Staatsanwaltschaft fordert mehr Stellen

Zwar ist die Anzahl Fälle, welche die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden 2011 bearbeiteten, gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Trotzdem stösst die Staatsanwaltschaft an ihre Grenzen. Nun verlangt sie eine personelle Aufstockung.

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Der Luzerner Oberstaatsanwalt Daniel Burri. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Der Luzerner Oberstaatsanwalt Daniel Burri. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

«Den grossen Mehraufwand, der uns die neue Strafprozessordnung verursacht, können wir ohne zusätzliches Personal nicht bewältigen», wird Oberstaatsanwalt Daniel Burri in einer Medienmitteilung vom Donnerstag zum Jahresbericht 2011 der Staatsanwaltschaft zitiert. Viele Verfahren dauerten noch zu lange, und der Arbeitsdruck sei zu hoch, heisst es weiter. Die Staatsanwaltschaft wird deshalb dem Regierungsrat einen Bericht vorlegen und einen «massvollen Ausbau» der Pensen beantragen. Auf Anfang 2011 wurde die Luzerner Staatsanwaltschaft komplett neu organisiert.

Weniger Delikte gegen Leib und Leben

Nach einem Höchstwert im Jahr 2010 ging die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent auf 43'979 zurück. Ein deutlicher Rückgang zeigte sich wiederum bei den Delikten gegen Leib und Leben (-24,5 Prozent) und bei den Vorfällen gegen die sexuelle Integrität (-14,6 Prozent). Auch die Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz haben abgenommen (-6,6 Prozent).

Auffällig ist die Zunahme bei den Vermögensdelikten. Im Vorjahr wurde in diesem Bereich eine Abnahme von 13,6 Prozent verzeichnet. Im Jahr 2011 nahmen die Delikte um 12,8 Prozent zu. Die gleiche Trendwende zeigt sich bei den Delikten gegen die Freiheit.

Weniger Arbeit für die Jugendanwaltschaft

Der Anteil der ausländischen Delinquenten blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant. Über alle Deliktsgruppen hinweg liegt der Ausländeranteil im Schnitt bei rund 40 Prozent. Bei den Vermögensdelikten und den strafbaren Handlungen gegen die Freiheit sowie beim Ausländerrecht liegt der Anteil ausländischer Straftäter bei über 50 Prozent.

Nachdem die Fälle bei der Jugendanwaltschaft bereits 2010 um 21 Prozent zurückgegangen waren, reduzierten sie sich 2011 um weitere 14 Prozent auf 1834. Gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz von Radio DRS wollte Oberstaatsanwalt Burri aber noch nicht von einer Trendwende sprechen. Am häufigsten verstiessen Jugendliche gegen das Strassenverkehrsgesetz.

sda

Zum ausführlichen Jahresbericht 2011 der Staatsanwaltschaft Kanton Luzern