ST. NIKLAUSEN: 10'000 Elektrofahrzeuge: Jetzt brauchts Geld

166 Millionen Franken für die Massenfertigung von Elektrofahrzeugen des Projekts Mindset: So viel will die Beteiligungsgesellschaft Spirt Avert über zwei Kapital­erhöhungen beschaffen.

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Der futuristisch anmutende Mindset – hier ein Prototyp – ist als «politically correct car» konzipiert. (Bild pd)

Der futuristisch anmutende Mindset – hier ein Prototyp – ist als «politically correct car» konzipiert. (Bild pd)

Der Ausgabepreis pro Inhaberaktie soll bei 37 Franken liegen und das Bezugsrecht der Altaktionäre ausgeschlossen werden. Im ersten Schritt kann Spirt Avert bis zu 1'795'881 autorisierte Inhaberaktien platzieren. Weitere Informationen sind auf die GV vom 3. Juni angekündigt. Dann ist auch geplant, die Firma in Mindset Holding umzubenennen. Die Spirt-Avert-Aktie machte am letzten Freitag einen Kurssprung von 53 Prozent. Dies möglicherweise mit den in der Medienmitteilung von Ende April angekündigten «potenziell kursrelevanten Fakten» wie der Fördergeldzusage des Bundeslands Sachsen-Anhalt, dem SAP-Projekt «Green Fleet» und dem Mandat des Bankhauses Sal. Oppenheim.

Durststrecke bis zum 1. Quartal 2010
Für das vergangene Geschäftsjahr weist Spirit Avert einen Verlust von 11,6 Millionen Franken aus. Mit 7 Millionen Franken sei der Löwenanteil in die Weiterentwicklung und Fortführung des Projekts Mindset geflossen. Die Entwicklung des Elektrofahrzeugs hin zur Serienreife lasse keine nennenswerte Umsätze vor dem 1. Quartal 2010 erwarten. Die Gesellschaft werde bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin hohe Entwicklungskosten zu tragen haben.

Spirt Avert ist die kotierte Muttergesellschaft der Mindset AG und in St. Niklausen zuhause. Mindset (siehe Hauptbild und Bild unten; pd) ist ein neuartiges Automobil, das sich sowohl technisch, als auch ästhetisch von herkömmlichen Fahrzeugkonzepten stark unterscheidet, wie es auf der Website des Unternehmens heissst. Es handle sich um das erste europäische Elektrofahrzeug, das von Grund auf als alltagstaugliches Elektroautomobil konzipiert wurde und als besonders energieeffizient gelte. Die Entwicklung und Vermarktung dieses «Zero-Local-Emission-Fahrzeuges» – Ziel sei es, einen «politically correct car» zu erschaffen – stellt die Kernaktivität des Unternehmens dar. Verwaltungsratspräsident ist Lorenzo Schmid.

Investor des Elektrovelos Twike
Mindset ist nicht das erste Elektromobil, an dem er beteiligt ist. Auch das zweiplätzige Twike, ein Leichtbau-Elektromobil auf drei Rädern, hat er mitfinanziert. Rund 850 Twikes fanden seit der ersten Präsentation 1996 Käufer, bevor die Herstellerfirma Swisslem 2002 liquidiert worden ist. Mittlerweile stellt die deutsche Firma Fine Mobile das Twike wieder her.

scd/ap/red