St. Klemens Ebikon: Im ehemaligen Internat ziehen bald Studenten ein

Das Gymnasium St. Klemens will drei der sieben Etagen des Hochhauses bereits auf das Herbstsemester 2020 zu Wohnraum für Studenten umnutzen. Dafür ist aber ein Umbau nötig, denn die heutigen Zimmer weisen einen entscheidenden Makel auf.

Roman Hodel
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Früher Internat, bald Wohnraum für Studenten und Schüler: Das Hochhaus des Gymnasiums St. Klemens. (Bild: Dominik Wunderli, Ebikon 19. November 2019)

Früher Internat, bald Wohnraum für Studenten und Schüler: Das Hochhaus des Gymnasiums St. Klemens. (Bild: Dominik Wunderli, Ebikon 19. November 2019)

Jetzt ist klar, was das private Gymnasium St. Klemens in Ebikon mit seinem Hochhaus vor hat, das seit der Schliessung des Internats Ende des letzten Schuljahres (wir berichteten) zum Teil leer steht: Auf der dritten, vierten und fünften Etage ist Wohnraum für Studenten geplant. Weil die heutigen Internatszimmer relativ klein und ohne Nasszelle ausgestattet sind, ist ein Umbau nötig. Dank der Zusammenlegung von je zwei kleineren Zimmern und zusammen mit den drei grossen Zimmern entstehen sieben Zimmer pro Stockwerk mit bis zu 30 Quadratmetern - also insgesamt 21 auf allen drei Etagen. «In den grossen Komfortzimmern können sich auch zwei Personen bequem einrichten», sagt Rektor René Theiler. Auf jedem Geschoss entsteht überdies eine grosse Wohnküche – quasi die gute Stube für alle.

Wohnraum für Studierende liegt laut Theiler auf der Hand: «Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler auf das Hochschulstudium vor und durch dieses neue Angebot erhalten sie automatisch Kontakt mit Leuten, die bereits ein Studium angefangen haben.» Abgesehen davon wolle man auf einer der drei Etagen auch Wohnraum für ältere Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums zur Verfügung stellen. Aktuell lebt bereits eine kleine Gruppe von Gymnasiasten in einer Wohngemeinschaft im Hochhaus. Theiler sagt:

«Aber eben auf eigene Verantwortung und nicht mit einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung wie davor im Internat.»

Entsprechend tiefer sind die Kosten sowohl für das Gymnasium als auch die Eltern. Theiler ist überzeugt, dass die Nachfrage nach solchem Wohnraum da ist: «Wir kennen die Zahlen – der Bedarf wächst immer noch.» Denn Luzern habe sich in den letzten Jahren national zu einer beliebten Stadt für ein Studium entwickelt. Zwar sind in letzter Zeit an mehreren Orten neue Wohnmöglichkeiten für Studierende entstanden oder noch im Bau – etwa im Schweighof Kriens (138 Wohnplätze) und in Hergiswil (95 Wohnplätze). Doch er streicht die Lage des St. Klemens hervor: Es ist stadtnah und trotzdem im Grünen gelegen. Zudem hält die Buslinie 1 ab Mitte Dezember ganz in der Nähe.

Zuoberst spielt die Musik

Auf den restlichen Stockwerken des Hochhauses bleibt alles wie gehabt: Schon heute sind dort Teile des Schulbetriebs einquartiert. Die Tagesschule belegt die Etagen 0, 1 und 2. Entsprechend dienen die ehemaligen Internatszimmer als Studierzimmer, zudem gibt es Lernunterstützung und andere Angebote. Auf der obersten, 6. Etage werden die Fächer Musik und bildnerisches Gestalten unterrichtet.

Überhaupt sei das Hochhaus baulich in einem guten Zustand. Die letzte Komplettsanierung liegt erst sieben Jahre zurück. Damals wurden die Sichtbetonfassade und alle Fenster erneuert sowie die Heizung von Öl auf Holzpellets umgestellt. Trotzdem sind im Rahmen des Umbaus für das studentische Wohnen «vertikal» einige Erneuerungen vorgesehen: Namentlich die Zu- und Abwasserleitungen, Stromleitungen und der Lift. «Davon profitiert das ganze Gebäude», so Theiler.

Noch offen ist, wie viel die Miete für die Zimmer betragen wird und welche Kosten bezüglich Umbau auf die Pallotiner-Stiftung St. Klemens als Eigentümerin des Gymnasiums zukommen. Theiler sagt:

«Eine Zahl zu nennen, wäre nicht seriös – wir stehen erst auf Stufe Projektstudie.»

Wobei: Der zeitliche Fahrplan ist ambitiös. In Kürze will die Stiftung eine Baueingabe machen, im besten Fall sollen die Arbeiten im nächsten Sommer starten und die Räume auf den Start des Herbstsemesters 2020 bereit sein. Er sagt: «Es ist ja kein Riesenumbau.»

Internat nach fast 90 Jahren aufgegeben

Wegen rückläufiger Zahlen der Internatsschüler und reduzierter Pro-Kopf-Beiträgen des Kantons Luzern hat die Pallotiner-Stiftung das Internat des St. Klemens auf Ende des vergangenen Schuljahres geschlossen. Bei Bekanntgabe der Schliessung im Mai 2018 waren gerade mal noch 9 von 160 Schülerinnen und Schülern sogenannte «Interne». Im Jahr 2009 waren es noch 21 Schüler und in früheren Zeiten deutlich mehr. Ursprünglich war das ganze Hochhaus als Wohnheim konzipiert.

Das Gymnasium St. Klemens wurde 1932 gegründet und ist seit 1934 am Rotsee beheimatet. Die heutigen Gebäude entstanden in den 1960er Jahren in Etappen. Die Sichtbetonbauten wurden von Architekt Max Ribary entworfen. Die Denkmalpflege stuft das Ensemble als «erhaltenswert» ein, die dazugehörende Kirche gar als «schützenswert». Die Schulanlage sei ausgezeichnet und spannungsvoll in die Landschaft eingebettet, heisst es in der Würdigung der Denkmalpflege. Und: Die skulptural durchgeformten, klar geometrischen Bauelemente würden ein differenziertes äusseres Erscheinungsbild schaffen. (hor)