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STADT: Abgang bei Luzerner Bénédict-Schule: Leitung heimlich ausgewechselt

Der CEO und der Leiter der Bénédict-Schule am Inseliquai haben das Unternehmen verlassen. Offiziell davon erfahren haben die Schüler bis heute nichts. Jetzt machen Gerüchte über die genauen Umstände die Runde.
Kilian Küttel und Chiara Stäheli
Hier am Inseliquai 12B ist die Bénédict-Schule eingemietet. (Archivbild LZ)

Hier am Inseliquai 12B ist die Bénédict-Schule eingemietet. (Archivbild LZ)

Kilian Küttel und Chiara Stäheli

kanton@luzernerzeitung.ch

Er stand gerne im Mittelpunkt: Immer wieder trat der CEO der Luzerner Bénédict-Schule an Abschlussfeiern auf, beglückwünschte seine Absolventen zur gemeisterten Ausbildung, hielt Reden, posierte für Fotos. Auf der Homepage der Privatschule Luzern finden sich mehrere solcher Einträge.

Nun aber ist er von der Bildfläche verschwunden. Denn der CEO hat nach 20 Jahren bei Bénédict unvermittelt den Hut genommen. Und nicht nur das: Neben ihm haben auch sein Sohn als Schulleiter sowie seine Frau und seine Tochter die Schule verlassen. Letztere waren ebenfalls im Unternehmen beschäftigt. Das war bereits Anfang Oktober, kommuniziert wurde aber nichts – weder öffentlich noch bei der Schülerschaft. Gemäss Informationen, die unserer Zeitung vorliegen, wurden nach den Herbstferien lediglich die Mitarbeiter unterrichtet, dass nun eine neue Leitung am Ruder sei. Zu den Gründen über den Führungswechsel gab es keine Informationen. Bis gestern fehlten auch auf der Homepage klar ersichtliche Angaben, wer die Luzerner Bénédict-Schule führt.

Der neue Schulleiter heisst Thomas Strub. Bis anhin amtete er als stellvertretender Verkaufsleiter für die Privatschule mit Sitz am Inseliquai in der Stadt Luzern. Auf Fragen zur Situation bei Bénédict geht Strub nicht ein. Als unsere Zeitung den ehemaligen CEO kontaktiert, beantwortet er zwar zunächst die Fragen zu seinem Abgang. Allerdings zieht er wenig später seine Aussagen wieder zurück, beharrt darauf, nicht namentlich genannt werden zu wollen.

CEO wurde vor kurzem pensioniert

Stattdessen verweist der Ex-CEO an seinen Anwalt. Dieser schreibt: «Die ordentliche Kündigung des Anstellungsverhältnisses zwischen meinem Mandanten und der Bénédict-Schule Luzern AG wie auch des Arbeitsverhältnisses zwischen dessen Ehefrau und der Bénédict-Schule Luzern AG erfolgte aufgrund der bevorstehenden Pensionierung.» Eine darüber hinausgehende Arbeitstätigkeit sei nie beabsichtigt gewesen. Sein Mandant sei dieser Tage 65 Jahre alt geworden, die Frau des CEO erreiche im kommenden Jahr das AHV-Alter.

Offen bleibt, wieso der Abgang so abrupt erfolgte. Das sorgte für Spekulationen. So machten an der Schule Gerüchte über Unregelmässigkeiten die Runde. Ebenso spricht man hinter vorgehaltener Hand davon, dass die gesamte Familie ein Hausverbot auferlegt bekommen haben soll.

Eine Nachfrage bei der Luzerner Staatsanwaltschaft zeigt indes: Gegen den CEO liegen keine Strafbefehle vor. Ebenso läuft keine Untersuchung gegen ihn. Nach Informationen unserer Zeitung haben sowohl der Sohn wie die Tochter selber gekündigt. Zu den Gründen ist nichts bekannt.

Die Bénédict-Schulen bieten landesweit in Luzern, St. Gallen, Zürich und Bern Aus- und Weiterbildungen an. Dies unter anderem in den Bereichen Handel, Management, Kader, Informatik, Medizin und Sprache. Auch die in Luzern ansässige Business Hotel Management School ist Teil der Bénédict-Gruppe.

Kanton führt jährliche Kontrolle durch

International ist das Unternehmen in Italien, Russland, Ecuador und Deutschland vertreten. Gemäss Wikipedia besuchen schweizweit rund 15 000 Schüler die private Bildungsinstitution. Präsident der Education Group Benedict International ist Heinrich Meister aus Zürich. Dieser war gestern aufgrund einer Auslandsabwesenheit für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sein Stellvertreter wollte sich zum Führungswechsel nicht äussern.

Ebenfalls war vom Kanton Luzern keine Einschätzung zu den Vorkommnissen rund um die Abgänge zu erhalten. Wie Christof Spöring, der Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung, erklärt, führe der Kanton ein jährliches Controlling bei der beruflichen Grundbildung sowie bei der höheren Berufsbildung durch. Dabei werden die Bénédict-Schüler unter anderem nach ihrer Zufriedenheit mit ihrer Ausbildungsstätte gefragt.

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