Stadt, Emmi und Spielleute einigen sich

Die Stadt Luzern, Emmi und die Luzerner Spielleute haben sich auf die geplante Überbauung von Emmi im Tribschen-Quartier geeinigt. Der Stadtrat bewilligte das entsprechende Baugesuch.

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Die Emmi Butterzentrale im Tribschen Quartier wird abgerissen (eine Aufnahme vom 16. Mai). Auf dem Gelände ist eine neue Überbauung geplant. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die Emmi Butterzentrale im Tribschen Quartier wird abgerissen (eine Aufnahme vom 16. Mai). Auf dem Gelände ist eine neue Überbauung geplant. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Emmi, der grösste Milchverarbeiter der Schweiz hatte Ende 2010 ein Baugesuch für zwei neue Geschäfts- und zwei Wohnhäuser auf dem Areal der ehemaligen Butterzentrale am Alpenquai in Luzern eingereicht. Dort auch soll Emmis neuer Hauptsitz eingerichtet werden. Dagegen aber haben unter anderem die Luzerner Spielleute Einsprache erhoben.

Der Theater Pavillon der Spielleute und das Jugendhaus Treibhaus befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft der geplanten Überbauung. Befürchtet wurde, dass die Wohnbauten in der neuen Überbauung nicht mit den beiden Betrieben kompatibel sind und Lärmimmissionen - ähnlich wie beim Kulturzentrum Boa - zu einer Veränderung der beiden Betriebe führen könnten.

Auf Initiative von Emmi und der Stadt Luzern hätten sich die betroffenen Parteien gemeinsam an einen Tisch gesetzt und Lösungen erarbeitet, teilte die Stadt Luzern am Donnerstag mit.

Dabei bekannte man sich dazu, das Zusammenleben und das Nebeneinander von Kultur und Wohnen zu fördern. So verzichtet Emmi beispielsweise darauf, Gemeinschaftsräume zu realisieren, weil diese im Pavillon der Spielleute oder im Treibhaus gemietet werden können.

Lärmimmissionen dulden

Das Resultat des Mediationsprozesses ist eine Vereinbarung und ein Dienstbarkeitsvertrag. Darin wird festgehalten, dass Personen, die in der neuen Überbauung wohnen oder arbeiten werden, Lärmimmissionen des Treibhauses und des Theater Pavillons zu dulden haben, wenn diese die gesetzlichen Vorgaben nicht überschreiten.

Zudem wird in der Vereinbarung festgehalten, dass Emmi mit baulichen Massnahmen dafür sorgt, dass mögliche Konflikte minimiert werden. Gleichzeitig verpflichtet sich die Stadt die Betreiber der beiden Kulturbetriebe bei der Einhaltung von Ruhe und Ordnung zu unterstützten.

Sollte es trotzdem zu Reklamationen kommen, wird eine von der Stadt Luzern eingerichtete Schlichtungsstelle Lösungen suchen. Werden keine gefunden, orientiert die Stelle ein Gremium, das aus einem Vertreter der Stadt, der Spielleute und der Stockwerkeigentümergemeinschaft besteht.

Einsprache zurückgezogen

Dieses Gremium kann Lärmschutzmassnahmen bei den beiden Betrieben veranlassen. Die Kosten dafür werden auf maximal 500'000 Franken geschätzt. Diese haben Stadt und Stockwerkeigentümerschaft je hälftig zu tragen. Emmi verpflichtete sich dazu, stellvertretend für die zukünftige Stockwerkeigentümerschaft, 250'000 Franken in einen Fonds einzubezahlen.

Die Spielleute haben ihre Einsprache gegen das Baugesuch von Emmi zurückgezogen und sich bemüht, dass die anderen Einsprecher dies ebenfalls tun. So bewilligte der Stadtrat am Mittwoch das Baugesuch von Emmi.

sda/ks