Kolumne

«Landauf, Landab»: Stadt, Land, Stöckli

Während in Bayern die CSU Federn lässt, steht die CVP im Kanton Luzern noch stabil da. Hier läuft es dafür beim Rennen ums Stöckli auf einen Wettkampf zwischen Stadt und Land hinaus.

Ernesto Piazza, Landreporter
Drucken
Teilen
Landreporter Ernesto Piazza

Landreporter Ernesto Piazza

Bayern hat gewählt: Die einst dominante CSU stürzt ab. Die SPD versinkt in der Bedeutungslosigkeit. Die Grünen legen markant zu. Das sind die Fakten der Landtagswahl im deutschen Freistaat. Damit kann die CSU in ihrem bisher unantastbar scheinenden Stammland nicht länger alleine regieren. Sie braucht einen Koalitionspartner.

Trotz schallender Ohrfeige von historischem Ausmass will der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder das Zepter aber nicht aus der Hand geben. Fast zynisch mutet der Satz an, als stärkste Partei stehe die CSU jetzt in der Verantwortung, eine neue Regierung zu bilden. Also weiter so – Klatsche hin oder her.

Die Macht so lange wie möglich zementieren, ist das offensichtliche Credo. Doch die Erosion bei den einst führenden Parteien in Deutschland hat nicht nur längst begonnen. Sie ist bereits weit fortgeschritten.

In unseren Gefilden sind wir (noch) nicht soweit. Dennoch stehen Politinteressierten spannende Wochen ins Haus – speziell mit den Ständeratswahlen. Nach dem Rückzieher von Konrad Graber möchten ihn diverse CVP-Grössen beerben. Andrea Gmür will genauso vom Nationalrat ins Stöckli wechseln wie Leo Müller. Yvonne Hunkeler bringt sich für diesen Sitz ebenfalls in Stellung.

Luzern, Ruswil und Grosswangen: Das ist gleichbedeutend mit Stadt «gegen» Land. Es wird spannend zu verfolgen sein, wer bei der Nomination punktet. Zwar muss es nicht «eine Nacht der langen Messer» sein – wie sie bei den Bundesratswahlen des Öfteren vorkommt. Doch beim möglichen CVP-Ständerat redet die Landschaft wiederum ein gewichtiges Wort mit. So wie vor vier Jahren, als sie mit dem jetzigen FDP-Ständerat Damian Müller einen dynamischen Mann aus Hitzkirch präsentierte.

Hinweis: Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.