm nicht abgesprochen gewesen.

Anführer, nicht Getriebener

Während des grössten Teils des Fanwalks sei er als Anführer und nicht als Getriebener aufgetreten. Für die Staatsanwaltschaft ist die Darstellung einiger Medien, der Mann sei durch die Strassen getrieben worden, deshalb unzutreffend. Die Fans hätten jedoch während kurzer Zeit skandiert: «Und sie werden fallen, die Juden aus St.Gallen.»

Der maskierte Fan und zwei der Fans, die am Sprechchor beteiligt waren, konnten identifiziert werden - nicht aber der Mann, der die Stockschläge andeutete.

Keine rassistische Absicht

Für die Staatsanwaltschaft wurde die Grenze zur Strafbarkeit nicht überschritten. Sie schreibt dazu, dass gegen die Rassismus-Strafnorm derjenige verstosse, der den Begriff «Jude» so verwende, dass er im ideologischen Sinn ein Klischee als Bestandteil nationalsozialistischer oder faschistischer Ideologie bediene und den Juden die Existenzberechtigung abspreche. Weiter heisst es: «Das war hier nicht der Fall und von den Betroffenen auch nicht beabsichtigt.»

Trotzdem sei klar, dass die Aktion und der Sprechchor auf Juden verletzend wirken mussten. Den drei Luzerner Fans wurden deshalb die Kosten der polizeilichen Ermittlung von je 300 Franken überbunden. Die am 2. Juli erlassenden Nichtanhandnahmeverfügungen seien noch nicht rechtskräftig.

jmw/tagblatt.ch

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