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ST. URBAN: Psychiatrie stockt Plätze auf

Der Kanton plant für Menschen mit einer Behinderung in der Psychiatrie einen Neubau. Statt dreier Standorte soll es nur noch einen geben.
Roseline Troxler
Die beiden Bauprojekte der Luzerner Psychiatrie in St. Urban. (Bild: Fabian-Feigenblatt-Fotografie/Grafik: Janina Noser)

Die beiden Bauprojekte der Luzerner Psychiatrie in St. Urban. (Bild: Fabian-Feigenblatt-Fotografie/Grafik: Janina Noser)

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Im Wohnheim Sonnegarte bietet die Luzerner Psychiatrie Platz für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Heute ist das Wohnheim auf drei ­Standorte in St. Urban verteilt. Vier Wohngruppen leben in zwei Mehrfamilienhäusern. Drei Wohngruppen sowie der Ate­lierbereich sind im Konventgebäude des ehemaligen Klosters St. Urban angesiedelt. Doch dies soll sich ändern: Die Luzerner Psychiatrie plant einen Neubau (siehe Grafik). Damit soll das Wohn- und Betreuungsangebot an einem Standort zusammengeführt werden. Kostenpunkt: rund 27, 6 Millionen Franken. Die bisherigen Bauten des Wohnheims Sonnegarte sind auf der Karte nicht ersichtlich.

Das Projekt wurde kürzlich im Luzerner Kantonsblatt ausgeschrieben. Darin heisst es: «Die Räumlichkeiten entsprechen dem heutigen Standard für behindertengerechtes Wohnen bei weitem nicht mehr. Thomas Lemp, Leiter Personalmanagement und Kommunikation, führt auf Anfrage aus: «Im heutigen Wohnheim gibt es Mehrbettzimmer. Die Räumlichkeiten, die vorher Privatwohnungen waren, sind für Menschen mit einer Behinderung zu eng.» Besonders zeige sich dies bei den Nasszellen.

Steigendes Alter der Bewohner

Ein weiterer Grund, weshalb es mehr Raum braucht, liegt laut Lemp darin, dass die Menschen mit einer Behinderung grundsätzlich älter würden. «Die Zahl der Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen nimmt zu.» Dies liege vor allem am medizinischen Fortschritt. Durch das steigende Alter der Bewohner erhöhe sich auch der Pflegeaufwand. «Es gibt immer mehr Personen, die stark verhaltensauffällig sind und daher eine ­Intensivbetreuung brauchen», führt Thomas Lemp aus. Dem Platzmangel soll der Neubau Abhilfe schaffen. Denn die Anzahl der Plätze wird um deren 16 auf 64 aufgestockt.

Mit dem Neubau will die Luzerner Psychiatrie das Betreuungskonzept im Wohnheim Sonnegarte neu ausrichten. Dieses soll insbesondere auf ältere Personen mit erhöhtem Pflegebedarf und auf betreuungsintensive Klienten ausgerichtet werden. Mit der Überarbeitung des Konzepts sollen letztlich Kosten gespart werden, erklärt Lemp. Im Neubau sind auch Kriseninterventionsplätze geplant: «Diese sollen die Aufnahmen von Personen mit einer geistigen Behinderung, die zusätzlich psychisch erkrankt sind, auf den Akutstationen der Klinik St. Urban, minimieren.»

Generalplanerteams, die bei einer Vorqualifikation ausgewählt werden, haben bis im November Zeit, ihre Arbeiten zum Projektwettbewerb einzureichen. Das Vorprojekt soll dann im Frühling 2018 starten. Der Bezug des Sonnegarte-Neubaus ist für das Jahr 2021 vorgesehen.

Das Wohnheim für Personen mit einer Behinderung ist nicht das einzige Bauprojekt in St. Urban. Derzeit entsteht auf dem Areal ein Neubau mit drei Stationen für die Alterspsychiatrie, einer Station für affektive Störungen – dort sollen Menschen mit Depressionen oder Burn-out-Erkrankungen behandelt werden – sowie einer weiteren Spezialstation. Dieser Neubau ersetzt eines der ältesten Gebäude auf dem Areal, das Haus C. Die Inves­titionskosten liegen bei rund 36,3 Millionen Franken. Der Neubau soll Ende 2018 seine Türen öffnen. Für die weiteren bald 40-jährigen Klinikgebäude sind ausserdem Sanierungsmassnahmen geplant. Der gesamte Investitionsbedarf bei den Immobilien der Luzerner Psychiatrie wird laut Thomas Lemp in den nächsten zehn Jahren auf zirka 100 Millionen Franken geschätzt.

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