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STADION: Das Dach der Swissporarena wird blau-weiss

Die FCL-Arena produziert bald Solarstrom. Erste Arbeiten dafür haben begonnen – sie sind mit einigen Herausforderungen verbunden.
Raphael Gutzwiller
Das erste Solarpanel ist schon da. Solarmonteur David Müller platziert es an der richtigen Stelle. (Bild Pius Amrein)

Das erste Solarpanel ist schon da. Solarmonteur David Müller platziert es an der richtigen Stelle. (Bild Pius Amrein)

Der Gesang der FCL-Fans ist trotz des besten Saisonstarts seit Jahrzehnten verstummt. Gestern Nachmittag war es beim Fussballstadion still, es herrschte wenig Betrieb. Zwei Solarmonteure waren jedoch auf dem Dach und massen den Abstand zwischen zwei Aluminiumbahnen genau aus. 158 Zentimeter soll er betragen. Nur dann sitzen die Solarpanels perfekt. In zwei Wochen werden die 4218 Module angeliefert. Ein Panel zum Testen ist bereits auf dem Dach.

Das goldenen Dach der Swissporarena wird dann zu einem grossen Teil blau-weiss. Diese Farben haben nämlich die neuen Solarpanels für das Stadion, natürlich passend zum FCL. «Die Panels hätte es noch in Schwarz gegeben, aber für den FCL war natürlich klar, welche Panels er wollte», sagt David Müller, Monteur der BE Netz AG. Zwar gäbe es auch goldene Solarpanels, was farblich besser zum Stadion gepasst hätte – solche würde den finanziellen Rahmen für die Anlage aber sprengen.

50 Kilometer Kabel

An den Längsgeraden sowie hinter dem Tor werden die Panels verlegt, die Ecken bleiben so, wie sie sind. Dort Panels anzubringen, wäre zu aufwendig gewesen. Momentan dominiert auf dem Dach noch Gold, kombiniert mit Silber. Silber sind nämlich die Haken, an denen die Solarpanels montiert werden, sowie die Kabelkanäle. Durch diese werden rund 50 Kilometer Kabel verlegt.

Wie ist es für die Handwerker, auf einem Stadiondach zu arbeiten? «Für uns ist die Arbeit gleich wie bei anderen Aufträgen auch», sagt Monteur David Müller. «Aber die Reaktion von meinen Freunden ist schon eine andere als bei einem normalen Auftrag.» Er war schon beim Solardach der Ikea Rothenburg oder beim Zürcher Letzigrund im Einsatz. Grosse Aufträge sei er sich gewohnt.

David Müller und Raphael Lingg sind momentan die einzigen Handwerker auf dem Dach. «Je mehr hier sind, desto mehr stehen rum», sagt Müller und lacht. Präzision ist bei den aktuellen Arbeiten auf dem Dach wichtig. Fehler können sich die Handwerker nicht erlauben: «Die Haken kann man nicht mehr rausnehmen, sonst würde das Dach undicht.»

Schwierig ist auch der Untergrund des Dachs: «Aluminium verzieht sich, was die genaue Arbeit schwieriger macht», so David Müller. Deshalb sind die 110 Meter langen Bahnen auf der Längsseite in mehrere Abschnitte unterteilt. «Dass der Abstand auf eine so lange Länge gleich bleibt, ist sonst fast unmöglich», so Müller. Wenn die Solarpanels angeliefert werden, helfen fünf Handwerker, die Panels zu platzieren.

Strom für 200 Haushalte

Bis Mitte September soll die Solaranlage auf der Swissporarena in Luzern fertig sein. Ab dann wird auf einer Fläche von insgesamt 6862 Quadratmetern Strom produziert. Die Anlage liefert rund 900 000 Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Bedarf von 200 Haushalten.

Die Investitionen für das neue Kraftwerk auf dem Stadion belaufen sich auf 1,5 Millionen Franken. Insgesamt wird mit jährlichen Einnahmen von 100 000 Franken gerechnet. Das Geld wird zwischen der Stadion AG und dem FC Luzern aufgeteilt. Wer wie viel erhalten wird, ist laut Toni Bucher, Verwaltungsrat der Stadion AG, noch offen.

Raphael Gutzwiller

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